Schulprogramm

  1. Vorwort
  2. Das “WIR” des Heinrich-Heine-Gymnasiums
  3. Leitbild und Leitsätze
  4. Offener Ganztag
  5. Unterricht und Lernen
  6. Fördern und Beraten

 

1. Vorwort

In einem Arbeitsprozess von über einem Jahr haben WIR das vorliegende Schulprogramm des Heinrich-Heine-Gymnasiums ausgestaltet. WIR, das sind die Eltern, Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen und Lehrer unserer Schule.

Unter Beteiligung aller ist in mehreren Arbeitsphasen aus Entwurf, Diskussion, Erarbeitung und Verbesserung ein Programm entstanden, das vor allem zweier Gedanken Rechnung trägt: Kontinuität und Wandel. Beide Aspekte sollen in unserem Schulprogramm zum Tragen kommen, indem WIR Schwerpunkte unserer schulischen Arbeit und unseres Verständnisses von Schule ausweisen („Leitbild und Leitsätze“) und zu diesen angeben, was WIR als Schulgemeinschaft erreicht haben und anbieten (Kontinuität) und woran WIR im Zuge der Entwicklung weiter arbeiten möchten (Wandel).

In den vergangenen Jahren hat sich am HHG viel verändert. So folgte dem Schritt zu einer offenen Ganztagsschule unter anderem eine weitreichende Modernisierung und Anpassung der Gebäudestruktur an die Ganztagsbedingungen und ein differenzierter Ausbau des schulischen Angebotes. Zudem hat sich das Lehrerkollegium nachhaltig verjüngt. Dieser Prozess stellt sich bis heute nicht als abgeschlossen dar und sollte auch nicht als ein solcher begriffen werden.

Vielmehr gehen WIR von einer Basis aus, von der aus WIR gemeinsam arbeiten (Ist-Zustand) und die wir fortwährend prüfen und entwickeln (Ziele), um das zu erreichen, wofür WIR am HHG stehen:

Eine Schulgemeinschaft, die unter Beteiligung aller das Bestmögliche für alle Beteiligten zu erreichen sucht, mit den Schülerinnen und Schülern im Mittelpunkt, deren Fähigkeit zur positiven aktiven Teilnahme an unserer demokratischen Gemeinschaft am Ende ihrer Schullaufbahn steht.

Für die Schulgemeinschaft

M. Welling
(Schulleiter)
Die Arbeitsgruppe „Schulentwicklung“

Bottrop, im Juli 2011

2. Das „WIR“

schulprogramm01
Das „WIR“ des Heinrich-Heine-Gymnasiums

3. Leitbild und Leitsätze

Unsere Schule zeichnet sich aus durch ein breit gefächertes Angebot im Rahmen des Ganztags. Geprägt ist unsere Zusammenarbeit dabei von dem Motto

“WIR am HHG”

 

3.1 Leitsatz 1: Mündigkeit und Kritikfähigkeit

Die demokratisch vielschichtige Gesellschaft lebt von der Beteiligung all ihrer Mitglieder. Daher sehen wir es als unsere Aufgabe an, unsere Schülerinnen und Schüler zu Mündigkeit und Kritik-fähigkeit zu erziehen.

Definition:

Mündigkeit und Kritikfähigkeit bedeuten für uns

  • die Fähigkeit und Bereitschaft, Strukturen und Prozesse zu erkennen, sie zu hinterfragen und sich gegebenenfalls für Veränderungen einzusetzen,
  • sich als verantwortlicher Teil eines globalen Ganzen zu sehen,
  • Verantwortung für sich und seine Mitmenschen zu übernehmen und
  • Kritik angemessen zu äußern und anzunehmen.

Dieses wollen wir erreichen durch

  • die aktive Beteiligung der Schülerinnen und Schüler an der „Gemeinschaft HHG“ und
  • die Förderung der sprachlich-rhetorischen und der sozialen Kompetenzen.

