Brief an die Schulgemeinde (09.10.2020)

Liebe Schülerinnen und Schüler!

Liebe Eltern!

Die ersten acht Wochen in diesem Schuljahr haben wir weitgehend im – „angepassten“ – Regelbetrieb hinter uns gebracht. Diese Unterrichtswochen haben wir unter coronabedingten Rahmensetzungen durchgeführt, die wir alle so bisher nicht kannten. Insofern waren die Wochen davon geprägt, dass wir getroffene Entscheidungen und Regelungen immer wieder überarbeiten, nachbessern, korrigieren oder ergänzen mussten. Wie in allen Bereichen des täglichen Lebens fehlen auch im System Schule jegliche Erfahrungswerte im Umgang mit der Pandemie.

Zusätzlich zu den normalen Klassen- und Stufenkonferenzen werden wir in diesem Jahr Quartalskonferenzen für alle Jahrgangsstufen durchführen, um coronabedingte Defizite zu diagnostizieren und möglichst schnell gegenwirken zu können. Die Kolleginnen und Kollegen stellen gerade ihre Diagnosen zusammen. Insgesamt, so scheint es, haben wir die bisherigen Monate der Pandemie gut hinter uns gebracht.

In der letzten Woche mussten wir Sie darüber informieren, dass ein Schüler unserer Schule an COVID-19 erkrankt ist. Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass es dem Schüler und auch seiner Familie gut geht. Weitere Infektionen in diesem Fall sind bisher zum Glück nicht hinzugekommen. Vielen Dank auch an das Bottroper Gesundheitsamt für die gründliche Analyse der Situation und das angemessene Handeln.

Gestern hat uns noch die Nachricht erreicht, dass in einem anderem Zusammenhang ein weiterer Schüler positiv auf COVID-19 getestet wurde. Der Schüler hat sich im familiären Kontext infiziert und ist bereits seit einer Woche in Quarantäne. Für unsere Schülerschaft und die Lehrer*innen hat dieser Fall keine Auswirkungen. Dem Schüler geht es gut und wir wünschen auch ihm und seiner Familie alles Gute!

Das in Folge des positiven COVID-19-Falls nicht ganze Klassen oder Kurse in die Quarantäne gehen mussten, lag auch daran, dass konsequent eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen wurde. Wir empfehlen dringend, dass diese in der Zeit nach den Herbstferien weiterhin auch im Unterricht getragen wird.

Eine schwierige Entscheidung war für uns die Absage der Berlinfahrt. Wir hätten unseren Schülerinnen und Schülern die Fahrt wirklich gerne gegönnt. 4 Tage vor Absage haben wir sogar noch eine zusätzliche Lehrkraft nachgebucht, um die Fahrt sicher durchführen zu können. Leider haben sich die Fallzahlen in Berlin dann aber doch immer weiter dramatisiert, sodass wir keine andere Möglichkeit gesehen haben, als die Fahrt abzusagen. Es wäre unverantwortlich gewesen, 115 Schülerinnen und Schüler nach Berlin zu schicken, inzwischen ist der Grenzwert in vier Stadtbezirken deutlich überschritten, Berlin gilt als Pandemie-Hotspot (WAZ vom 06.10.2020). In dieser Woche hat uns auch noch der Appell des Krisenstabs der Stadt Bottrop erreicht, Klassenfahrten nach Möglichkeit abzusagen. Es wird aufgrund der steigenden Zahlen eine aufwendige Nachverfolgung von Kontakten durch unser Gesundheitsamt befürchtet, eine Abstimmung zwischen unterschiedlichen Gesundheitsämtern würde die Arbeit weiter erschweren und schlimmstenfalls zu ungeklärten Infektionsketten führen. Vor diesen Hintergründen ist die Absage der Fahrt hoffentlich nachvollziehbar. Die Entscheidung musste schnell und vor allem kurzfristig getroffen werden, dennoch sind alle betroffenen Schülerinnen und Schüler und die Elternvertreter der Stufe mit einbezogen worden.

Abzuwarten bleibt jetzt, wie sich das Infektionsgeschehen nach den Herbstferien entwickelt. Wir hoffen sehr, dass der Unterricht weiter im Regelbetrieb durchgeführt werden kann. Auch hoffen wir, dass wir Schulfahrten im Jahr 2021 wieder durchführen können, denn Schulfahrten gehören zum Schulleben dazu und haben eine ganz wichtige Funktion. Gleichwohl: Es bleibt in den nächsten Monaten sicherlich alles weiterhin kritisch und kaum vorhersagbar.

