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Schüleraustausch beginnt mit HHG

Mit Rainer Hürter und seinen Klassenkameraden begann 1968 der enge Kontakt zwischen dem Gymnasium und Schulen der französischen Partnerstadt Tourcoing

Wenn ich an Tourcoing denke, erinnere ich mich an …: So sollen die Erinnerungssätze beginnen, die viele Bottroperinnen und Bottroper an ihre nordfranzösische Partnerstadt haben. Zu sehen sind sie ab dem 8. Juni im Kulturzentrum. Dann beginnt nämlich nicht nur das Stadtfest, sondern auch die nächste Ausstellung des Stadtarchivs, das damit an die Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrags zwischen beiden Städten vor nunmehr 50 Jahren erinnert.

„Wenn ich an Tourcoing denke, erinnere ich mich an jahrzehntelange Kontakte zu Schülern und Kollegen, die zum Teil noch heute meine Freunde sind“, sagt Rainer Hürter. Der Kommunalpolitiker und ehemalige Französischlehrer am Heinrich-Heine-Gymnasium (HHG) gehörte 1968 zum ersten Jahrgang seiner Schule, des alten Jungengymnasiums, mit dem der offizielle Schüleraustausch begann. Dass er später selbst einmal an seiner alte Penne unterrichten würde, hatte Hürter (Jahrgang 1950) sich damals jedenfalls nicht träumen lassen. „Wir waren 13 Primaner, die sich mit den Lehrern Klaus Kayser und Roland Trottenburg nach Tourcoing aufmachten“, erinnert sich der inzwischen pensionierte Oberstudienrat. „Für mich war es die erste Frankreich-Tour überhaupt. Und nur mit Klassenkameraden längere Zeit von zu Hause fort zu sein, war ebenfalls eine neue Erfahrung.“

Obwohl der Krieg damals keine 25 Jahre vergangen, die Aussöhnung mit dem einstigen „Erbfeind“ und Kriegsgegner und die deutsch-französische Freundschaft seit Adenauer und de Gaulle noch ein zartes Pflänzchen war, gingen die Gymnasiasten von einst recht unpolitisch auf große Abschlussfahrt.

Es sei eher um die Sprachkenntnisse, das Kennenlernen der anderen Kultur, Küche und Lebensart gegangen, sagt Rainer Hürter. Er lacht immer noch, wenn er über einem Zeitungsbericht von damals liest „Bottroper Schülern schmeckte Fenchel nicht“. Seine Austauschfamilie lebte damals mit vielen Kindern in einem Hochhaus. Hürter dagegen wuchs behütet an der Luggesmühle auf. Das bis heute straffe fast militärische, Schulsystem des Nachbarlandes fiel schon damals in den ungleich strengeren 60er Jahren den Bottroper Jungs auf.

Seither wird der Austausch mi der Partnerstadt gefördert und ist so findet Rainer Hürter, politischer, vielfältiger und bunter geworden. Paris gehöre heute immer zum Programm, so der Lehrer, der zu seiner aktiven Zeit den Austausch zwischen Tourcoing und dem HHG koordinierte.

Gerade jetzt, angesichts von Brexit, Rechts- und Linkspopulismus, der prekären Situation in Polen und Ungarn, sollten die Kontakte eher verstärkt als zurückgefahren werden, so der CDU-Politiker.

Von Dirk Aschendorf / WAZ Bottrop vom 22.4.2017

HHG-Hürter

Rainer Hürter gehörte nicht nur 1968 zu den ersten Austauschschülern
zwischen dem Bottroper HHG und Tourcoing. Er koordinierte später
viele Jahre an seiner alten Penne selbst die Touren in die Partnerstadt.

Ex-HHG-Schülerin arbeitet im Friedensdorf Oberhausen

Maria Tinnefeld war noch nicht auf der Welt, als das Friedensdorf Oberhausen gegründet wurde. Heute arbeitet die Bottroperin da: Extrem sinnvoll.