Ist – Zustand:

Mitbestimmung und gesellschaftliche Mitgestaltung werden bei uns gefördert durch

  • Förderung der aktiven Lernerrolle im Unterricht,
  • eine engagierte SV-Arbeit, die den SuS zahlreiche Möglichkeiten zum selbst- und mitbestimmten (Schul-)leben eröffnet,
  • differenzierte Wahlmöglichkeiten im Rahmen des unterrichtlichen Angebots,
  • Auswahl aus einem breiten AG-Angebot, z.B. Schülerzeitungs-AG, Technik-AG,
  • Organisation und Teilnahme an schulinternen und –externen Wettbewerben wie dem Vorlesewettbewerb, „Philosophischer Essay“, „Jugend debattiert“ etc.,
  • von SuS eigenverantwortlich durchgeführte Projekte und Angebote wie z.B. „Schüler helfen Schülern“, „Eule“, Sporthelfer und Übermittagsbetreuung.

Ziele:

Im Rahmen der schulischen Mitgestaltung wird an unserer Schule der Ausbau schülergestützter Aufgaben- und Arbeitsbereiche stetig weiterentwickelt. So wird z.B.

  • das Konzept „Jugend debattiert“ weiter in das Schulcurriculum eingebaut,
  • die Schulhomepage als Mitteilungs- und Mitwirkungsorgan ausgebaut,
  • ein Schulradio in das Schulleben integriert,
  • die Ausbildung von Streitschlichtern als Anlaufstelle etabliert,
  • die Verstärkung von Sozialprojekten wie „Sporthelfer“ und „Erste Hilfe“ gezielt vorangetrieben.

 

3.2 Leitsatz 2: Individualisierung und Schwerpunktbildung

Wir bieten durch eine breite Angebotsfächerung unseren Schülerinnen und Schülern eine individuelle, flexible Schwerpunktbildung in ihrer Schullaufbahn bei gezielter Förderung.

Definition:

Den Schülerinnen und Schülern soll entsprechend ihrer Entwicklung, ihren Begabungen und Neigungen ein vielfältiges Angebot gemacht werden, welches ihre Studierfähigkeit fördert und sie in die Lage versetzt, eine angemessene Berufswahl zu treffen.

Schülerinnen und Schüler sind sich entwickelnde Persönlichkeiten. Dieser Prozess kann Interessenwandel bedingen, so dass die Schule an den Scharnierstellen Möglichkeiten der Umorientierung bietet.

Wir fördern Schülerinnen und Schüler nicht nur unter Betrachtung ihrer Leistungsstärken und –schwächen, sondern auch hinsichtlich ihrer besonderen Begabungen, Neigungen, Fähigkeiten und Interessen.

Ist – Zustand:

Förderung des Methodenbewusstseins:

  • „Lernen lernen“ und Projekt “Lions-Quest” in der Erpobungsstufe
  • Information und Betreuung der Facharbeiten

Förderung leistungsschwächerer Schülerinnen und Schüler

  • Programm zur Rechtschreibdiagnose und gezielten Förderung
  • „Schüler helfen Schülern“, derzeit in Jgst. 6 u. 7
  • planmäßige Förderstunden für alle, nach Anspruch und Bedarf differenziert
  • individuelle Förderung nach eigenen Stärken und Bedarf, sowohl innerhalb des Fachunterrichts als auch in regelmäßigen Förderstunden in den Klassen 5 bis 8, sowie durch besondere Angebote

Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen und Fähigkeiten

  • Zusatzkurse zum Erwerb der Cambridge- und DELF-Zertifikate
  • Instrumentalunterricht in Kooperation mit der Musikschule
  • Mitwirkung in Chor und Orchester
  • Teilnahme an Wettbewerben (Mathematik-Olympiade, Känguru, Vorlesewettbewerb, Jugend debattiert, regelmäßige erfolgreiche Teilnahme an Kunstwettbewerben, z.B. in Malen und Fotografie)
  • Probestudium Physik in der Qualifikationsphase
  • Auslandspraktikum (Tourcoing)
  • Schüleraustauschfahrten nach Frankreich und Italien
Wahl in Kl. sprachlicher Bereich mathemat.-naturw. Bereich künstlerischer Bereich gesellschaftswiss. Bereich
Schwerpunktbildung in der Eingangsklasse:
5 Latein plus
(bis Kl. 9)
MINT-Klasse/-zweig
(Kl. 5-7)
MuKuS
(Kl. 5-6)
Schwerpunktbildung durch Wahl der 2. Fremdsprache ab Klasse 6
6 Latein / Französisch als 2. Fremdsprache (bis Kl. 9)
(Lat. plus: Engl. fortgesetzt)
Schwerpunktbildung durch Fortführung und Vertiefung des Schwerpunktes oder Möglichkeit der Umorientierung ab Klasse 8
8 Französisch,
Spanisch
Naturwissenschaften,
Informatik
Kunst
Geschichte
Politik
Schwerpunktbildung durch Fächerwahl in der gymnasialen Oberstufe
EF Italienisch,
Französisch,
Fortführung Spanisch bei Bedarf
alle Naturwissnschaften
(auch Informatik)
Kunst,
Musik
alle Gesellschaftswissenschaften
Q1/2 Leistungskurs Englisch,
Grundkurse Italienisch, Latein, Französisch,
Fortführung Spanisch bei Bedarf
Leistungskurse Biologie, Physik, Chemie

