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Für Bildungsprojekte an Bottroper Schulen bis zu 20.000 Euro.

Sparkassenkunden entscheiden über die Vergabe von Spenden.

Alle Bottroper Schulen können sich bis zum 19. Oktober über ihre Fördervereine bei der Sparkasse bewerben und sich so einen warmen Geldregen sichern.

„Wir starten eine kapitalstarke und breit angelegte Bildungsoffensive für Bottroper Schulen“, so Frank Pinnow, Pressesprecher der Sparkasse. Wie schon im letzten Jahr beteiligt die Sparkasse wieder ihre Kunden an der Entscheidung zur Vergabe von Fördergeldern aus dem Zweckertrag der Sparlotterie. Bis zu 20.000 Euro stellt die Sparkasse für diese Aktion zur Verfügung. Alle Projekte der Bottroper Schulen, von der Schulhofsanierung über die Büchereiausstattung bis hin zu digitalen Vorhaben sind förderfähig. Was auch immer die Schule vorhat, jetzt gilt es, sich bei der Sparkasse über den eigenen Förderverein bis zum 19. Oktober zu bewerben.

Seit dem 10. Oktober ist dies direkt auf der Homepage unter www. sparkasse-bottrop.de/bildungsoffensive möglich.

Bis zum 14. Dezember wählen Sparkassen-Kunden, die zu einer Beratung kommen, welches Bildungsprojekt die Sparkasse unterstützen soll. Die Aktion startet am 29. Oktober, einen Tag vor dem diesjährigen Weltspartag.

Ab diesem Tag und in den kommenden zwei Wochen ist jede Kundenstimme 10 Euro für ein Bottroper Schulprojekt wert. Danach sind es bis zum 14. Dezember immerhin noch 5 Euro.
Alle vorgestellten Projekte können bereits jetzt eine Basisförderung von 250 Euro einplanen.
„Uns war es wichtig, unsere Kunden und damit einen großen Teil der Bottroper an der Entscheidung zur Spendenvergabe« teilhaben zu lassen. Damit möchten wir uns bei unseren Kunden für ihre Treue bedanken und gleichzeitig Bottroper Schülerinnen und Schüler unterstützen“, berichtet Frank Pinnow.
Die Gelder für diese Maßnahme stammen aus dem Zweckertrag der Sparlotterie. Mit dem Kauf eines Loses spart der Bottroper 4,80 Euro, 1,20 Euro sind Lotterieeinsatz und 30 Cent davon fließen zurück in gemeinnützige Projekte in unsere Stadt.

„Wichtig ist aber, dass der Förderverein über einen gültigen Freistellungsbescheid verfügt, der zur Spendenannahme berechtigt“, so der Hinweis von Frank Pinnow. Für weitere Informationen oder Fragen: Frank Pinnow, Sparkasse Bottrop, Schüzenstraße 13, Telefon: 104-1730, frank [dot] pinnow [at] sparkasse-bottrop [dot] de

Quelle: Stadtspiegel 17.10.2018

Eule-Projekt startet in das nächste Semester

Schülerlehrer büffeln mit Senioren Englisch. Programm wird am 8. November vorgestellt.

Die Bottroper Senioren dürfen sich freuen: Das neue Semester der Seniorenakademie „Bottroper Eule“ startet wieder am Donnerstag nach den Herbstferien.

Das erste Treffen findet am Donnerstag, 8. November, um 17 Uhr in der Aula des Heinrich-Heine-Gymnasiums (HHG) statt. Neuanmeldungen zum kommenden Semester werden noch bis zum 23. Oktober telefonisch oder persönlich im Sozialamt entgegengenommen.

Windows 10 und Englisch

„Eule“ ist ein Projekt, bei dem Seniorinnen und Senioren von sogenannten „Schülerlehrern“ unterrichtet werden. Neben ernsthaftem Lernen und Studieren kommen der Spaß und die Freude am Erlernen einer Sprache oder dem Beschäftigen mit dem Notebook nicht zu kurz.

Windows 10 ist Thema in den Computerkursen. Sowohl in den Computer-  als auch in den Englischkursen gibt es Angebote für Anfänger und Fortgeschrittene. Der Unterricht findet im Heinrich-Heine-Gymnasium statt, eine Unterrichtseinheit dauert 90 Minuten.

Neu im Programm ist ein Kurs, in den SeniorInnen ihre eigenen Wünsche mit einbringen können. Nach der Planung mit den Schülerinnen und Schülern sollen viele kleine Projekte realisiert werden. Das Konzept für diesen kreativen „Eule“-Kurs „Jung und Alt“ wird auch am 8. November vorgestellt.

Projektleiterin und Ansprechpartnerin für alle anfallenden Fragen und Probleme ist Käthe Liko. Sie steht allen Schülern und Lehrern im laufenden Semester während der Unterrichtsstunden zur Verfügung.

Die Anmeldungen zu den Kursen werden ab sofort von Elena Selbach im Sozialamt entgegen genommen. Anmelden müssen sich auch die Senioren, die bereits im vergangenen Semester einen Kurs besucht haben und weitermachen wollen.

➣ Anmeldungen sind möglich im Sozialamt bei Elena Selbach, Haus der Beratung, Horster Str. 6-8, 1. Etage, Zimmer 1.2.06, Tel. 70-3664; Öffnungszeiten Mo + Mi + Fr von 8.30 bis 12.30 Uhr.

Die Eule-Schülerlehrer aus den 7. und 8. Klassen des HHG wurden am Ende des letzten Semesters für ihr Engagement geehrt (Foto: Michael Korte)
Die Eule-Schülerlehrer aus den 7. und 8. Klassen des HHG wurden am Ende des letzten Semesters für ihr Engagement geehrt (Foto: Michael Korte)

Quelle: WAZ Bottrop vom 16.10.2018

Elternbrief Mensa

Liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Eltern und Erziehungsberechtigte,

nach den Herbstferien können wir wieder ein warmes Mittagessen in der Mensa anbieten.
Das Mittagessen wird von der Gastro Group GmbH Frank Schwarz unter der Verwendung biologischer Lebensmittel zubereitet. Jeden Tag kann zwischen einem Gericht mit Fleisch oder Fisch sowie einem vegetarischen Menü ausgewählt werden. Zu jedem Mittagessen erhalten die Schülerinnen und Schüler ein Mineralwasser sowie einen Nachtisch. Der Preis pro Mittagessen inklusive Mineralwasser und Nachtisch beträgt 3,95 Euro.