„Wann nach Hause? Wann nach Hause?“ Der kleine dunkelhäutige Junge bestürmt Maria Tinnefeld beim Gang durch das Friedensdorf Oberhausen. „Es dauert noch“, erklärt sie ihm. „Erst wenn du ganz gesund bist, kommt das Flugzeug.“ Der Junge ist einer von vielen kleinen Patienten, die nach schweren Krankheiten oder Operationen im Friedensdorf gesund gepflegt werden. „Fünf?“, fragt er nochmal und streckt fünf Finger hoch. „Nein, noch länger“, sagt ihm Maria Tinnefeld.

Seit zehn Jahren arbeitet die Bottroperin im Friedensdorf, das vor 50 Jahren gegründet wurde, lange bevor sie selber das Licht der Welt erblickte. Gegründet wurde es von Oberhausener Bürgern, die Verantwortung übernehmen wollten für Kinder aus Kriegsgebieten und damals an ein Provisorium und vorübergehende Hilfe dachten. Die Einrichtung besteht bis heute und wird weiter dringend gebraucht. Anfang des Jahrtausends wurde die Anlage komplett saniert und teils neu gebaut.

Nach dem Abitur als Praktikantin angefangen

Damals war auch Maria Tinnefeld schon dabei. 1999 hat sie am Heinrich-Heine-Gymnasium ihr Abitur gemacht und nach einem Praktikumsplatz gesucht. Sie dachte an ein Kinderheim und bekam von einer Freundin den Tipp: Friedensdorf Oberhausen. „Das kannte ich bis dahin gar nicht, obwohl es ja nur zehn Kilometer von Bottrop entfernt ist. Als ich hier ankam, war da eine bunte Traube von Kindern“, erinnert sich die heute 36-Jährige.

Drei Monate wollte sie damals eigentlich bleiben. „Ich habe drei Mal verlängert.“ Schon als Praktikantin konnte sie 2000 mit auf einen Auslandseinsatz, drei Tage Angola, um Kinder von dort nach Deutschland zu bringen. Damals hat es sie gepackt.

Sozialpädagogik studiert

Sie hat dann Sozialpädagogik studiert und den Schwerpunkt auf interkulturelle pädagogische Friedenserziehung gelegt. Nach dem Studium hat sie direkt in Oberhausen angefangen. „Hier findet sich die ganze Weltgeschichte wieder“, sagt sie. Die Folgen von Kriegen, Not und Elend sind bis ins Friedensdorf zu spüren. Sie macht Auslandseinsätze und Organisation und ist seit dem Sommer auch Sprecherin des Friedensdorfes.

300 Kinder aus acht Ländern werden betreut, die eine Hälfte im Dorf, die andere in Krankenhäusern. Bei der Gründung im Juli 1967 wollten die Initiatoren Kindern aus dem Nahen Osten und Israel helfen. Die Hilfe wurde nicht gebraucht, weil der Krieg nach sechs Tagen zu Ende ging.

Die ersten Kinder kamen 1967 aus Vietnam

Die Geschichte des Friedensdorfes beginnt so eigentlich mit der Behandlung von Kindern während des Vietnamkrieges, im Dezember 1967 kamen die ersten. Schon damals war der Plan, dass die Kinder nach der Behandlung in ihre Heimat zurückkehren. Bis heute hat das Friedensdorf enge Kontakte zu Vietnam, auch wenn es hier keine Einzelfallhilfe mehr gibt.

Die ist derzeit vor allem in Afghanistan und Angola notwendig. Die Kinder werden den Helfern vor Ort von ihren Eltern gebracht und mit nach Deutschland genommen, wenn ihre Verletzungen, Infektionen, angeborene Fehlstellungen und Krankheiten wegen der unzureichenden medizinischen Versorgung in ihrer Heimat nicht behandelt werden können.

