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MINT trifft Latein Plus: Hochschule Ruhr West zu Besuch im HHG

Bottrop, 7.12.2017:

Antike Verschlüsselungstechniken im Lateinunterricht – das Heinrich-Heine-Gymnasium und die Hochschule Ruhr West führen einen gemeinsamen Workshop durch.

Heinrich-Heine-Gymnasium, Freitagmittag: Obwohl das Wochenende naht, rätselt die Latein-Plus-Klasse von Frau Alexandra Wolf drei Stunden lang eifrig an verschlüsselten lateinischen Texten. Bereits seit dem letzten Jahr lernen die Schülerinnen und Schüler der 6 a diese Sprache. Projektorientierter Unterricht ist dabei an der Tagesordnung. Heute ist deswegen ungewöhnlicher Besuch vor Ort: Zwei Lehrende aus dem Institut Naturwissenschaften der Hochschule Ruhr West sind gekommen. Gemeinsam mit dem Lateinlehrer Herrn Rafael Schopper wollen sie die Schüler*innen in antike Verschlüsselungsmethoden einführen: „Wie haben die alten Römer und Griechen geheime Nachrichten chiffriert?“ Und: „Wie konnten ihre Gegner die verschlüsselten Nachrichten trotzdem lesen?“

„Die HRW ist eine MINT-Hochschule“, berichtet der HRW-Mitarbeiter Tobias Baust. „Es ist uns ein Anliegen, junge Menschen früh für MINT-Fächer zu begeistern. Daher führen wir regelmäßig Workshops durch. Geheimschriften und Code-Brechen finden alle spannend. Und Kryptologie und Mathematik hängen eng zusammen.“ Doch um eine Verschlüsselung zu knacken, braucht man noch mehr, hier zum Beispiel Lateinkenntnisse. Interdisziplinäres Vorgehen ist also angesagt. Dieses hat an der HRW einen hohen Stellenwert. „Daher waren wir sofort begeistert, als Herr Schopper vom HHG die Idee zu einem kombinierten Workshop hatte“, ergänzt Prof. Andrea Ostendorf von der HRW. „Und es war echte Teamarbeit.“ Gemeinsam wurden zur Vorbereitung alte Quellen studiert, Ideen entwickelt und geeignete Beispiele aufbereitet.

Die Mühe hat sich gelohnt, denn die Schülerinnen und Schüler wundern sich: „Heute vergeht die Zeit viel schneller als sonst!“ Jessica und Mia haben die Botschaft an den griechischen General Pausanias schnell entziffert und übersetzt. Amelie, Nele und Sina entschlüsseln die geheime Nachricht des Polybius und probieren die Methode sofort selbst aus: „Als Kennwort nehmen wir unser Freundschafts-Kürzel.“

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Am Beispiel von Cäsar bei den Seeräubern üben die Schülerinnen und Schüler das effiziente Entschlüsseln und lassen, wenn möglich, Vorkenntnisse über Sprache und Text einfließen. Angelina testet, ob die Seeräubergeschichte das Wort „Pirat“, auf lateinisch „pirata“, enthält. Janus und Paul sehen, dass in einer Botschaft ein zweibuchstabiges Wort vorkommt. Sie überlegen: Könnte es sich um das „et“ handeln? So entdecken die Schüler klassische Vorgehensweisen der Code-Knacker, üben Latein – und haben nebenbei etwas über Mathematik und Geschichte gelernt. Am Ende bilanzieren der Latein-Fachvorsitzende Herr Schopper und die Klassenlehrerin Frau Wolf: „Projektarbeiten wie diese machen natürlich Arbeit, aber erfahrungsgemäß zahlt sie sich aus. Darum legen wir Wert auf unsere Projektstunde bei Latein-Plus.“ Kinder wie Erwachsene sind sich einig, dass die Aktion ihnen Spaß gemacht hat.

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Das Heinrich-Heine-Gymnasium fördert mit einem breiten unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Angebot gezielt die Talente, Interessen und Begabungen seiner Schülerinnen und Schüler. Unter anderem können Schülerinnen und Schüler in der Jahrgangsstufe 5 verschiedene Schwerpunkte im sprachlichen, musischen und naturwissenschaftlichen Bereich wählen.

Der Latein Plus-Schwerpunkt, der bereits seit 12 Jahren am Heine angeboten wird, richtet sich an sprachlich interessierte Schülerinnen und Schüler. Zudem können sie in Form von Projektarbeiten kreativ den Dingen auf den Grund gehen und die Welt der vermeintlich „fremden“ Antike erkunden.

Am 24.1.18 (19 Uhr, Aula) findet am Heinrich-Heine-Gymnasium ein Informationsabend zu den angebotenen Schwerpunkten der Klasse 5 statt.

Zudem wird ein weiterer Workshop zu Latein Plus für Grundschülerinnen und Grundschüler angeboten (25.1.18, 15 Uhr, Anmeldung erwünscht per Mail an schopper [at] hhg-bottrop [dot] de oder über das Sekretariat: 02041/ 182580).