Abmeldung vom bisherigen Online-System

Die Online-Bestellung des Mittagessens erfolgt nicht wie bisher über den Anbieter sams-on, sondern über ein neues System mit dem Namen „WebMenü“.
Daher müssen die Verträge von sams-on aufgelöst und die Guthaben erstattet werden. Wir bitten Sie daher, ein Abmeldeformular von unserer Homepage herunterzuladen, auszufüllen und bis zum 12.10.2018 im Schülersekretariat abzugeben.
Abmeldungen nach der Frist können nicht mehr bearbeitet und das Guthaben nicht erstattet werden. Die nicht auszahlbaren Guthaben werden als Spende dem Projekt „Schule in Ruanda“ zu Gute kommen.

Anmeldung zum Mittagessen

Für das neue Online-System „WebMenü“ ist eine Anmeldung unter https://schollin.webmenue.info/Login.aspx erforderlich. Eine ausführliche Information zum Anmeldeverfahren finden Sie auf unserer Homepage.
Nach erfolgreicher Anmeldung kann das Nutzerkonto mit Guthaben aufgeladen werden. Die Kontoverbindung finden Sie in der AGB und auf unserer Homepage.
Neu ist, dass für das Abholen des Mittagessens nicht mehr der Schülerausweis, sondern ein Chip, für den ein Pfand von 2,50 Euro erhoben wird, notwendig ist. Ein „Starter-Paket“ inklusive des Chips erhalten angemeldete Schülerinnen und Schüler gegen Abgabe des Pfandes am Kiosk.

Mit freundlichen Grüßen

T. Mattheis, OStD M. Schürer, OStR`
(Schulleiter) (Koordinatorin Ganztag)

 

Elternbrief zum Download:

201810 Caterer Wechsel

 

Grundschülerworkshops zu den Schwerpunktangeboten der Klasse 5: MINT, Latein Plus und Bilingualer Unterricht

Liebe Grundschülerinnen und Grundschüler, liebe Eltern,

im Folgenden findet man die Einladungen für die Workshops zu unseren Schwerpunktangeboten der Klasse 5:

Latein Plus,  MINT und Bilingualer Unterricht.


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Download der Einladung zu den Latein Plus-Workshops:

Latein Schatzsuche Workshop 1819(1)

Download des aktuellen Latein Plus-Flyers:

Latein-Plus

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Download der Einladung zu den MINT-Workshops:

201810 Einladung Workshop Homepage

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Download der Einladung zu den Workshops des bilingualen Unterrichts:

BiliWorkshopflyer

 

Bitte beachten Sie die Anmeldemodalitäten.

Download des Anmeldebogens:

201810 Anmeldung Workshop

Sollten Sie im Vorfeld Rückfragen haben, dann dürfen Sie uns gerne kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen

Das HHG -Team

 

 

Unsere neue Beratungslehrerin Frau Althoff bietet regelmäßige Sprechstunden an

Liebe Schülerinnen und Schüler,

ich möchte mich euch kurz in meiner neuen Funktion als Beratungslehrerin vorstellen und euch herzlich einladen, in meine Beratungsstunden zu kommen. Viele von euch kennen mich als Bio- oder Sportlehrerin. Seit dem Schuljahr 2018/2019 bin ich mit einer Zusatzausbildung zur Beratungslehrerin fertig und arbeite nun auf dem Gebiet der Einzelfallhilfe. Dazu möchte ich euch in schulischen oder privaten schwierigen Situationen, Krisen und bei allen individuellen Fragen helfen, um euch zu unterstützen eine Lösung dafür zu entwickeln, denn jeder ist für seine Situation der Experte. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Stärkung der Selbstständigkeit stehen hierbei im Vordergrund.

Die Gespräche sind vertraulich, so dass ihr sicher sein könnt, dass ihr selbst entscheidet, wer von eurer Lage erfahren soll, denn es gilt hier das Gebot der Schweigepflicht.

Als oberstes Ziel der Beratung steht die Stärkung der Schülerin bzw. des Schülers im Vordergrund, beispielsweise bezüglich

  • des Selbstvertrauens und des Selbstwertgefühls
  • der Fähigkeiten, sich auch den rauen und manchmal unangenehmen Seiten des Lebens zu stellen und diese zu bewältigen
  • des Erwachsenwerdens und der damit verbundenen wachsenden Selbstständigkeit
  • der positiven Selbstwahrnehmung und –annahme und der damit verknüpften Stabilisierung des Gefühlslebens
  • der eigenen Beziehungsfähigkeit, sowohl schulisch als auch privat
  • des Mutes zur Inanspruchnahme von möglichen therapeutischen oder seelsorgerischen Angeboten
  • der gesunden Beziehung zum eigenen Körper

Herzlich willkommen sind auch Freunde und Mitschüler, die sich um eine andere Person sorgen und sich gerne kümmern möchten aber keine Idee haben, wie ein Problem angesprochen werden könnte.
Bei Bedarf werden wir auf das Angebot von anderen Hilfestellen zurückgreifen, die als externe Partner unsere Schule unterstützen und häufig kostenlos und anonym in Anspruch genommen werden können.

Bei folgenden Anlässen können eine Beratung und Begleitung sinnvoll sein. Dies ist nur eine kleine Auswahl, denn jede Situation hat ihr eigenes Bild und wird als solche ernst genommen.