Krankenhäuser in ganz Deutschland versorgen die Kinder kostenlos. Eines davon ist das Marienhospital in Bottrop, das Kinder in die Kinderklinik und die Orthopädie aufnimmt. „Das ist ein ganz großer Gewinn für uns“, freut sich Maria Tinnefeld.

Kinder werden gesund gepflegt

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus werden sie im Friedensdorf gesund gepflegt, erhalten Therapien, Prothesen und Medikamente. Mit Medizin und Hilfsmitteln werden sie bei Bedarf auch nach ihrem Rückflug weiter kostenlos versorgt. Manche bleiben ihr Leben lang darauf angewiesen.

Im Schnitt bleiben die Kinder sechs Monate in Deutschland, berichtet Maria Tinnefeld. „Sie wollen unbedingt wieder wieder nach Hause“, ungeachtet aller Not und Armut. Und so wird sie mit Fragen bestürmt, wenn sie durch Dorf läuft: „Wann nach Hause?“ Bald.

DAS FRIEDENSDORF BRAUCHT SPENDEN

Aus drei Säulen besteht die arbeit des Friedensdorfes Oberhausen: Die größte ist immer noch die Einzelfallhilfe für verletzte und kranke Kinder in Deutschland, die aber immer schwieriger wird, weil sich der Kostendruck der Krankenhäuser auswirkt. Zweite Säule die Arbeit vor Ort, wo beispielsweise Basisgesundheitsstationen aufgebaut werden. Dritter Bereich ist die Bildungsarbeit mit Kinder- und Jugendgruppen, die das Friedensdorf besuchen.

Das Friedensdorf finanziert seine Arbeit durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. Gut fünf bis sechs Millionen Euro müssen jährlich aufgebracht werden. Spenden sind möglich bei der Sparkasse Oberhausen auf das Konto IBAN: DE59 3655 0000 0000 1024 00. Weitere Informationen auf: www.friedensdorf.de

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Maria Tinnefeld mit einigen Kindern im riesigen Speisesaal des Friedensdorfes Oberhausen.

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Beim Gang durch Friedensdorf wird Maria Tinnefeld von den Kindern bestürmt.
Fotos: Heinrich Jung

WAZ vom 19.1.2017

Abiturienten des HHG feiern Denkmalparty

Die Veranstaltung gibt es seit zehn Jahren. Wiedersehen mit alten Schulfreuden

Die Denkmalparty des Heinrich-Heine-Gymnasiums setzt die bisherige Erfolgsgeschichte fort: Seit zehn Jahren findet die Feier der ehemaligen Schüler alle zwei Jahre mit Wegbegleitern, Freunden und Bekannten statt. Am 23. Dezember laden nun diesjährig zehn Abschlussjahrgänge des Gymnasiums in das Oberhausener Resonanzwerk ein. Jeder – ob Abiturient oder nicht – ist willkommen, bei den letzten Festen kamen Schulkameraden aus allen weiterführenden Schulen Bottrops.

„Die Party ist ein Ehemaligen-Treff in lockerer Atmosphäre. Die Stimmung ist sehr ungezwungen“, sagt Organisator Carsten Rietfort, der die Feier erstmalig vor zehn Jahren ins Leben rief. „Im Vergleich zu einem normalen Stufentreffen wollten wir etwas Außergewöhnliches bieten. In dieser Form gibt es in der Umgebung bisher wenig“, ergänzt Rietfort.

Die Veranstaltung entstand 2007, als die Schüler sich Gedanken über ihr eigenes Denkmal auf dem Schulhof machten. Sie wollten die Tradition voriger Abitur-Jahrgänge fortsetzen. Den Bau konnten sie jedoch nicht stemmen, denn umfangreiche Renovierungsarbeiten waren für das Gelände geplant. Die Idee zur Denkmalfeier entstand im Anschluss. Die Abiturienten stellten die atmosphärische Feier auf die Beine, die Folgejahrgänge übernahmen des Format nach erfolgreicher Erstauflage.

