Schülerzeitungen gehen online

,Bloody Marie’ und ,Heine Bote’ gibt es noch auf Papier. Doch die
elektronischen Ausgaben sind schon in der Vorbereitung
WAZ Bottrop 15.4.2016 / Von Maximilian Hulisz

An der Marie-Curie-Realschule und am Heinrich-Heine-Gymnasium erlebt die Schülerzeitung eine Hochkonjunktur. Sie ist bei Mädchen und Jungen, Eltern und Lehrern gleichermaßen beliebt. Ihre Produzenten setzen seit diesem Jahr auf das Internet, um eine noch größere Leserschaft zu erreichen.

Michael Gendreizig (57) und Christopher Mayer (32) sind Lehrer an der Marie-Curie Realschule und betreuen die Schülerzeitung in einer Arbeitsgruppe. „Die nächste Ausgabe der Bloody Marie erscheint sowohl in gedruckter Form als auch online auf unserer Homepage. Wir wollen durch die Digitalisierung neue Leser gewinnen.“ Die Nachfrage sei derzeit zwar sehr groß, aber es be-stünde noch Spielraum nach oben. „Im letzten Jahr haben wir 100 Exemplare drucken lassen, 40 mussten wir nachdrucken. Nun starten wir im Mai mit 150 Zeitungen. Die Online-Ausgabe spricht vielleicht auch ehemalige Schüler an“, so Mayer.

Die Jungredakteure Adriana Pietrowsky (16) und Fabian Baschista (15) machen seit einem Jahr mit und haben beobachtet: viele Schüler denken sich, was soll ich mit einem Stück Papier. Selbst wenn es nur 50 Cent kostet, brauche ich es nicht.“
Daher stehen sie hinter dem neuen elektronischen Konzept. „Online ist das eine andere Sache, selbst Jüngere rufen Informationen dort ab.“

Themen bleiben

Zu einer ähnlichen Haltung kommen die jungen Redakteure der Schüler-Gazette am Heinrich-Heine-Gymnasium. Hier planen und gestalten zehn junge Leute den „Heine Boten“ in einer Print- und Digitalversion. Sie soll Ende Juni erscheinen. „Bisher haben wir nur einzelne Artikel auf der Schulhomepage veröffentlicht. Nun bringen wir neben der Print-Fassung auch eine Ge-samtausgabe online heraus“, sagt Schülerzeitungsleiterin Vanessa Vohs (17). Eine gute Mischung aus beiden Kanälen sei ideal – die 125 Druck-Exemplare würden ohne Probleme auch künftig verkauft. „Das Aufgeben der gedruckten Zeitung ist nicht geplant.“

Trotz der medialen Ergänzung soll sich zukünftig bei der Themenwahl der zwei Schülerzeitungen nichts ändern: Schulinternes trifft auf Außerschulisches. Die heranwachsenden Schreiber und Fotografen stellen Klassenfahrten und neue Lehrer vor; sie geben Hobby- und Freizeittipps. „Wir suchen uns die Themen größtenteils selber aus.

Ich schreibe sehr gerne über Stars und Mode“, sagt Adriana Pietrowsky glücklich. Auch Soziale-Netz- werke spielten als Thema eine Rolle, weiß Vanessa Vohs. „Hauptsache, die Artikel sprechen Jung sowie Alt an.“

Die Produktions- und Arbeitsprozesse hätten sich in den Jahren gewandelt, haben die Redakti-onsteams festgestellt. Die Kommunikation über „WhatsApp“ nimmt bei den Absprachen eine immer größere Rolle ein. Vorteilhaft: WhatsApp werde ständig beobachtet und sei daher schnell. „Der Austausch über E-Mail führt dagegen manchmal zu Verzögerungen, weil nicht jeder sofort Zugriff darauf hat“, sagt Vohs.