Weitere Informationen unter http://www.hhg-bottrop.de/

 

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Die Hochschule Ruhr West (HRW) ist eine staatliche Fachhochschule mit Standorten in Mülheim an der Ruhr und Bottrop. Gegründet im Jahr 2009, zählt die HRW heute rund 5.900 Studierende. Im Herzen der Metropole Ruhr zeichnet sich die HRW vor allem durch die Vielfältigkeit ihrer Beschäftigten, Studierenden und die offene Hochschulkultur aus. Das Studienangebot umfasst im laufenden Wintersemester 20 Bachelor- und sechs Masterstudiengänge aus den Bereichen Informatik, Ingenieurwissenschaften, Mathematik, Naturwissenschaften und Wirtschaft. Neben der Lehre bildet die anwendungsorientierte Forschung der Wissenschaftler*innen eine tragende Säule der Hochschule. Weitere Informationen unter www.hochschule-ruhr-west.de.

Link zum Artikel auf der Seite der HRW:

https://www.hochschule-ruhr-west.de/news/datensaetze-presse/2017/hhg/

Mit Theater gegen Mobbing kämpfen

Das Projekt „Spotlight“ untersucht nicht nur Ursachen für die Gewaltform an Schulen, sondern zeigt am HHG auch Lösungs- und Vorbeugungsmethoden. Projekttag der Stufe 7 am HHG.

Jedes siebte Kind ist wohl während der Schulzeit von Mobbing betroffen, fast jedes achte mobbt selbst aktiv. „Zahlen, die aufrütteln sollten“, sagt Annette Michels vom Arbeitskreis Soziale Bildung und Beratung (asb) aus Münster. Die Sozial- und Theaterpädagogin ist mit ihrem Projektteam „Spotlight – Theater gegen Mobbing“ zum dritten Mal zu Gast am Heinrich-Heine-Gymnasium (HHG). Mit ihren sechs Kolleginnen und Kollegen ist sie auf Einladung von Schulleiter Tobias Mattheis in der Jahrgangsstufe 7 zu Gast.

Theater gegen Mobbing? Für Annette Michels scheint das selbstverständlich. Das Spiel als Medium zieht die Schüler stärker ins Geschehen, sie sind mittendrin sozusagen, in den verschiedenen Rollen als Täter und Opfer. Das Rollenspiel als Methode spiele am Projekttag bei den Schülern eine zentrale Rolle. Sie spielen selbst, sehen aber auch Sequenzen, die das „Spotlight“-Team auf die Bühne bringt.

Denn es besteht nicht nur aus Pädagogen, sondern auch aus Schauspielern. Annette Michels arbeitet in beiden Berufen, nicht nur bei beim asb. Ziel des Projekttags ist nicht ausschließlich die Prävention. Auch die Klassen selbst werden auf mögliches Mobbing untersucht. Ein Ansatz, der über die Arbeit der normalen Konfliktlotsen, die es am HHG gibt, hinausgeht.

„Wir versuchen hier, diese beiden Bausteine zu verzahnen“, sagt auch Schulleiter Tobias Mattheis. Er war bereits der „Mobbingbeauftragte“ am Dorstener Gymnasium Petrinum und versucht seit seinem Wechsel nach Bottrop, diesem Bereich besondere Aufmerksamkeit zu verschaffen. „Das heißt nicht, dass das HHG einen besonderer Mobbingschwerpunkt ist“, so Mattheis. Aber im Sinne eines guten Schulklimas wolle man möglichst früh auf diese Problematik aufmerksam machen und den Schülern möglichst präventiv auch das Rüstzeug in die Hand geben, ihre Dinge am Ende selbst gut zu regeln.

Dafür erfolgt am Projekttag auch eine Art „Screening“ der Klassen. „Wir schauen, wo es mögliche Mobbing-Ansätze oder bereits -Fälle gibt, erstellen sogar eine Mobbing-Skala von eins bis zehn, die normalerweise beim HHG bei drei aufhört“, erläutert Annette Michels. Aber es habe immerhin auch einen Fall mit Stufe sechs gegeben.

Vor allem sieht das Team „Spotlight“ als Impulsgeber von außen, das Thema Mobbing in unterschiedlichen Konstellationen von Lehrern und Schülern – es gab auch nach Geschlechtern getrennte Unterrichtseinheiten – zu analysieren, zu bearbeiten und am Ende Lösungsansätze zu zeigen, diese Art von schulischer Gewalt erfolgreich zu bekämpfen.

Eine gute Schulgemeinschaft erhalten 

Für Tobias Mattheis geht es vor allem auch darum, durch Projekte wie dieses eine gute Schulgemeinschaft zu erhalten, Gefahren zu erkennen und ungute Entwicklungen möglichst frühzeitig zu stoppen. Für ihn steht am Ende fest: „Auch Mobber wollen im Grunde Teil der Klassengemeinschaft sein.“

Quelle: Dirk Aschendorf / WAZ Bottrop vom 5.12.2017

Das Ziel des ausgezeichneten Projekts

  • Das Projekt „Spotlight – Theater gegen Mobbing“ sieht Theater und Theaterpädagogik als Methode zur Hilfe zur Selbsthilfe in Mobbingfällen in Schulen.
  • Dabei steht neben der Arbeit in den Schulklassen immer auch die Fortbildung der Lehrer im Mittelpunkt.
  • 2012 wurde eine Evaluierung des Gesamtprojekts „Stark im Miteinander“ durch das Europäische Zentrum für Kriminalprävention vorgenommen, die ergab, dass in Klassen, die am Projekt teilgenommen hatten, Verbesserungen zwischen 60 und 80 Prozent zu verzeichnen waren.

Infos auf: www.miteinandern.de

Mobbing-Theater

Das Spotlight-Team ist am Heinrich-Heine-Gymnasium im Projekt „Mit Theater gegen Mobbing“ nicht nur theoretisch sondern auch schauspielerisch (Foto: Heinrich Jung)