Die Organisation leiten derweil alle Sprecher aktueller Stufen, die Träger des Förderpreises sowie weitere Helfer. 20 Ehemalige sind mit von der Partie. Das Team rechnet auch diesjährig mit vielen Gästen aus der Region, rund 350 Besucher werden erwartet. Die Feier beginnt an der Essener Straße 259 um 22 Uhr, der Eintritt beträgt 7 Euro.

WAZ 22.12.2016

Ein Wiedersehen nach fünfzig Jahren

Der Jahrgang von 1966 des ehemaligen Jungengymnasiums kam zu einem Klassentreffen zusammen. Gemeinsam erzählten sie vom damaligen Schulalltag

Fünfzig Jahre nach dem eigenen Abitur denkt wohl kaum einer mehr an seine Schulzeit. Doch Absolventen des früheren Jungengymnasiums kamen nun zu einem Wiedersehen in Bottrop zusammen. Die Herren, die 1966 ihr Abitur gemacht hatten, nutzten die Gelegenheit, um sich über Erinnerungen aus dem Klassenzimmer auszutauschen.

Auch der mittlerweile 90-jährige Klassenlehrer Klaus Kayser kam mit seiner Frau Christa zu dem Treffen. „Es wurden Geschichten lebendig, die dem berühmten Film ‘Die Feuerzangenbowle’ mit Heinz Rühmann Stoff zu weiteren Episoden gegeben hätten“, sagt der frühere Schüler Hans-Werner Fröhlich.

Die Ehemaligen wurden von Dieter Wollek, Leiter des Kulturamtes, durch ihr altes Schulgebäude an der Blumenstraße geführt. Abiturienten, die nicht mehr in Bottrop wohnen, seien besonders über die Veränderungen ihrer alten Schule überrascht gewesen: Wo einst das Jungengymnasium war befindet sich nun das Kulturzentrum der Stadt. Nach der Führung machten die Herren Halt auf dem alten Friedhof an der Horster Straße und legten eine Gedenkstunde für die verstorbenen Schulkollegen ein.

Bei einer anschließenden Runde im Overbeckshof wurden alte Schultexte von Platon zum Thema, und wie die Beatles und die Rolling Stones auf dem Vormarsch waren. „Es kamen aber auch die Schattenseiten der Schuljahre in Bottrop zur Sprache“, so Fröhlich. „Von den meisten Lehrern wurde die Nazizeit verschwiegen oder sie antworteten auf Fragen der Schüler ausweichend.“ Auch körperliche Züchtigungen seien nicht selten gewesen.

Anders sah der Unterricht von ihrem Klassenlehrer Klaus Kayser aus: Gerade weil er den Krieg als Soldat erlebt hatte, sprach er das Thema offen und sehr kritisch im Unterricht an. Noch heute wird Kayser, der später Oberstudiendirektor wurde, deshalb von seinen ehemaligen Schülern verehrt. Doch nicht nur er prägte die Laufbahn der Absolventen. Auch den damaligen Sprachunterricht möchten sie nicht missen: „Latein und Griechisch öffneten die Türen zu einer weitgefächerten Bildung“, erklärt Fröhlich.

Die Ausbildung diente als nützliche Grundlage für die späteren Ärzte, Rechtsanwälte und Architekten. Jürgen Thebrath motivierte die sprachliche Ausrichtung zu einer Karriere als Journalist, die von der WAZ-Lokalredaktion in Bottrop bis zum ARD-Korrespondenten in die USA führte. Rudolf Piekorz hingegen entschied sich für eine Laufbahn als Latein-Lehrer und kehrte an seine alte Schule zurück. (Valerie Becker / WAZ Bottrop vom 30.11.2016)

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Abiturienten bauen ihr Denkmal wieder auf

Das Denkmal des Abi-Jahrgangs von 1986 des Heinrich-Heine-Gymnasiums wurde vor 30 Jahren zerstört. Zum Jubiläum bauten die Ehemaligen Kunstwerk wieder auf.