Digitalisierung

Auf dem Weg zur digitalkompetenten Schule sind wir in den vergangenen Wochen weitere, wichtige Schritte gegangen. An unserem pädagogischen Tag im September haben sich alle Fachschaften mit digitalen Unterrichtskonzepten für den Regelunterricht beschäftigt. Zudem gab es für alle Kolleginnen und Kollegen eine Einführung in die Plattform Microsoft365. In dieser Woche sind nun auch die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II zu einem großen Teil in Microsoft365 eingewiesen worden. Die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I erhalten ihre Zugangsdaten und eine erste Schulung durch die Klassenlehrer und Klassenlehrerinnen nach den Herbstferien. Nach und nach wird Microsoft365 in den Unterricht und die Kommunikation unserer Schule eingebaut werden und unsere Lernplattform moodle ergänzen. Wir freuen uns sehr über die neuen Möglichkeiten. 

Neuigkeiten gibt es auch in Bezug auf die technische Ausstattung unserer Schülerinnen und Schüler. Nachdem durch den Arbeitskreis Digitalisierung im letzten Jahr die Idee der Einführung einer elternfinanzierten Tabletklasse nach den guten Erfahrungen mit unserer Pilotklasse weiterentwickelt worden ist und wir auch bei den Anmeldegesprächen von Seiten der Eltern eine breite Zustimmung erhalten haben, wurde in der letzten Schulkonferenz beschlossen, dass die Schülerinnen und Schüler der aktuellen Jahrgangsstufe 5 zum zweiten Schulhalbjahr mit elternfinanzierten Tablets ausgestattet werden sollen. Trotz des Digitalpakts und möglicher weiterer Förderungen wird es leider dauerhaft nicht möglich sein, alle Schülerinnen und Schüler mit einem eigenem Gerät durch den Schulträger auszustatten. Wichtig war der Schulkonferenz eine sozialverträgliche Finanzierung und ein pädagogisches Konzept zum Einsatz. Beides soll in den kommenden Monaten vom Arbeitskreis Digitalisierung auch in Absprache mit den Eltern der Jahrgangsstufe entwickelt werden. Auch für die aktuelle Jahrgangsstufe 7 sollen elternfinanzierte Tablets angeschafft werden. Diese sollen auf Dauer möglichst auch als Ersatz für den in Klasse 8 anzuschaffenden Taschenrechner dienen. Eine Anschaffung ist daher für den Beginn des kommenden Schuljahres geplant. Wir werden die Eltern der Jahrgangsstufen 5 und 7 diesbezüglich nach den Herbstferien genauer informieren und mit Ihnen ins Gespräch kommen. In Verbindung mit der, im Zuge des Digitalpakts vom Schulträger zugesagten, Ausstattung können wir hoffentlich bald die schon begonnene Unterrichtsentwicklung weiter vorantreiben. 

Unsere langfristigen Planungen sehen vor, dass alle G9-Jahrgänge zukünftig mit elternfinanzierten Geräten ausgestattet werden.

Einladen möchten wir in Kooperation mit der Landesanstalt für Medien NRW die Eltern der Jahrgangsstufe 5-7 schon heute zu einem Elternabend zum Thema „Umgang mit sozialen Medien“ am 16.11.2020 um 19.00 Uhr in unserer Aula. Weitere Informationen, v.a. auch zu den Hygienemaßnahmen und der maximalen Besucherzahl, werden wir aufgrund des dynamischen Geschehens erst nach den Herbstferien an Sie weitergeben. 

Private Reisen von Schülerinnen und Schülern in COVID-19 Risikogebiete in den Herbstferien

Bei der Einreise aus einem Risikogebiet nach Deutschland (Reiserück­kehr) gelten besondere Regelungen, aus denen sich wichtige Verpflich­tungen ergeben.

Private Reisen in Risikogebiete bedürfen aktuell einer besonderen Pla­nung und Umsicht; ggfs. müssen bestehende Planungen aufgrund geän­derter rechtlicher Vorgaben oder medizinischer Einschätzungen auch kurzfristig geändert werden. Die Situation kann sich täglich ändern und muss im Blick gehalten werden.