  • Akute Konflikt- und Entscheidungssituationen
  • Konflikte zwischen schulischen Zielsetzungen und privaten Herausforderungen
  • Trauerprozesse
  • Ethische Konfliktsituationen
  • Begleitung von therapeutischen Prozessen oder Anleitung zur Inanspruchnahme von Angeboten
  • Probleme mit Gewalt aller Art in schulischen oder häuslichen Situationen
  • Probleme mit Drogen oder dem Konsum durch Mitschüler oder Mitschülerinnen

Ihr findet mich während der Sprechstunden in Raum B128. Gerne könnt ihr mich aber auch im Lehrerzimmer aufsuchen, einen Zettel ins Fach legen lassen oder mir eine Email schreiben, so dass wir dann einen individuellen Termin vereinbaren können.

Ich freue mich auf euch!

Sprechstunden:

Di, 7. Stunde

Mi, 6. Stunde

Email: althoff [at] hhg-bottrop [dot] de

 

Jürgen Trick wurde in Münster geehrt

40 Jahre im Schuldienst und Lehrer am HHG

Jürgen Trick war viele Jahre lang Lehrer am Heinrich-Heine-Gymnasium und nahm vor seinem Eintritt in den Ruhestand Anfang des Jahres auch zwei Jahre lang kommissarisch die Aufgaben des stellvertretenden Schulleiters wahr. Am Donnerstag wurde er nun in Münster von Regierungspräsidentin Dorothee Feiler und Schulabteilungsleiter Wolfgang Weber für seine 40-jährige Tätigkeit im öffentlichen Schuldienst des Landes Nordrhein-Westfalen zusammen mit 40 weiteren Lehrerinnen und Lehrer aus dem Regierungsbezirk Münster geehrt.

„Mit Stolz können Sie auf eine große Lebensleistung zurückblicken. In unserer Gesellschaft ist und bleibt der Lehrerberuf eine äußerst wichtige Säule. Nur aus Überzeugung kann man über diese lange Zeit Lehrerin oder Lehrer sein. Immer wieder müssen Sie sich auf Neues einlassen. Dazu braucht man Ideen, Idealismus und Mut“, erklärte die Regierungspräsidentin bei der Feierstunde und sprach den Jubilaren ihren größten Respekt dafür aus, dass sie sich so lange schon den in vielen Bereichen gestiegenen Anforderungen an Ihren Beruf stellen.

Jürgen Trick (m.) wurde von Dorothee Feiler und Wolfgang Weber für 40 Jahre im Schuldienst geehrt. (Foto: Bez.Reg. Münster)
Jürgen Trick (m.) wurde von Dorothee Feiler und Wolfgang Weber für 40 Jahre im Schuldienst geehrt. (Foto: Bez.Reg. Münster)

Quelle: WAZ Bottrop 21.9.2018

Aus Tatkraft entsteht Kindergarten

Dorf in Ruanda bekommt die Unterstützung eines Bottroper Fördervereins. Viele Spendenaktionen und das Engagement vor Ort beeindrucken den OB

Ein Förderverein aus Bottrop und ein Kindergarten im fast 10.000 Kilometer entfernten Dorf Byumba in Ruanda bilden eine Partnerschaft, die den Oberbürgermeister begeistert. Im Heine-Gymnasium kam es am Donnerstag zu einem Zusammentreffen zwischen Bernd Tischler, Mitgliedern des Fördervereins, Dr. Pascal Bataringaya und seiner Frau Louise Uwimana, den Gründern des Kindergartens „Hope Nursery School Ruanda“.

Bei einer Reise 2015 nach Ruanda begann eine Freundschaft, die was bewirkte. „Durch den herzlichen Empfang kamen wir auf die Idee, den Kindergarten dort zu unterstützen“, erzählt die Fördervereinsvorsitzende Waltrud Dahl. Denn Kindergärten, wie man sie in Deutschland kennt, gibt es in dem afrikanischem Dorf nicht. Dort waren Kinder und Betreuer in einer Kirche untergebracht, warme Mahlzeiten oder Spielzeug waren nicht vorhanden.

Die Gründung des Vereins und viele Spendenaktionen veränderten die Dinge. Durch die Anschaffung der Kuh „Botti“ bekommen die Kinder nun sogar frische Milch. 2019 soll dann auch ein eigenes Kindergartengebäude stehen.

Das Engagement der Bottroper überzeugte den Oberbürgermeister. Schnell ist Bernd Tischler nach den Berichten aus dem afrikanischem Land und von den Taten begeistert: „Ich bin beeindruckt, was Sie hier auf die Beine gestellt haben.“ Er möchte die Erfolgsgeschichte unterstützen und überreichte den Gästen aus Ruanda einen Scheck. Für die Kindergartenkinder gibt es ein Bilderbuch aus und über Bottrop. Aber auch Louise Uwimana hatte ein Präsent mitgebracht: eine große Packung Tee und Kaffee für den Oberbürgermeister. Der zeigte sich gerührt und bedankte sich mit einer Umarmung.

Tischler sagte Unterstützung noch auf einem anderen Gebiet zu, einer Art Sponsoring. In Ruanda ist die Energieversorgung rückständig, geheizt wird häufig mit offenen Feuerstellen. Weil Bottrop umfangreiches Transferwissen im Bereich Klimaschutz entwickelt hat (Stichwort Innovation City), soll dies auch dem afrikanischen Dorf zugänglich gemacht werden.

Verein mit einer Erfolgsgeschichte

■ Der Förderverein zählt inzwischen 41 Mitglieder. Geld beschafft er unter anderem über Sportturniere. Im Winter ist ein Stand auf dem Weihnachtsmarkt geplant

■ Auch das Heinrich-Heine-Gymnasium unterstützt den Förderverein. Schüler bringen sich ein und werden zu aktiven Mitgliedern.