Der schwarze Würfel ist zurück am Heinrich-Heine-Gymnasium. Nur der bröckelnde Betonsockel erinnerte 30 Jahre lang an den Abiturjahrgang von 1986. Aktuelle Schüler wussten nicht, was dieser nutzlose Quader an der Aula zu bedeuten hat. Nun haben die ehemaligen Abiturienten von 1986 zum Jubiläum den Würfel an seinen angestammten Platz zurückgebracht und erneut auf dem Sockel befestigt.

Rückblick: Der Kalender schreibt das Jahr 1986. Die Jahrgangsstufe hat das Abi in der Tasche. Das Motto lautet „alea iacta est („Die Würfel sind gefallen“). Schnell wird überlegt, wie man sich auf dem Schulhof für die Nachwelt mit einem Abi-Denkmal verewigen kann. Heute ist diese Praxis beinahe Standard an Schulen, damals eher eine Seltenheit. Letztlich fällt die Wahl – getreu dem Abi-Motto – auf einen Würfel, der auf einem Betonsockel montiert wird. In Eigenregie wird das Fundament gegossen und der schwarze Würfel aus Blechen zusammengeschweißt und schwarz lackiert. Schrauben dienen als Zahlen. Dann wird der Würfel auf eine Stange montiert und diese im Betonsockel versenkt.

Die Freude über das eigene Kunstwerk ist nur von kurzer Dauer. „Aus welchen Gründen auch immer wurde das Denkmal nach wenigen Tagen beschädigt“, sagt Christa Herlinger. Der Würfel war vom Sockel gefallen oder mutwillig zerstört worden. Die genauen Hintergründe lassen sich nicht rekonstruieren. Jedenfalls liegt das Denkmal zerstört auf dem Boden. „Möglicherweise war es ein Konstruktionsfehler“, gibt Christof Schraven heute offen zu: „Wir hatten damals keine Ahnung von Statik.“ Der Würfel sollte als Symbol für die gemeinsame und erfolgreiche Schulzeit am Heinrich-Heine-Gymnasium die Jahre überdauern. Drei Jahrzehnte später haben die Schüler von einst dazugelernt. In den vergangenen Tagen wurde auf der Betonoberfläche ein Sockel aus Edelstahl montiert. Streben zwischen Stange und Edelstahlsockel verstärken zudem den Halt.

Beim 25-jährigen Klassentreffen reifte der Entschluss, das Denkmal beim nächsten Wiedersehen feierlich vollständig aufzubauen. Fünf Jahre später ist es soweit. „Gut Ding will eben Weile haben“, sagt Knut Wiesten. Das defekte Denkmal war in all der Zeit in seinem Besitz. Jetzt ist es wieder da, wo es hingehört nämlich in einer Reihe mit den Abi-Denkmälern anderer Jahrgangsstufen des Gymnasiums. Nach 30 Jahren hat die Geschichte ein Happy End.

Als der kommissarische Schulleiter Tobias Mattheis von den Absichten des Jahrgangs erfährt, ist er hellauf begeistert. „Ich finde das eine tolle Idee. Es zeigt, wie sehr sich ehemalige Schüler mit unserer Schule identifizieren.“ Spontan nimmt er an der feierlichen Einweihung teil und führt die Ehemaligen bei einem kurzen Rundgang durch das Gymnasium. Abends geht das Jahrgangstreffen weiter. „Mit mehr als 80 Ehemaligen werden wir unser Jubiläum und das Denkmal feiern“, sagt Christa Herlinger.
Carsten Liebfried / WAZ 7.11.2016

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Ex-Schüler besuchen ihren alten Lehrer

Klaus Kayser unterrichtete am Jungen-Gymnasium Religion und Geschichte. In diesem Jahr feierte der spätere Schulleiter in Arnsberg seinen 90. Geburtstag

Schüler der früheren Oberprima des ehemaligen Bottroper Jungen-Gmnasiums besuchten wieder einmal ihren früheren Klassenlehrer Klaus Kayser. Ihre Stippvisite in dessen Wohnort Arnsberg hatte diesmal einen besonderen Anlass. Denn Kayser feierte in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag.