Projektkurs Energie

Leistungs- und Grundkurs Kunst,
Grundkurs Musik
Leistungskurse Geschichte, Sozialwissenschaften
Grundkurse: alle Gesellschaftswissenschaften, Projektkurs Pädagogik

Erläuterungen zu einzelnen Schwerpunkten ab Klasse 5:

Latein plus („Latein plus Englisch“): Latein wird in Klasse 5 als neu einsetzende Fremdsprache mit 5 Wochenstunden unterrichtet. Englisch wird mit 3 Wochenstunden weitergeführt.
In der Klasse 6 gibt es für die Latein plus – Klassen keine Möglichkeit der Fremdsprachenwahl, sondern Englisch ist verbindlich. Weitere Fremdsprachen können in Klasse 8 (Französisch)bzw. 10 (Italienisch) hinzugewählt werden.

MINT (Mathematik, Informatik, Biologie, Physik, Chemie): Die naturwissenschaftlichen Fächer werden als Kombination mit unterschiedlichen Schwerpunkten je Halbjahr im Umfang von 2 zusätzlichen Wochenstunden von in den Klassen 5 – 7 unterrichtet.
Überschneidungen mit dem Kerncurriculum werden vermieden.
Selbständiges Arbeiten und Experimentieren haben hier höheren Stellenwert als im Regelunterricht.
Wer ab Klasse 8 den naturwissenschaftlichen Bereich weiterhin als Schwerpunkt belegen möchte, kann im Wahlpflichtbereich das Fach „Naturwissenschaften“ wählen.

ORCHESTER-CHORUS (Schwerpunkt in Musik)
Innerhalb der Erprobungsstufe gibt es die Möglichkeit, den Orchesterkurs zu wählen, der für ein Jahr (Schulhalbjahre 5.2 bis 6.1) den regulären Musikunterricht ersetzt. Der Orchesterkurs umfasst 3 Wochenstunden und ist damit eine Stunde länger, als der reguläre Musikunterricht. Er richtet sich insbesondere an SchülerInnen, die noch kein Orchesterinstrument spielen, aber Interesse am gemeinsamen Musizieren in großer Besetzung haben. Auf den Orchesterkurs aufbauend, können die Absolventen des Orchesterkurses und diejenigen SuS, die bereits ein Orchesterinstrument spielen, im Symphonischen Vororchester, ihre Erfahrungen im großbesetzten Ensemblespiel erweitern und vertiefen. Im Symphonie-Orchester des Heinrich-Heine-Gymnasiums schließlich, musizieren SuS der instrumentalen Mittel- und Oberstufe in verschiedenen Besetzungen Musik aller Genres, von klassischer Musik über klassische Unterhaltungsmusik bis hin zu (anspruchsvoller) Popular- und Filmmusik.
Das HHG kooperiert im musikalischen Bereich mit der Musikschule der Stadt Bottrop.

Der künstlerische Bereich kann ab Klasse 8 durch das Fach “Kunst/ Geschichte” im Wahlpflichtbereich als Schwerpunkt gewählt werden. Im Bereich Kunst kooperiert das HHG mit dem Josef-Albers-Gymnasium.
Musik wird in der Sekundarstufe II als Grundkurs, Kunst als Grund- und Leistungskurs angeboten.