Herzlich bedankte sich OB Bernd Tischler für das Präsent, das ihm Louise Uwimana überreichte. Rechts im Bild Dr. Pascal Bataringaya (Foto: Heinrich Jung)
Herzlich bedankte sich OB Bernd Tischler für das Präsent, das ihm Louise Uwimana überreichte. Rechts im Bild Dr. Pascal Bataringaya (Foto: Heinrich Jung)

Quelle: Olivia Schlumm / WAZ 14.9.2018

Ex-HHG-Schüler [Päd.-Prof.] zum Lehrerberuf

Wie der Lehrerberuf wieder attraktiver wird

Vertrauen statt Vorschriften und Sanktionen: Bildungsforscher Heinz-Elmar Tenorth fordert, dass Schulen mehr Autonomie erhalten / Beatrix Fricke / © Berliner Morgenpost 01.09.2018

 

Ist der Lehrermangel ein typisch deutsches Problem? Sind die Bedenken Quereinsteigern gegenüber gerechtfertigt? Welche Alternativen gibt es, um Engpässe im Schulsystem aufzufangen? Darüber sprachen wir mit Prof. Dr. Heinz-Elmar Tenorth, Experte für Historische Bildungsforschung. Von 1991 bis 2011 lehrte er am erziehungswissenschaftlichen Institut der Humboldt Universität.

Herr. Prof. Tenorth, kein Tag vergeht, an dem nicht über die Personalnot an den Schulen geklagt wird. Wie konnte es überhaupt dazu kommen?

Tatsächlich ist der strukturelle Lehrermangel gravierend. In naher Zukunft werden Prognosen zufolge bundesweit 50.000 Lehrer fehlen, insbesondere an Grundschulen und berufsbildenden Schulen. Leider hat es lange Zeit eine gewisse Nonchalance auf Seiten der Politik gegeben, Warnungen wurden als Propaganda der Lehrerverbände dargestellt. Doch auch wenn der Mangel an Lehramtsabsolventen berechenbar ist, ist er nicht so schnell steuerbar und Lücken sind schwer zu schließen.

Warum?

Etwa ein Drittel der Lehramtsstudenten scheidet während des Studiums aus. Es ist ja durchaus gut, wenn ein Student erkennt, dass der Beruf doch nicht passt. Doch Fakt ist auch, dass der Lehrerberuf nicht der attraktivste ist. Die Zahl der Studierenden ist in den vergangenen Jahren auf ein Rekordniveau von 2,8 Millionen gewachsen, doch die Zahl der Lehramtstudenten stagniert. Ich laste das auch der Reform der Lehrerbildung an. Sie hat dazu geführt, dass universitären Ausbildung zum Versuchsfeld wurde, die Fachkompetenz leidet, auch die Einführung in die Praxis während des Referendariats und in der Berufseinmündung kommt zu kurz. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Lehrer durch höhere Qualitätsstandards, Migration, zunehmende Geburtenzahlen, die digitale Bildung, Inklusionserwartungen. Mit anderen Worten: Die Arbeitsbedingungen sind schwierig, das Ansehen ist mäßig, die Bezahlung nicht besonders gut. Das wertet den Lehrerberuf ab. Und das ist in anderen Ländern anders.

Zum Beispiel?

In der Schweiz und in Skandinavien sind die Schulen besser in den Gemeinden verankert und das Personal genießt ein hohes Ansehen. In Finnland gibt es für das Lehramtsstudium sogar Zulassungsbegrenzungen wie bei uns in der Medizin. Das hat viel mit Schulpolitik zu tun, insbesondere der Autonomie, die die Schulen dort genießen. Das gab es früher auch in Deutschland, selbst bei preußischen Gymnasien: Außer der Abiturregulierung gab es keine detaillierten Regularien – und es hat funktioniert. Heute jedoch wacht die Bildungsverwaltung wie ein Anstaltsdirektor über allem, es wird hineinregiert und sanktioniert. Wir müssen unsere Schulen wieder autonomer machen, sowohl finanziell als auch personell und curricular.

Was würde das nützen?

Lehrer wollen gestalten, nicht ständig reguliert und sanktioniert werden. Das würde dem Lehrerberuf auch wieder mehr Ansehen verschaffen. Ich schlage vor, dass Politik und Verwaltung ein Jahr lang mal gar nichts tun, sondern einfach nur den Schulen und Lehrern vertrauen. Es sollte keine neuen Maßnahmen und irritierende Interventionen geben, sondern nur Unterstützung, Förderung, realistische Zielvereinbarungen – und Entlastung. Was Schule heute leisten soll, ist völlig übersteigert. Die Schule ist nicht der Reparaturbetrieb aller Übel der Gesellschaft.

Erwarten wir also zu viel vom Schulsystem?

Zumindest wird vom einzelnen Lehrer zu viel erwartet. Aber schon die Minimalbedingungen für kultivierten Unterricht sind nicht überall gewährleistet: dass eine Schule sauber, sicher und ordentlich ist, dass das Sekretariat erreichbar ist, dass Unterstützungspersonal existiert. Und auch die Eltern könnten noch mehr unterstützen. Sie können am ehesten dafür sorgen, dass das Regiment der Schule funktioniert: schon indem sie ihre Kinder zu Pünktlichkeit, Ordnung und Fleiß anhalten, sie satt zur Schule schicken und die schulische Arbeit und die Lehrer wertschätzen und unterstützen. Das könnte noch ausgebaut werden. Man darf nicht alles vom Staat erwarten. Die Schule kann nicht allein die Erziehungsleistung erbringen. Es wäre auch schön, wenn die Eltern nicht nur die Karriere ihrer eigenen Sprösslinge im Blick haben, sondern gemeinschaftlich denken und fordern.

Trotz aller Widrigkeiten stellen sich Quereinsteiger dem Schulsystem zur Verfügung – und ernten statt Anerkennung häufig Misstrauen oder sogar Ablehnung. Ist das gerechtfertigt?