Auch in den Jahren zuvor waren die ehemaligen Schüler aus dem Abiturjahrgang 1969 mit ihren Partnerinnen in den letzten Jahrzehnten in unregelmäßigen Abständen immer wieder nach Arnsberg gereist, um sich mit ihrem ehemaligen Klassenlehrer zu treffen.

„Unser Klassenlehrer Klaus Kayser hat für uns eine besondere Rolle gespielt“, erklärt Rainer Hürter. „Daher haben wir uns immer wieder getroffen, mal in Bottrop, in den letzten Jahren aber eher in Arnsberg“, erzählt der Kirchhellener. Zu dem Wiedersehen seien auch diesmal wieder ehemalige Mitschüler aus ganz NRW zusammengekommen. Norbert Thiemann hatte sie dazu zusammengetrommelt.

Die ersten Gespräche führten die Ex-Schüler mit ihrem alten Lehrer nachmittags bei Kaffee und Kuchen, bevor es bei schönem Wetter hinaus zu einem Spaziergang durch Arnsberg und Umgebung ging. Anschließend schwelgten die früheren Gymnasiasten beim gemeinsamen Abendessen in Erinnerungen, packten so manche alten „Dönekes“ aus und hörten auch immer wieder den Geschichten ihres ehemaligen Klassenlehrers zu, der für alle ehemaligen Schüler zu einer Vertrauensperson geworden ist. „Mein Temperament geht mit mir ein bisschen durch: ein wunderbarer Mensch, Freund und Ratgeber mit einem bewegten Leben, das auf einem christlichen Hintergrund gebaut ist“, meint dessen Schüler Hürter.

Schule als Lebensort

Klaus Kayser unterrichtete am früheren Jungengymnasium [heute HHG] in Bottrop Religion und Geschichte. „Ihm war es damals schon wichtig, Schule nicht nur als Lernort, sondern auch als Lebensort zu verstehen“, sagt Rainer Hürter heute. 1972 nahm Kayser das Angebot an, in Arnsberg Schulleiter am Gymnasium Laurentianum zu werden. „Er verband mit dieser Aufgabe die Hoffnung, einen größeren Gestaltungsraum in der Schule zu gewinnen“, erinnert sich dessen Schüler. 1990 schließlich wurde Kayser pensioniert, das bremste seinen Berufselan allerdings längst nicht. So half der heutige Arnsberger beim Aufbau des Norbertusgymnasiums in kirchlicher Trägerschaft in Magdeburg. Am 2. September 1991 wurde das Gymnasium für 400 Mädchen und Jungen in den Klassen 5-9 eröffnet. Auch beim Aufbau des Gymnasiums Jena stand Kayser beratend zur Seite.

Zurück in Arnsberg arbeitete der pensionierte Schulleiter an der Gründung der Hospiz-Stiftung Arnsberg-Sundern „Dem Leben Hoffnung geben“. 2008 wurde sie gegründet, und Klaus Kayser war bis 2013 der Vorstandsvorsitzende dieser Stiftung. Seine Gedanken und Erlebnisse fasste er in einem Buch zusammen, das 2015 unter dem Titel „1944 – Ein Jahr für ein ganzes Leben“ erschienen ist.

Mit kleinen Geschenken und Gedanken zum Älterwerden nach Jacob Grimm verabschiedete ihr Klassenlehrer seine früheren Schüler am Morgen nach dem Frühstück. Hürter: „Alle hoffen auf ein Wiedersehen im Jahre 2017“.

(Quelle: WAZ vom 19.10.2016)

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Der 90jährige Klaus Kayser (4. von links)

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http://www.derwesten.de/staedte/bottrop/bottroper-ex-schueler-besuchen-alten-lehrer-id12285754.html

Ex-HHG-Absolventin koordiniert Migranten-Förderunterricht

Die Schüler sind unfassbar dankbar
WAZ 3.10.2016 / Kai Süselbeck

Gülsah Mavruk hat ihr Abi am Heinrich-Heine-Gymnasium gebaut, dann Lehramt studiert. Heute koordiniert sie einen sehr erfolgreichen Förderunterricht.