Erläuterungen zu den Schwerpunkten in Klassen 8 und 9 (Wahlpflichtbereich):

Naturwissenschaften: Die Fächer Biologie, Physik und Chemie werden fächerverbindend mit unterschiedlichen Schwerpunkten in den Halbjahren unterrichtet.
Das Curriculum ist so auf den Regelunterricht abgestimmt, dass Doppelungen von Themen vermieden werden.

Kunst und Geschichte: In dieser Kombination werden die Fächer zwar getrennt, aber mit je Halbjahr übergreifendem Thema unterrichtet.
Das Curriculum ist so auf den Regelunterricht abgestimmt, dass Doppelungen von Themen vermieden werden.

Politik (Wirtschaft): Das Fach Politik mit dem Schwerpunkt Wirtschaft behandelt andere Themen als der Regelunterricht im Fach Politik. Ca. zwei Drittel der Themen haben einen Schwerpunkt im Bereich Wirtschaft.

Informatik: Umgang mit Computerprogrammen und ihren Anwendungen stehen im Vordergrund des Informatikunterrichts.

Wahlmöglichkeiten, Kontinuität und Qualifikationen in den Bereichen

Im sprachlichen Bereich können fünf Fremdsprachen erworben werden.
Englisch kann in der gymnasialen Oberstufe als Leistungskurs belegt werden.
Das Fach Latein kann mit dem Erwerb des Latinums abgeschlossen werden.
Französisch kann ab Klasse 6 oder 8 gewählt und bis zum Abitur fortgesetzt werden.
Italienisch kann als neu einsetzende Fremdsprache ab der EF gewählt werden.
Seit dem Schuljahr 2013/14 bieten wir auch Spanisch im Differenzierungsbereich der Klassen 8 und 9 an. Bei entsprechnender Nachfrage könnte diese Fremdsprache auch in der Oberstufe fortgeführt werden.
International anerkannte Sprachzertifikate können in den Fächern Englisch (Cambridge-Zertifikate) und Französisch (DELF-Zertifikate) in verschiedenen Stufen erworben werden.

Im naturwissenschaftlichen Bereich kann mit MINT in den Klassen 5-7 ein Schwerpunkt gesetzt werden.
Wenn Naturwissenschaften auch in der weiteren Schullaufbahn ein Schwerpunkt sein sollen, kann im Wahlpflichtbereich für die Klassen 8 und 9 das Fach Naturwissenschaften gewählt werden.
Alle Naturwissenschaften können im Jahrgang 10 fortgeführt und in der Qualifikationsphase als Leistungskurse gewählt werden.
Zusätzlich wird der Projektkurs „Energie“ angeboten.

Im künstlerisch-musischen Bereich kann in Musik in den Klassen 5-6 ein Schwerpunkt mit dem Orchester-Chorus gesetzt werden.
Im Wahlpflichtbereich für die Klassen 8 und 9 das Fach Kunst/ Geschichte gewählt werden.
Kunst und Musik können in der gymnasialen Oberstufe fortgeführt werden; das Fach Kunst kann in der Qualifikationsphase als Leistungskurs gewählt werden.

Im gesellschaftswissenschaftlichen Bereich kann im Wahlpflichtbereich das Fach Politik mit dem Schwerpunkt Wirtschaft gewählt werden.
Alle gesellschaftswissenschaftlichen Fächer können in der gymnasialen Oberstufe fortgeführt werden; die Fächer Geschichte und Sozialwissenschaften können in der Qualifikationsphase als Leistungskurs gewählt werden.
Das Fach Geschichte kann in einen Projektkurs eingebunden werden.

Die “aktive Pause” am HHG

Die Angebote der aktiven Pause richten sich an alle Schülerinne und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 9. Hier können viele Wünsche erfüllt werden. Von Billiard bis Tanz, vom Energie tanken im Christu-Schulzelt bis zur Hausaufgabenbetreuung, alles kann gewählt werden. Die Angebote wechseln von Schuljahr zu Schuljahr.

Das AG- Angebot

Die Angebote wechseln von Schuljahr zu Schuljahr. Regelmäßig werden vor allem Einrad-AGs, die Eisenbahn-AG, die Billard-AG und sportbezogene AGs wie z.B. die Badminton-AG angeboten.