Ich verstehe die Abwehr von Gewerkschaften und Verbänden. Die erreichte Professionalisierung durch Studium, Referendariat und Eingewöhnung in der Schule ist wichtig. Aber es ist ja nicht so, dass mit Quereinsteigern völlig inkompetente Menschen in die Klassen geschickt werden. Wenn ich einen Physiker im Fach Physik einstelle, bringt er die notwendige Fachkompetenz mit. Wenn ich einen Muttersprachler beschäftige, kann er durch seine Sprach- und Kulturkenntnisse das ganze Fach befruchten. Ein Ingenieur für die Berufsschule ist praxiserfahrener als ein Lehrer, der vor 20 Jahren studiert hat.

Also sind die Bedenken haltlos?

Nein, das nicht. Die Quereinsteiger sind derzeit unentbehrlich, weil sie in einer dramatischen Notlage dafür sorgen, dass Schule überhaupt stattfinden kann. Aber ihr Einsatz muss eine zeitbezogene Maßnahme sein. Und sie müssen unbedingt nachqualifiziert werden und zum Beispiel Mentoren mit ausreichender Zeit an die Seite gestellt bekommen. Das passiert aktuell nicht hinreichend und damit richtet man meines Erachtens Unheil an. Noch bedenklicher finde ich den Einsatz der LovLs. Da muss man fachlich und pädagogisch nachqualifizieren.

Wie soll das gehen?

Im Moment muss man vor allem helfen, dass die Quereinsteiger im alltäglich drohenden Chaos überleben. Schüler und Eltern müssen nachsichtig sein, erfahrene Lehrer die neuen unterstützen und selbst dafür Anerkennung finden. Man muss ja lernen, die Schule als Lerngelegenheit zu gestalten, die pädagogischen Möglichkeiten zu nutzen, um das drohende Chaos zu organisieren – angefangen bei Sitzordnungen über Lerngruppen, Arbeitsabläufe und die Konstruktion anregender Aufgaben. Das muss ein Neueinsteiger lernen und das kann man auch nachlernen – übrigens am besten sowieso in der schulischen Praxis.

Prof. Dr. Heinz-Elmar Tenorth ist Experte für Historische Bildungsforschung (Foto: Poklekowsk)
Prof. Dr. Heinz-Elmar Tenorth ist Experte für Historische Bildungsforschung (Foto: Poklekowski)
Prof. em. Dr. Dr. h.c. Heinz-Elmar Tenorth ist emeritierter Professor für Historische Erziehungswissenschaft am Institut für Allgemeine Pädagogik der Humboldt-Universität zu Berlin. 1965 Abitur am Heinrich-Heine Gymnasium Bottrop – damals noch Städtisches Jungengymnasium. 

Ex-HHG-Schüler in der FAS zum maroden staatlichen US-Schulsystem

Diplome für alle

Nur ein amerikanischer Präsident hat je seine Kinder auf eine staatliche Schule in Washington geschickt – denn die zählen zu den schlechtesten des Landes. Eine Schulreform sollte mehr Schüler zum Abschluss führen und machte so alles noch schlimmer. Von Markus Günther / FAS 26.8.2018

Dr. Markus Günther, geboren 1965 in Bottrop, machte am Heinrich-Heine Gymnasium 1986 sein Abitur, studierte Geschichte und Politikwissenschaften, bevor er für verschiedene Zeitungen tätig war.  Er ist Autor der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und lebt in Washington, D.C.

Märchenhaft, anders kann man es nicht nennen. Vor zehn Jahren begann die Reform der völlig desolaten Schulen in Washington. Sie verlief so erfolgreich, dass man mitunter seinen Augen nicht traute, wenn wieder neue Fortschritte vermeldet wurden. Die Noten wurden immer besser, die Schüler immer schlauer, die Lehrer immer beliebter. Die Disziplin an den Schulen stieg, die Zahl der Abschlüsse auch, die Zahl der Problemfälle und Schulverweise sank. Der damalige amerikanische Präsident Barack Obama hielt vor nationalem Publikum eine Lobrede auf das Washingtoner Erfolgsmodell, das ein Vorbild für alle Schulen in den Vereinigten Staaten sein müsse. Das Magazin „Time“ setzte die strahlende Schuldezernentin Michelle Rhee mit einem eisernen Besen in der Hand aufs Cover und feierte sie als siegreiche Heldin im Kampf gegen die verkrustete Bürokratie. Mehr Ehre geht gar nicht.

Manche Ergebnisse waren einfach zu schön, um wahr zu sein – etwa an der Ballou High School in Washingtons Schwarzen-Getto. Die Schule war vormals von Problemen aller Art gebeutelt. Dass sie 2017 dann alle 164 Schüler der Abschlussklasse zum erfolgreichen High-School-Diplom führen konnte, überstieg die kühnsten Erwartungen in der Stadt. Schließlich hatte in Washington vor zehn Jahren nur die Hälfte aller Achtzehnjährigen die Schule mit einem Abschluss verlassen.

Wie war dieser märchenhafte Erfolg nur möglich? Um das besser zu verstehen, studierte Kate McGec, Reporterin des Hörfunksenders NPR, die Akten der Schule. Zwischen Mai und November 2017 interviewte sie Schüler und Lehrer, besuchte Eltern und Ehemalige. Doch fand sie nicht das Erhoffte – weder die pfiffigen Lehrer noch die innovativen Methoden, keine wirkungsvolle Reformpädagogik und keinen durchschlagenden Förderunterricht. Alles, was sie fand, waren Lug und Trug: Die Ballou High School hatte die Diplome praktisch an alle Schüler verschenkt, unabhängig davon, welche Leistungen sie erbracht hatten oder ob sie überhaupt am Unterricht teilgenommen hatten. Jeder zweite Absolvent hatte mehr als drei Monate des Schuljahres unentschuldigt gefehlt, jeder Fünfte hatte sogar mehr als die Hälfte des Jahres geschwänzt, viele andere waren in den entscheidenden Tests durchgefallen. Sogar Schüler, die sich praktisch nie hatten blicken lassen, bekamen zum Abschied von ihrer Schule ein Diplom aber auch solche, die wegen Gewalt- und Drogendelikten aufgefallen waren. Spätere Nachforschungen zeigten, dass mehrere Schüler des Abschlussjahrgangs nach gängigen Maßstäben kaum lesen und schreiben konnten – was darauf hindeutet, dass sie schon in früheren Jahren kaum am Unterricht teilgenommen hatten.

