Wir sind zusammen groß – Oasentag 2018

„Wir sind zusammen groß, wir sind zusammen stark. Komm lass´ ein bisschen noch zusammen bleiben.“ So heißt es im Sommerhit von Clueso, der in diesem Jahr – nicht zuletzt bei der Sportberichterstattung – zu großer Beliebtheit aufstieg. Dieses Motto lässt sich ohne Weiteres auch auf den Oasentag projezieren, zu dem zum sechsten Mal unser Schulpastoralteam vom HHG rund um Herrn Heek am 04.Juli in die St.Elisabeth-Kirche eingeladen hat. Alle evangelischen und katholischen Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 versammelten sich bei schwülwarmen Außentemperaturen, um dieses Erlebnis „zusammen“ bestreiten zu können.
Um kurz nach 8 Uhr läutete Christiane Hartung, Gemeindereferentin von St.Elisabeth, den ereignisreichen Tag ein, den die etwa 90 Schülerinnen und Schüler in Begriff waren, zu erleben. Es wurden zehn Gruppen gebildet, die fernab persönlicher Präferenzen zufällig entstanden sind und in den kommenden zwei Stunden gemeinsam die zehn Stationen der Kirche durchliefen. Diese Stationen zeichneten sich durch ihre inhaltliche Vielschichtigkeit aus. Hauptaspekt war allen voran das Vertrauen zu anderen Mitschülern, welches an diesem Tag gestärkt wurde, indem man sich beispielsweise in einer Schubkarre durch einen Parcours fahren ließ. Außerdem war die Hilfestellung anderer Mitschüler beim Balancieren auf der Slackline oder beim Fahren mit Pedalos ein weiterer wesentlicher Aspekt – eben „Wir sind zusammen stark“. Zwischen diesen aktiven Übungen wurden auch immer wieder solche Stationen eingebaut, die durch Selbstreflexion und Zusammenhalt herausstachen. Sowohl beim Rundtuch als auch dem Bewegen eines in der Mitte liegenden Balles mit Seilen, der Effekt der verschiedenen Erlebnisse zeigte, dass gewisse Ziele nur zusammen erreicht werden können. Gemäß des Mottos des Oasentags „ICH + DU = WIR“ erlernten die Stufenkameraden wichtige Eigenschaften für ein gelungenes Stufenklima.
Nach 30 Minuten Frühstückspause wurden die Gruppen neu eingeteilt und die Schüler auf sechs verschiedene Workshops verteilt. Zu den Altbekannten gehört das Pinguin-Prinzip, das auf Eckart von Hirschhausen zurückzuführen ist und in dem die Schüler ihre Stärken und Schwächen reflektieren sowie über zu schnelles Urteilen diskutieren sollten. Die Polarexpedition zeigte den Schülerinnen und Schülern einmal mehr auf, dass nur gemeinsam der Raum über Stühle verlassen werden kann, wenn man den Boden nicht berühren darf. Anschließend kamen sie ins Gespräch darüber, welche Rolle Kreativität und Kommunikation bei einer solchen Mission haben und inwieweit die Position des einzelnen innerhalb der Gruppe etwas über seine Persönlichkeit aussagt. Außerdem traten drei Gruppen zum Turmbauwettbewerb an. Mithilfe von Altpapier und Tesafilm sollte in 30 Minuten jeweils ein Turm geschaffen werden, der nach den Kriterien der Optik und der Größe sowie einer gruppeneigenen Arbeitsreflexion bewertet wurde. Man arbeitete mit bislang eher fremden Mitschülern zusammen und lernte nicht nur eine Menge über sich selbst, sondern sammelte vor allem praxisnahe Erfahrungen über die Wichtigkeit von Planung, Teamwork und Reflexion.
Hinzu konnten drei im vergangenen Jahr angelaufene Workshops den Schülern der diesjährigen Jahrgangsstufe 8 erneut angeboten werden. Eine Gruppe beschäftigte sich mit den Grundlagen der Europäischen Union sowie dem Zusammenhang der Würde des Menschen mit der Bibel, die musikalische Schiene wurde abgedeckt, indem die Schüler den Versuch unternahmen, mit einfachen Mitteln und Instrumenten zusammen einen Rhythmus zu entwickeln. Der speziellste Workshop nannte sich „Crossroads“, denn die Schüler begaben sich auf einen Außeneinsatz. In Dreiergruppen war es ihre Aufgabe, gemäß des Touch-and-Go-Prinzips in der Innenstadt Schokoriegel an fremde Menschen zu verteilen. Die Schwierigkeit bestand dabei darin, die Menschen anzusprechen, ein kurzes Gespräch anzuleiten und beim Schenken des Riegels auf deren Reaktion zu achten.
Gegen 12.30 Uhr neigte sich der Oasentag nach dem gegenseitigen Vorstellen der Workshops langsam dem Ende. Für den einen oder anderen mag er als erträglicher Ersatz eines Schultages wirken, aber für die Entwicklung des klassenübergreifenden Zusammenhalts und die Reflexion der Schülerinnen und Schüler bezüglich wichtiger Themen wie Teamarbeit oder Persönlichkeit stellt er sich im Nachhinein immer als sehr erfolgreich heraus. „Denn nur zusammen ist man nicht allein“, singen Clueso und die Fantastischen Vier in ihrem Song – auch an diesem Tag hat man wieder gemerkt, so wirklich Spaß macht das Leben nur mit anderen Menschen.

von Tristan Berghoff

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