Ziele:

  • Drehtürmodell für besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schüler
  • Ausbau des Projekts „Schüler helfen Schülern“
  • Ausbau des Methodenlernens („Lernen lernen“) und das Projekt “Lion’s Quest” zum festen Bestandteil in weiteren Fächern und Jahrgangsstufen
  • Angebot an die Eltern zum Thema „Lernen lernen“
  • Weitere Verzahnung mit Universitäten und Fachhochschulen (z.B. über Projektkurse, Probestudium)
  • Konzept zur Hochbegabtenförderung

 

3.3 Leitsatz 3: Lernort

Wir wollen mit unseren Schülerinnen und Schülern ein positives Lernumfeld schaffen, in dem sie in Gelassenheit lernen und sich bilden sowie Sozialkompetenzen und Verantwortungsbewusstsein gegenüber Menschen, Gemeinschaften, Natur und Umwelt ausbilden können. Freiheit und Disziplin bedingen einander.

Definition:

Schule ist im Wandel.
Der Lernort Schule wird durch die Einführung des Ganztags zunehmend zum Lebensort für Schülerinnen, Schüler und Lehrer.
Neue Unterrichtsformen erfordern andere Raumbedingungen.
Dies erfordert auch Anpassungen der räumlichen und optischen Gestaltung der Schule.

Ist-Zustand:

Die Lage des HHG in ruhiger Umgebung und die Ausdehnung des Schulgeländes mit großen Freiflächen und viel Grün, unterstützt durch die neue, freundliche Außengestaltung, schafft Voraussetzungen für entspannten Umgang miteinander und ein Lernen in ruhiger Atmosphäre sowie für den offenen Ganztag. Diese Voraussetzungen gilt es zu nutzen und zu verbessern. Die Offenheit des Geländes ist zugleich ein Appell an die Einhaltung der Regeln.
Der energetische Umbau und das Außengelände bieten Chancen, das Verantwortungsbewusstsein gegenüber Natur und Umwelt zu stärken.
Fachräume, Medienräume und Aula bieten angemessene Unterrichtsvoraussetzungen, die es weiterhin zu verbessern gilt. Die Bibliothek dient sowohl der Unterstützung des Unterrichts als auch dem Pausen- und Ganztagsbereich. Mensa, Sporthalle, Multifunktionsanlage (Sportfeld), Probenraum und Billardkeller sind gute Voraussetzungen für die Ganztagsgestaltung und dienen im Rahmen der Arbeitsgemeinschaften und freien Angebote der individuellen Entwicklung und Förderung der Schülerinnen und Schüler.
Die 3-fach-Sporthalle mit Boulderwand, die Sportanlagen im Freien und die Grünflächen, ferner die Nähe zu Hallenbad, Jahn-Stadion und Renz-Halle bieten dem Sportunterricht optimale Voraussetzungen.
Außerschulische Lernorte werden fächerspezifisch aufgesucht. So bestehen im Fach Kunst z.B. außerschulische Kontakte zum Josef-Albers-Museum und zur Galerie Ludwig im Schloss Oberhausen.

Ziele:

Gestaltung der Schule:

  • Erstellung eines Raumkonzepts mit Fachschaftsflurbereichen unter Einschluss von Medienräumen und Räumen für die Medienausstattung
  • Verbesserung der Innenausstattung und des optischen Eindrucks der Schule
  • Verbesserung der Sauberkeit durch Selbstverantwortungskonzept

Verbesserung der Lernbedingungen:

  • Verbesserung der Medienausstattung
  • Erweiterung des EDV-Teams

Verbesserung der Pausen- und Ganztagssituation

  • Erstellung eines Pausenkonzepts unter Einbeziehung von Sporthelfern (siehe auch: Ganztagskonzept), dabei auch Schaffung von Ruhezonen für Schüler
  • Verbesserung der Sitzgelegenheiten auf dem Schulhofgelände (evtl. mit Tischmöglichkeit für Unterricht und Ruhe)
  • langfristig: Bau einer Pausenhalle als Aufenthaltsbereich für Pausen und Mittagszeit
  • im Übrigen wird verwiesen auf die Vorlage zum Ganztagskonzept vom Mai 2011

In der Verfolgung dieser Ziele ist Transparenz der Entscheidungsfindung und ein umfassendes Kommunizieren der Argumente und Entscheidungen unabdingbar.
In der Umsetzung ist auch der Faktor Stabilität zu beachten. Das heißt, dass die Entwicklung auf längere Sicht geplant werden soll und kürzlich Geändertes nicht ohne Not erneut verändert werden soll.
In Einzelfragen soll auch der Rat von Experten eingeholt werden.

