Für G9 muss angebaut werden

Gymnasialzeit wir wieder verlängert. Die drei Bottroper Gymnasien brauchen dafür 16 neue Räume. Für Neu- und Anbauten bleiben aber fünf Jahre Zeit.

„Das ist endlich mal was, wo wir Zeit haben und nicht alles von heute auf morgen übers Knie brechen müssen“, freut sich Karl Trimborn, Leiter des Fachbereichs Jugend und Schule. Für die nächste Sitzung des Schulausschusses im Juni hat die Verwaltung eine Vorlage erarbeitet über den Bedarf an zusätzlichen Räumen in den drei Bottroper Gymnasien, wenn jetzt wieder G 9 eingeführt wird. Insgesamt 13 Klassen- und drei Fachräume müssen neu gebaut werden. Dafür bleiben der Stadt aber fünf Jahre Zeit.

Sechs zusätzliche Klassenräume braucht das Josef-Albers-, vier das Heinrich-Heine- und drei das Vestische Gymnasium – entsprechend ihrer Züge in einem Jahrgang – dazu noch jeweils einen Fachraum, „vorsichtig geschätzt“, wie Trimborn sagt. Der Fachbereichsleiter betont: „Darunter geht es nicht.“ Der Einwand, dass die Gymnasien ja auch früher schon in neun Jahren bis zum Abitur geführt haben und deshalb noch genügend Räume besitzen müssten, gelte nicht. „Schule hat sich weiter entwickelt.“ Die Klassenräume, die damals nicht mehr gebraucht wurden, würden längst anders genutzt.

Das Heinrich-Heine-Gymnasium etwa hat ein Oberstufenzentrum eingerichtet, wie die stellvertretende Schulleiterin Cornelia Hußmann erklärt. Hier gebe es eigene Büros und Beratungsräume für die Oberstufenkoordinatoren sowie einen Aufenthaltsraum für die Oberstufenschüler. „Das ist absolut notwendig für die individuelle Förderung der Schüler“, sagt Hußmann.

Im Vestischen Gymnasium in Kirchhellen wurden eine neue internationale Förderklasse, ein Klausur- und ein Fremdsprachenraum eingerichtet, berichtet Schulleiter Matthias Plaputta. Die könnten bei der Rückkehr zu G9 auch nicht reaktiviert werden. „Wir sind sehr froh um diese Reserve.“

Land muss zahlen

In einem umfangreichen Fragebogen wurde der künftige Raumbedarf der Gymnasien in ganz NRW abgefragt. Das Ergebnis ist in ein Gutachten eingeflossen, das das Land in Auftrag gegeben hatte. Kosten von über 500 Millionen Euro erwarten die Forscher landesweit für Bau und Ausstattung zusätzlicher Klassen, hinzu kommen die Mehrkosten für zusätzliche Lehrer, so hatte die WAZ im Mai überregional berichtet.

Das Land habe was die Kosten angehe das Konnexitätsprinzip anerkannt, sagt Trimborn. Volkstümlich besagt das: „Wer bestellt, bezahlt“. Wieviel das Land bezahlen wird, darüber will es nun mit den Kommunalverbänden verhandeln. Den Kommunen war ein „Belastungsausgleich“ für die wesentlichsten Ausgaben in Aussicht gestellt worden.

Dabei wurde die Höhe der Kosten in Bottrop noch nicht ermittelt. Es gibt auch noch keine Pläne, wo und wie an den Schulen gebaut werden soll. Gebraucht werden die neuen Räume ab dem Schuljahr 2023/24.  Ab 2019/20 wird G9 die Regel, aber auch schon die Fünftklässler, die in diesem Sommer in den Gymnasien eingeschult werden, wechseln in G9.

Auf rund 120 000 Euro schätzt die Verwaltung die Kosten, die durch den zusätzlichen Bedarf an Hausmeister- und Sekretariatsstellen sowie Fahrten zu Sport- und Schwimmstätten und die zusätzliche Ausstattung mit Lehr- und Lernmitteln entstehen.


Ausschuss berät auch über Sanierung von Schulen

Die Sitzung des Schulausschusses findet am Dienstag, 5. Juni, ab 16 Uhr im Spielraum, Prosperstraße 71,statt. Auf der Tagesordnung stehen auch die Baumaßnahmen in den Sommerferien an den Schulen.

Über 2,7 Millionen Euro hat die Stadt dafür veranschlagt. Mit 450 000 Euro ist die Sanierung des Dachs am Berufskolleg, plus 60 000 Euro für die Erneuerung der Innendecken, die größte anstehende Ausgabe.

Quelle: Ute Hildebrand-Schute / WAZ 2.6.2018