Den Meldungen über die skandalösen Zustände an Ballou High folgte die öffentliche Empörung und dann die nüchterne Erkenntnis, dass Ballou keine Ausnahme, sondern der Normalfall in Washington war. Es stellte sich heraus, dass die anderen Highschools es genauso gemacht hatten. Sie waren nur nicht so doof, die Absolventenquote auf hundert Prozent hochzuschrauben. Sondern ließen wenigstens ein paar Schüler durchfallen, um den Schein zu wahren.

Als vor kurzem das neue Schuljahr zu Ende ging und diesmal unter den Blicken einer misstrauisch gewordenen Öffentlichkeit alles mit rechten Dingen zugehen musste, kam die traurige Wahrheit ans Licht: Nur 58 Prozent aller Schüler in Washington haben den Abschluss in diesem Jahr tatsächlich geschafft und damit die Eintrittskarte zum College erworben. Damit ist man nach zehn Jahren Schulreform und politischer Selbstbeweihräucherung wieder etwa dort, wo man damals angefangen hat: Washingtons Schulen ebnen nur der Hälfte aller Schüler den Weg zu Berufsausbildung oder College und entlassen die andere Hälfte in die weitere Verwahrlosung, Verdummung und Verarmung. Über Jahrzehnte standen ausgerechnet die Schulen der amerikanischen Hauptstadt am untersten Ende der nationalen Statistik, dann stiegen sie bis fast an die Spitze auf. Jetzt sind sie wieder ganz unten angekommen.

Natürlich hat Washington nicht nur die schlechtesten Schulen Amerikas, sondern auch die besten. Doch dabei handelt es sich um Privatschulen, die im Grundschulalter etwa 10.000 bis 20.000 Dollar pro Kind und Schuljahr kosten, in der Highschool sogar 25.000 bis 40.000. Ganz so unsozial, wie es klingt, ist das nicht: Praktisch alle Privatschulen bieten für begabte Schüler aus weniger wohlhabenden Familien großzügige Stipendien an, in manchen Fällen werden über 40 Prozent aller Schüler finanziell gefördert. Doch unterm Strich ist das nur eine Chance für wenige Begabte, deren Eltern sich für die Ausbildung ihrer Kinder kräftig ins Zeug legen. Für die meisten anderen bleiben nur die staatlichen (gebührenfreien) Schulen und mit ihnen die Reise in die soziale und berufliche Sackgasse. Wer in Washington lebt und es sich irgendwie leisten kann, schickt seine Kinder auf Privatschulen oder zieht in einen der Vororte in Maryland oder Virginia, wo die öffentlichen Schulen deutlich besser sind. Amerikanische Präsidenten sind in diesem Zusammenhang zwar kein Maßstab. Es ist aber vielsagend, dass in den letzten hundert Jahren mit Jimmy Carter nur ein einziger Präsident das Experiment wagte, seine Kinder auf eine staatliche Schule in Washington zu schicken. Dagegen entschieden so unterschiedliche Präsidenten wie Bill Clinton, George W. Bush, Barack Obama und Donald Trump die Schulfrage für ihre eigenen Kinder ganz ähnlich und wählten die besten (und teuersten) Privatschulen.

Man kann es ihnen nicht verdenken. In Washington muss man beim Besuch einer staatlichen Highschool vieles in Kauf nehmen: flughafenähnliche Sicherheitskontrollen für alle Schüler und Lehrer etwa, deren Rucksäcke am Eingang auf Waffen und Drogen kontrolliert werden. Streifenwagen, die am Ende des Schultages vor dem Gebäude patrouillieren. Oder die heruntergekommenen Klassenzimmer. Die verschiedenen Untersuchungskommissionen, die nach dem Skandal an Ballou High eingesetzt wurden, förderten haarsträubende Details zutage: Mehr als ein Viertel aller Lehrer in Washington hat keine Zulassung und hätte nie als Lehrer eingestellt werden dürfen; die Plätze an den begehrten staatlichen Förderschulen wurden vorzugsweise an Politikerkinder vergeben; der Rückgang der Disziplinarmaßnahmen ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Lehrer die Schulverweise nicht länger dokumentierten, um so die Statistik zu schönen. Kaum ein Tag vergeht ohne neue Details, die jeder Beschreibung spotten. Der neue Schuldezernent Antwan Wilson musste nach kurzer Zeit wieder zurücktreten, weil er sein Kind durch Beziehungen auf eine bessere Schule in einem anderen Stadtteil bugsierte und dabei 600 Plätze auf der Warteliste übersprang.

Leidtragende der desolaten Zustände in Washingtons Schulen sind vor allem die Jugendlichen und dabei besonders die Schwarzen. Gut 60 Prozent der Einwohner Washingtons sind Afroamerikaner, aber an den staatlichen Highschools der Stadt sind weit über 90 Prozent Schwarze, weil die Weißen auf Privatschulen ausweichen. Untersuchungen zeigen ein radikales Gefälle zwischen schwarzen und weißen Teenagern: In Mathematik zum Beispiel bestehen nur sieben Prozent der schwarzen Achtklässler Washingtons den nationalen Standardtest eine winzige Minderheit also. Unter weißen Achtklässlern in Washington sind es 72 Prozent.