Leitsatz 4: Erziehung als Bildungsauftrag

Wir wollen eine Schule sein, an der kognitive Lernleistungen durch lebenspraktische Bezüge und den Erwerb von Alltagskompetenzen ergänzt werden.

Definition:

Schule als Ort der Wissensvermittlung hat eine lange Tradition. Die schulische Bildung soll junge Menschen befähigen, im Lebensalltag zurechtzukommen – das bedeutet breites Allgemeinwissen, soziale Kompetenz, kognitive und emotionale Fähigkeiten. Zusätzlich ist es wichtig, diese o. a. Ziele mithilfe des Erwerbs alltagspraktischer Fähigkeiten leichter erreichen zu können.
Zum Erwerb praktischer Fähigkeiten, Alltagskompetenzen, zum Wissenserwerb und zur Durchführung von Projekten ist gegenseitiger Respekt, Selbstkontrolle und ein durch Regeln geleitetes Verhalten Voraussetzung. Ein entsprechendes Verhalten muss vom gesamten Kollegium und von Eltern und Schülern eingefordert werden.

Ist-Zustand:

Stärkung von Fähigkeiten

  • im Bereich Wissen: Lesenacht, Computer-AG, Bio-Logisch, Jugend forscht, Mathe- Olympiade, Förderangebot für leistungsschwache Schüler, Sprachzertifikate, Expertengespräch mit Wirtschaftsvertretern
  • im Bereich Präsentationsfähigkeit: Vorlesewettbewerb, Orchester und Musical-AG
  • im Bereich Soziales: Erste-Hilfe-Kurs, EULE, Förderangebot durch leistungsstarke Schüler, Schülerzeitung, Abi-Zeitung
  • im Bereich Alltag: Erste-Hilfe-Kurs, Sprachzertifikate, Betriebspraktikum, „Be smart- don’t start“, Debattier-AG

Mittelfristige Zielsetzung:

  • Verstetigung der in der Ist-Situation genannten Angebote
  • Erhalt und Ausbau von „Schulritualen“, Gemeinschaftsveranstaltungen und Projekten
  • Verbesserung der Kommunikation zwischen allen Beteiligten

Langfristige Zielsetzung:

Schaffung eines breiten Angebots von begleitenden Kursen, um lebenstüchtige junge Erwachsene aus der Schule entlassen zu können.

4. Offener Ganztag

Im Sinne der Bildungsoffensive des Landes NRW hat auch das HHG den Schritt vollzogen, von einer „klassischen“ Vormittagsschule hin zu einer offenen Ganztagsschule. Damit erfolgte ein Wandel, der sich in Gebäude-, Zeit-, Unterrichts- und Angebotsstrukturen widerspiegelt.

Das modernisierte Schulgebäude wirkt frisch und einladend. Unsere Mensa hält ein breites und abwechslungsreiches Angebot an Snacks und Hauptmahlzeiten bereit, bietet darüber hinaus einen viel genutzten Aufenthalts- und Treffpunkt, der im Sommer besonders auch im Außenbereich, mit angeschlossenem Kiosk, zum Verweilen in den Pausen einlädt. Diese Zeit kann von den Schülerinnen und Schülern zugleich auch genutzt werden, um sich auf unserem weitläufigen Gelände an diversen Spiel- und Sportmöglichkeiten den nötigen Ausgleich zum Unterricht zu verschaffen.