Als Gülsah Mavruk im Fuhlenbrock und im Warmen Eigen aufwuchs, hatte ihre Mutter sie von der Muttersprache Arabisch erst zum türkischen und dann zum deutschen Alphabet geführt. Heute macht die HHG-Absolventin im Prinzip das Gleiche, allerdings für rund 1200 Schüler: Sie koordiniert das Projekt „Förderunterricht für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund“ an der Uni Duisburg-Essen. Am Dienstag erklärte sie im „Forum für Politik & Gesellschaft“ der CDU, warum das seit 40 Jahren immer besser funktioniert – und was Lehrer und Bildungsplaner daraus lernen können.

Seit 2008 ist Gülsah Mavruk Förderlehrerin für Deutsch, Mathe, Englisch und Französisch; seit 2010 koordiniert sie das Projekt am Essener „Institut für Deutsch als Zweit- und Fremdsprache“. Ihre Doktorarbeit befasst sich mit der Frage, wie Lehrer im Studium auf die unterschiedlichen Bildungsstände und Sprachkenntnisse von Migrantenkindern vorbereitet werden können. Und sie hat sich längst dafür entschieden, Deutsch als Zweit- und Fremdsprache weiter zu lehren und zu erforschen, wie das am besten funktioniert. Ihre Begründung, warum sie sich gegen Schule und für Förderunterricht entschieden hat: „Es ist einfach toll, mit Schülern zu arbeiten, die lernen wollen.“

Denn die Schüler, die zu Gülsah Mavruk und den anderen 120 Lehrenden im Projekt kommen, wollen wirklich lernen. Sie haben den festen Willen, einen Abschluss oder gar ein Studium zu schaffen. Sie wissen, dass sie dafür gutes Deutsch brauchen. Und oft ist das Elternhaus keine Hilfe, sagt Gülsah Mavruk: „90 Prozent kommen aus Hartz-IV-Familien. Die Schüler sind sehr oft auf sich allein gestellt. Deshalb kommen sie zu uns, weil sie wissen: Sprache ist der Schlüssel zur Bildung. Und die Schüler sind unfassbar dankbar.“

Bei der jüngsten Abifeier des Projektes hat Absolventin Roshni Luthra (19) gesagt: „Die Tatsache, dass ich acht Jahre lang zusätzlich zur Schule nachmittags zum Förderunterricht gegangen bin, und das liebend gerne, das alleine muss Sie doch zum Staunen bringen.“ Sie wird in ihrem Studium Mathe unterrichten und Teil des Teams bleiben.

Mit Stolz verweisen Förderlehrer auf die Versetzungsquoten ihrer Schüler von fast 98 Prozent. Was macht das Lernen im Projekt so erfolgreich? „Hier legen wir ganz viel Wert auf Schreiben“, sagt Gülsah Mavruk. „Und wir fangen ganz früh an, auch Fachsprache zu lehren. Eigene Texte in Fachsprache zu verfassen, bringt die Schüler unglaublich schnell weiter.“

Rund 250 Flüchtlingskinder werden inzwischen im Projekt betreut. Mit einem Erhebungsbogen erfassen die Lehrenden den Sprachstand in der jeweiligen Erstsprache. Müssen sie das deutsche Alphabet neu lernen? Parallel zu den Deutschkursen bis zum Level C1 beginnt der Fachunterricht. Aufgrund ihrer oft guten Bildung lernen viele Flüchtlingskinder recht schnell Deutsch. Mehr Sorgen macht sich Gülsah Mavruk über eine „verlorene Generation“ von hier geborenen Migrantenkindern: „Die sprechen zwei Sprachen – aber keine richtig.“

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