Gerade die Testergebnisse, so sah es das lange gepriesene Reformmodell vor, sollten zum Maßstab des Fortschritts genommen werden. Doch wie sich jetzt zeigt, ging der Schuss nach hinten los: Viele Lehrer halfen aktiv mit, um die Ergebnisse ihrer Schüler aufzubessern, oder ließen Tricks und Täuschungen ausdrücklich zu. Das führte naturgemäß zu phantastischen Testergebnissen und erregte schon am Anfang der Reform vor zehn Jahren Misstrauen. Verschärfte Kontrollen führten später zu einem Einbruch der Testergebnisse. Schon damals wurde eine Kommission eingesetzt, die die wundersame Entwicklung der Washingtoner Mathematikkenntnisse untersuchen sollte. Sie konnte aber keine systematischen Täuschungen nachweisen.

Lehrer und Direktoren berichten von dem Druck, unter dem sie seit Beginn der Reform standen: „Jedes Jahr hatte ich eines dieser Treffen mit der Stadtverwaltung, in dem mir neue Ziele für das Schuljahr ausgegeben wurden. Ich habe gesagt, dass das unrealistisch ist, aber die haben nur freundlich gelächelt. Es gab auch kein Gespräch darüber, es war einfach eine Anweisung“, berichtet Richard Jackson, inzwischen pensionierter Direktor der Coolidge High School in Washington. Er und seine Kollegen wussten, dass alle versetzt oder entlassen wurden, die die Ziele verfehlen. Nach amerikanischem Arbeitsrecht ist das ohne große Umstände möglich.

Als verhängnisvoll erwies sich im Rückblick auch das System der Leistungsanreize für Lehrer, das Rhee 2008 einführte. Es sah vor, dass Lehrer einen jährlichen Bonus bekommen können, der sich nach den vereinbarten Erfolgskriterien richtete: Bessere Testergebnisse pro Klasse etwa. Wie jetzt herauskam, führte das nicht nur zu Betrügereien und dreisten Fälschungen. Es wurden auch Schwerpunkte verschoben: Weil etwa Physik und Biologie nicht in den nationalen Tests Vorkommen, wurde der Unterricht in diesen Fächern von vielen Lehrern eigenmächtig zurückgefahren. So sollte mehr Zeit gewonnen werden, um die Schüler auf die Tests vorzubereiten.

Bonus und Prämien der Schulleiter richteten sich in diesem System nach der Quote der bestandenen Abschlussprüfungen (was zur Hundert-Prozent-Quote an Ballou High führte), aber auch nach dem Rückgang der Disziplinarmaßnahmen. Viele Schulverweise wurden deshalb diskret verschwiegen, um dem Schulleiter nicht den Bonus zu vermasseln. Stattdessen etablierte sich ein formloses System, in dem die Lehrer Schüler aus dem Unterricht warfen oder nach Hause schickten, ohne den Vorfall zu melden.

Zur Reform gehörte auch, die Aufsicht über das Schulwesen direkt dem Bürgermeister zu unterstellen. So sollte an der Stadtspitze das Verantwortungsbewusstsein geschärft werden. Doch Kritiker meinen, dass auch das kontraproduktiv war: Washingtons Bürgermeisterin Muriel Bowser, die in diesem Jahr zur Wiederwahl steht, soll über Jahre Druck auf die Mitarbeiter ausgeübt haben, gute Zahlen zu liefern wohl wissend, dass sie damit politisch punkten kann. Die parteilose Stadtverordnete Elissa Silverman sagt dazu: „Es gibt in unserer politischen Kultur eine Bereitschaft, fast alles zu tun, Manipulation der Statistik eingeschlossen, wenn es nur irgendwie zeigt, dass es mit den Schulen in Washington endlich aufwärtsgeht.“ Die Bürgermeisterin äußert sich in ihren Wahlkampfreden diplomatisch. Von den himmelschreienden Missständen will sie nichts gewusst haben, und die Schulen sieht sie immer noch auf einem guten Weg: „Wir haben trotz der jüngsten Vorkommnisse insgesamt gute Fortschritte gemacht.“ Mary Cheh, Demokratin wie die Bürgermeisterin und Stadtverordnete, sieht das anders: „An unseren Schulen gibt es nach wie vor Diplome für Analphabeten.“

Zu den Kollateralschäden der Washingtoner Schulreform gehören auch sagenhafte Kosten von drei Milliarden Dollar. Die wurden vor allem in Prestigeobjekte wie den olympischen Wettkampfpool der Wilson High School investiert. Von den schwarzen Schülern wird der nun kaum genutzt, dafür aber von den ganz überwiegend weißen Schwimmvereinen in Washington. Auch die Prämien und Boni für Lehrer, Direktoren und leitende Beamte im Schulamt haben Millionen verschlungen und die laufenden Kosten der Schulen in Washington auf nationale Rekordhöhe getrieben. Das alles wurde lange damit gerechtfertigt, dass diese Investitionen ja den Schülern in Washington zugutekommen und die besseren Noten und Schulabschlüsse den Reformern recht gäben.

Das müsste nun im Umkehrschluss dazu führen, dass die Reform neu und kritisch bewertet wird, dass man sich von Täuschungen und Selbsttäuschungen verabschiedet. Doch dass nach diesen Enthüllungen demnächst einiges besser wird, muss bezweifelt werden. Denn bislang hat die Stadt Washington nur eine einzige ihre Schulvorschriften aufgrund des Skandals geändert: Auch wer mehr als vier Wochen pro Halbjahr unentschuldigt fehlt, kann künftig ein Diplom bekommen. Außerdem müssen Lehrer ihren Schülern Nachholtermine für Aufgaben und Prüfungen anbieten, die sie verpasst haben, wenn sie mal wieder die Schule schwänzten. Die bisherigen Regeln, so das Schulamt, seien einfach zu streng gewesen. „Mit den neuen Regeln unterstützen wir unsere Schüler und tragen ihren Lebensumständen besser Rechnung“, sagt die neue Schuldezernentin Amanda Alexander. Außerdem sollen auch Lehrer ohne formale Zulassung erst einmal ihre Stelle behalten. Begründung: „Diese Lehrer sind ja nicht unqualifiziert, nur weil sie keine formale Zulassung haben.“ Vieles spricht also dafür, dass das Märchen von der erfolgreichen Schulreform in Washington weitergehen kann.

