„Meine Zeit an der Deutschen Schülerakademie“

 

dsa

 

Das Programm der Deutschen Schülerakademie, welches ein Projekt von Bildung und Begabung ist und seit nun mehr als 20 Jahren existiert, findet jeweils sechzehn-tägig während des Sommers statt und dient der Förderung „besonders leistungsfähiger und motivierter Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe“.

Bevor die Akademie, an der man teilnimmt, startet, wird man mit einigen Fragen und Informationen per Post und Mail zugeschüttet: wie kommst du hin und zurück? Was musst bzw. kannst du mitbringen? Was möchtest du in der Freizeit gerne machen? Brauchst du einen Laptop? Zusätzlich erhält man einen Reader, mit dem sich der eigene Kurs beschäftigen wird.
All das erzeugte einerseits ein Gefühl von Vorfreude in mir, aber andererseits befürchtete ich auch: „Ist das jetzt ein Nerd-Camp oder was?“. Dazu kam, dass ich niemanden der übrigen Teilnehmer wirklich kannte.
Das Gute an der DSA ist, dass alle Teilnehmer der gleichen Situation ausgesetzt sind: niemand weiß, was und wer ihn genau erwartet.
Wie sich später herausstellte, waren alle Sorgen, die ich hatte, komplett überflüssig: alle anderen hatten dieselbe Befürchtung, dass sie nur von Nerds umgeben sein würden und selbst die einzig „Normalen“, die wahrscheinlich viel dümmer sind als alle anderen „Hochbegabten“.

Die zwölf Kursleiter und drei Akademieleiter bereiteten uns eine unvergessliche Zeit.

Außerhalb des Kurses, in dem man ca. fünf Stunden täglich arbeitete und den man sich selbst zuvor nach eigenen Interessen bei der Anmeldung aussuchte, gab es sogenannte „kursübergreifende Angebote“. Diese wurden entweder von den Leitern angeboten oder man selbst konnte allerlei Dinge planen. Dazu zählten Sprachkurse, alle möglichen Mannschaftssportarten, Backen, Tanzen, Sternstunden, Chor, Orchester, Lagerfeuer und vieles mehr. Zu jeder Tages- und Nachtzeit gab es Beschäftigung und man war niemals allein. Wenn man wollte konnte man am Mitternachtsvölkerballspiel teilnehmen oder zum Mitternachtsbuffet in die Cafeteria gehen. Geschlafen wurde nicht viel und die Möglichkeiten schienen grenzenlos. Die Leiter versuchte all unsere Ideen und Wünsche umzusetzen: ein ganz schön heißer Tag? – perfekt für eine Wasserschlacht! Ein Kinoabend im Freien? – wer macht das Popcorn?
Darüber hinaus gab es Partys, Konzerte und Ausflüge. Man sollte eher von einer Chancenakademie sprechen.

Insbesondere hervorzuheben ist, dass die Leiter uns so viel zutrauten und auch vertrauten: Snacks und Getränke konnte man sich frei nehmen und das Geld selbstständig in die Kasse legen, alles was umgeräumt wurde, wurde hinterher von uns aufgeräumt.
Alle hielten sich an dieses Prinzip und alle verstanden sich, es gab niemals Streit. Man konnte sich mit jedem unterhalten und die Leute, mit denen man etwas unternahm, wechselten stetig. Mit einigen verstand ich mich besonders gut und werde hoffentlich für immer mit ihnen befreundet bleiben. Es gab sogar schon ein Nachtreffen in Köln.

Zum Ende hin arbeiteten wir alle an der Dokumentation über unsere Arbeit an der DAS. Ich habe viel gelernt und neue Dinge erlebt, z.B. führten wir innerhalb unseres Kurses ein Skype-Interview mit einem investigativen Journalisten der Wiener Zeitung „Falter“ durch.

Es gibt so viele Details, die sich, würde man sie alle aufschreiben, auf über 50 Seiten erstrecken. Aber das Zitat des Akademieleiters und Soziologen Hartmut Rosa greift die wichtigste Erkenntnis, die ich durch die DAS gewonnen habe, ziemlich gut auf: „Ich hätte gerne als Teenager schon gewusst, dass anders sein nicht falsch sein bedeutet.“

Johanna Tavornik, Q2

Hier das detaillierte Programm der Schülerakademie 2016: dsa-programm_20161

Weitere Informationen findet man auf der folgenden Seite:

https://www.deutsche-schuelerakademie.de/

Wer Interesse an der Deutschen Schülerakademie hat, kann sich an Herrn Schopper wenden.