Dass Ganztag nicht einfach bedeutet, den Unterricht in den Nachmittag hinein zu verlängern, versteht sich von selbst. Diesem Gedanken tragen wir mit einer effizienten Rhythmisierung des Schulalltags Rechnung. An die Stelle der 45-Minuten Taktung der traditionellen Schule ist ein modifiziertes Doppelstundenmodell getreten, welches die Möglichkeit zu einem modernen Unterricht, intensiveren Erarbeitens, besserer Binnendifferenzierung, gesteigerter Lernzeit und insgesamt mehr Ruhe zu individueller und gemeinsamer Arbeit bietet. Über die endgültige Ausgestaltung soll nach einer Erprobungsphase entschieden werden.

Am Montag und Mittwoch wird der Unterricht in der Sekundarstufe I auch am Nachmittag fortgesetzt. Zusätzliche AG-Angebote erweitern die Chance für die Schülerinnen und Schüler, sich nach eigenen Interessen selbst gewählte Bereiche zu erschließen und neue Erfahrungen zu sammeln. Ein durchdachtes Pausenkonzept (“aktive Pause”), das sowohl die Unterbrechung der Unterrichtszeit am Vormittag als auch die Entspannung, Abwechslung und Verpflegung in der Mittagszeit im Blick hat, ergänzt eine gezielte zeitliche Gestaltung von Vormittags- und Nachmittagsunterricht.

Gerade für die Phasen, die die Schülerinnen und Schüler, insbesondere die der Sekundarstufe II, nach eigenem Ermessen nutzen können, ergeben sich diverse Möglichkeiten. Schülerarbeitsräume können zur Vor- und Nachbereitung genutzt werden. Unsere Schülerbücherei stellt eine breite Palette unterhaltender und fachlicher Literatur bereit, bietet darüber hinaus natürlich auch die Möglichkeit zu Internetrecherchen. Eine Nachmittagsbetreuung, mit unter anderem Beaufsichtigung, Hausaufgabenbetreuung oder Nachhilfe anhand unseres Konzeptes „Schüler helfen Schülern“, wird von montags bis donnerstags all denjenigen Schülerinnen und Schülern geboten, die z.B. aus familiären Gründen nach dem Unterricht in der Schule betreut werden sollen.

5. Unterricht und Lernen

Die mit dem offenen Ganztag einhergehende zeitliche Umstrukturierung des Schulalltages bedeutet auch eine Veränderung von Unterricht und Lernen. Gezielte Stundenplanung und -blockung, die aus dem modifizierten Doppelstundenmodell und der Erweiterung des Unterrichts in den Nachmittag hinein resultiert, bewirkt vor allem eines: eine effektivere und individuellere Nutzung der zur Verfügung stehenden Lernzeit! Auf diese Weise wird einer Mehrbelastung der Schülerinnen und Schüler durch die Schulzeitverkürzung im Zuge von G8 entgegengewirkt.

Unser Unterricht nimmt die Herausforderungen der sich veränderten Rahmenbedingungen an. Eingebettet in einen ruhigeren Ablauf des Vormittagsunterrichts (häufige, mit Hektik und Lernzeitverlust verbundene Fach- und Raumwechsel sind reduziert) findet Unterricht bei uns vor allem mit Blick auf die Schulung von Kompetenzen, Methoden und selbstständigem Arbeiten statt. Kooperative Arbeitsformen, Binnendifferenzierung, individuelle Lernbegleitung, Einübung von Lern- und Arbeitstechniken, Projektarbeit, fächerverbindende Unterrichtsvorhaben, Wochenarbeitspläne sowie Exkursionen sind nur einige Begriffe, die verdeutlichen, was bei uns den „klassischen“ Frontalunterricht im Sinne eines anderen Lernens abgelöst hat.

Auf dem Weg hin zu einem insgesamt individuelleren Lernen können die Schülerinnen und Schüler zugleich auch von erweiterten Angeboten Gebrauch machen. Eine nochmals ergänzte und erneuerte Ausstattung der Schule mit Medieneinheiten, bestehend aus Laptops, Beamern und DVD-Abspielgeräten, ermöglicht den Einsatz moderner Techniken. Regelmäßige Wettbewerbe (auch in Verbindung mit AGs), Zusammenarbeit mit Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen (u.a. VHS) sowie Teilnahme an Projekten von Unternehmen aus der freien Wirtschaft laden die Schülerinnen und Schüler dazu ein, sich auch außerhalb des Unterrichts beziehungsweise in Verknüpfung mit diesem zusätzlich in ihren Kompetenzen und ihrem Wissen zu erweitern.