Die einst wie ein Guru gefeierte Schulreformerin Michelle Rhee hat Washington ohnehin längst verlassen und predigt nach Jahren in Kalifornien neuerdings in Tennessee die Segnungen ihrer kompromisslosen „datenbasierten Schulpolitik“. Ihre eigenen Kinder, erfuhren die erstaunten Zeitungsleser in Washington vor einer Weile, besuchen Privatschulen.

Wir sind zusammen groß – Oasentag 2018

„Wir sind zusammen groß, wir sind zusammen stark. Komm lass´ ein bisschen noch zusammen bleiben.“ So heißt es im Sommerhit von Clueso, der in diesem Jahr – nicht zuletzt bei der Sportberichterstattung – zu großer Beliebtheit aufstieg. Dieses Motto lässt sich ohne Weiteres auch auf den Oasentag projezieren, zu dem zum sechsten Mal unser Schulpastoralteam vom HHG rund um Herrn Heek am 04.Juli in die St.Elisabeth-Kirche eingeladen hat. Alle evangelischen und katholischen Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 versammelten sich bei schwülwarmen Außentemperaturen, um dieses Erlebnis „zusammen“ bestreiten zu können.
Um kurz nach 8 Uhr läutete Christiane Hartung, Gemeindereferentin von St.Elisabeth, den ereignisreichen Tag ein, den die etwa 90 Schülerinnen und Schüler in Begriff waren, zu erleben. Es wurden zehn Gruppen gebildet, die fernab persönlicher Präferenzen zufällig entstanden sind und in den kommenden zwei Stunden gemeinsam die zehn Stationen der Kirche durchliefen. Diese Stationen zeichneten sich durch ihre inhaltliche Vielschichtigkeit aus. Hauptaspekt war allen voran das Vertrauen zu anderen Mitschülern, welches an diesem Tag gestärkt wurde, indem man sich beispielsweise in einer Schubkarre durch einen Parcours fahren ließ. Außerdem war die Hilfestellung anderer Mitschüler beim Balancieren auf der Slackline oder beim Fahren mit Pedalos ein weiterer wesentlicher Aspekt – eben „Wir sind zusammen stark“. Zwischen diesen aktiven Übungen wurden auch immer wieder solche Stationen eingebaut, die durch Selbstreflexion und Zusammenhalt herausstachen. Sowohl beim Rundtuch als auch dem Bewegen eines in der Mitte liegenden Balles mit Seilen, der Effekt der verschiedenen Erlebnisse zeigte, dass gewisse Ziele nur zusammen erreicht werden können. Gemäß des Mottos des Oasentags „ICH + DU = WIR“ erlernten die Stufenkameraden wichtige Eigenschaften für ein gelungenes Stufenklima.
Nach 30 Minuten Frühstückspause wurden die Gruppen neu eingeteilt und die Schüler auf sechs verschiedene Workshops verteilt. Zu den Altbekannten gehört das Pinguin-Prinzip, das auf Eckart von Hirschhausen zurückzuführen ist und in dem die Schüler ihre Stärken und Schwächen reflektieren sowie über zu schnelles Urteilen diskutieren sollten. Die Polarexpedition zeigte den Schülerinnen und Schülern einmal mehr auf, dass nur gemeinsam der Raum über Stühle verlassen werden kann, wenn man den Boden nicht berühren darf. Anschließend kamen sie ins Gespräch darüber, welche Rolle Kreativität und Kommunikation bei einer solchen Mission haben und inwieweit die Position des einzelnen innerhalb der Gruppe etwas über seine Persönlichkeit aussagt. Außerdem traten drei Gruppen zum Turmbauwettbewerb an. Mithilfe von Altpapier und Tesafilm sollte in 30 Minuten jeweils ein Turm geschaffen werden, der nach den Kriterien der Optik und der Größe sowie einer gruppeneigenen Arbeitsreflexion bewertet wurde. Man arbeitete mit bislang eher fremden Mitschülern zusammen und lernte nicht nur eine Menge über sich selbst, sondern sammelte vor allem praxisnahe Erfahrungen über die Wichtigkeit von Planung, Teamwork und Reflexion.
Hinzu konnten drei im vergangenen Jahr angelaufene Workshops den Schülern der diesjährigen Jahrgangsstufe 8 erneut angeboten werden. Eine Gruppe beschäftigte sich mit den Grundlagen der Europäischen Union sowie dem Zusammenhang der Würde des Menschen mit der Bibel, die musikalische Schiene wurde abgedeckt, indem die Schüler den Versuch unternahmen, mit einfachen Mitteln und Instrumenten zusammen einen Rhythmus zu entwickeln. Der speziellste Workshop nannte sich „Crossroads“, denn die Schüler begaben sich auf einen Außeneinsatz. In Dreiergruppen war es ihre Aufgabe, gemäß des Touch-and-Go-Prinzips in der Innenstadt Schokoriegel an fremde Menschen zu verteilen. Die Schwierigkeit bestand dabei darin, die Menschen anzusprechen, ein kurzes Gespräch anzuleiten und beim Schenken des Riegels auf deren Reaktion zu achten.
Gegen 12.30 Uhr neigte sich der Oasentag nach dem gegenseitigen Vorstellen der Workshops langsam dem Ende. Für den einen oder anderen mag er als erträglicher Ersatz eines Schultages wirken, aber für die Entwicklung des klassenübergreifenden Zusammenhalts und die Reflexion der Schülerinnen und Schüler bezüglich wichtiger Themen wie Teamarbeit oder Persönlichkeit stellt er sich im Nachhinein immer als sehr erfolgreich heraus. „Denn nur zusammen ist man nicht allein“, singen Clueso und die Fantastischen Vier in ihrem Song – auch an diesem Tag hat man wieder gemerkt, so wirklich Spaß macht das Leben nur mit anderen Menschen.

von Tristan Berghoff

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