6. Fördern und Beraten

Gerade in unserer heutigen Zeit, die von Schnelllebigkeit und Unübersichtlichkeit gekennzeichnet ist, besteht ein erhöhter Bedarf, den/die einzelne(n) auf die sich verändernden Anforderungen vorzubereiten und auf dem Weg des sich Orientierens und Entscheidens zu begleiten.

Wir verfolgen diesen an uns gestellten Auftrag, indem wir unsere Schülerinnen und Schüler möglichst nach ihren Fähigkeiten und Interessen begleiten und vorbereiten.

Auf der einen Seite fördern wir sehr stark die Eigenständigkeit. Unser Unterricht zielt darauf ab, dass sich die Schülerinnen und Schüler Wissensgebiete erschließen, indem sie durch bestimmte Aufgabenstellungen alleine oder in Kooperation mit anderen in übergreifenden Phasen an Lösungen für Fachprobleme arbeiten. Dabei lernen sie Methoden kennen und einzuüben, die es ihnen möglich machen, ihre Kompetenzen schrittweise aufzubauen, zu verinnerlichen und die sie so als Handwerkszeug in ihrem (außerschulischen) Alltag nutzen können.

Ein breites unterrichtliches und außerunterrichtliches Wahlangebot versetzt die Schülerinnen und Schüler in die Situation, eine Palette von Möglichkeiten zur Kenntnis zu nehmen, zu begutachten und für sich eine Entscheidung zu treffen.

Die eigene Bedarfslage berücksichtigen wir dahin gehend, dass unseren Schülerinnen und Schülern dort geholfen wird, wo es zu unterstützen gilt. Rechtschreibdiagnosen und Fördermaßnahmen sichern eine einheitliche Ausgangslage in Bezug auf die Erweiterung der Schriftsprachlichkeit. Vertiefungskurse in der Sekundarstufe II leisten eine Angleichung von Schülerinnen und Schülern mit Nachholbedarf. Immer wieder neu eingerichtete Kurse leisten die Sicherung der Versetzung beziehungsweise den Übertritt in die gymnasiale Oberstufe. Auf freiwilliger Basis kann sich jede(r) SchülerIn ihr/sein persönliches „Mehr“ an Förderung zudem im Rahmen unseres Konzeptes „Schüler helfen Schülern“ verschaffen.

Auf der anderen Seite lassen wir aber niemanden auf seinem Weg alleine. Bereits beim Wechsel von der Grundschule zur weiterführenden Schule beraten wir die Eltern eingehend daraufhin, was sie erwarten dürfen, aber auch was ihre Kinder mitbringen sollten, so dass nicht bereits im Vorfeld falsche Hoffnungen entstehen. Während der gesamten Schullaufbahn steht dann allen Beteiligten ein breites Beratungsnetz zur Verfügung. Jahrgangskoordinatoren nehmen die Planungen für die einzelnen Stufen vor, bieten den großen Überblick und stehen darüber hinaus mit Rat und Tat zur Verfügung, vor allem auch was die Organisation der Schullaufbahn betrifft. Berufsberatung stellt einen sehr wichtigen Baustein dar, der zusätzlich durch Kooperation mit Hochschulen ergänzt wird. In den Jahrgangsstufen 5-6 sind unsere Klassenlehrerteams die ersten Ansprechpartner für die Schülerinnen und Schüler und leisten damit wertvolle Arbeit, sich an der Schule und im Lernen am Gymnasium zu allererst einmal zu orientieren. Für die Jahrgänge 7-9 bleiben weiterhin die Klassenlehrer erste Anlaufstelle für Anliegen im (schulischen) Alltag. Für besondere Bereiche ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer stehen in speziellen Fragen zur Verfügung. Selbstverständlich ist auch jede(r) LehrerIn AnsprechpartnerIn für die großen und kleinen Nöte des Alltags und kann im Bedarfsfall weiter vermitteln. Nicht zuletzt haben aber auch unsere Schulsekretärinnen immer ein offenes Ohr für kleine Anliegen.