Bei einer Einreise aus einem Risikogebiet ist die aktuelle Coronaeinreiseverordnung (CoronaEinrVO) des Landes Nordrhein-Westfalen zu be­achten.

Wichtigste Verpflichtungen nach der CoronaEinrVO sind die Quaran­tänepflicht (§ 3 CoronaEinrVO) sowie die Meldepflichten beim zuständi­gen Gesundheitsamt (§ 2 CoronaEinrVO).

Verstöße gegen diese Pflichten können als Ordnungswidrigkeiten geahn­det werden (§ 5 CoronaEinrVO).

Nach dem Aufenthalt in einem Risikogebiet und der Einreise nach Deutschland entfällt die Pflicht zur Quarantäne ab dem Zeitpunkt, ab dem Einreisende ein negatives Testergebnis nachweisen können.

Hierfür gibt es aktuell zwei Möglichkeiten:

  • Nachweis eines negativen Testergebnisses bei der Einreise, das nicht älter als 48 Stunden sein darf. Dieses ärztliche Zeugnis muss in deutscher oder in englischer Sprache verfasst sein.
  • Testung unverzüglich nach der Einreise, wenn möglich direkt am Flughafen.

Bis zum Erhalt des Ergebnisses eines in Deutschland durchgeführten Tests besteht die Verpflichtung, sich unverzüglich in (häusliche) Quaran­täne zu begeben. Wenn der Test negativ ist und sich keine Symptome auf COVID-19 zeigen, beendet dies momentan die Quarantänepflicht.

Es wird unbedingt empfohlen, sich regelmäßig über die aktuellen Ent­wicklungen zu informieren, da sich ab 01.10.2020 möglicherweise Ände­rungen ergeben.

Weiterführende Informationen sind auf der Sonderseite des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales Nordrhein-Westfalen abrufbar unter: https://www.mags.nrw/coronavirus.

Die Einstufung als Risikogebiet wird durch das Robert-Koch-Institut fort­geschrieben und veröffentlicht:

www.rki.de/covid-19-risikogebiete.

Schülerinnen und Schülern müssen sich nach der Rückkehr aus Risiko­gebieten an die oben beschriebenen Auflagen halten. Unabhängig von den rechtlichen Folgen stellt die Missachtung der Vorgaben einen schweren Verstoß gegen die Pflicht zur gegensei­tigen Rücksichtnahme in der Schule dar.

Schülerinnen und Schüler in Quarantäne bleiben dem Unterricht aus Rechtsgründen fern. Dieser Umstand stellt keine Schulpflichtverletzung und keinen schulischen Pflichtenverstoß der Schülerin oder des Schülers dar.

Masernschutzimpfung

Die Coronapandemie und die übliche Erkältungszeit im Herbst führt derzeit zu einer Überlastung der Arztpraxen. Das Gesundheitsamt bittet darum, dass Sie derzeit keine Arztermine zur Bescheinigung der Masernschutzimpfung vereinbaren. Bitte legen Sie die ausgeteilte Bescheinigung zunächst zur Seite. Über das weitere Vorgehen werden wir nach Rücksprache mit dem Schulträger informieren.

Personal

Bereits im September konnten wir zwei neue Kolleginnen an unserer Schule begrüßen. Frau Beckmann unterrichtet mit voller Stundenzahl die Fächer Englisch und Erdkunde, Frau Köhler unterrichtet die Fächer Chemie und Biologie. Wir begrüßen die beiden Kolleginnen herzlich an unserer Schule. Zum 01.11.2020 konnten wir zwei weitere Stellen besetzen. Frau Benning wird uns in den Fächern Philosophie und Englisch unterstützen und Frau Schenzielorz mit den Fächern Chemie und Deutsch.

Nach den Herbstferien kommt Herr Reich aus der Elternzeit zurück. Insgesamt wird die personelle Situation an unserer Schule damit deutlich entspannt und wir hoffen sehr, dass auch der Stundenplan ab November für eine deutlich längere Zeit ohne weitere Änderungen durchgeführt werden kann.

Konfliktlotsen

Seit fünf Jahren bilden wir am Heinrich-Heine-Gymnasium Schülerinnen und Schüler zu Konfliktlotsen aus. Dabei erlernen sie das Mediationsverfahren als Instrument der Vermittlung in Streitsituationen, d.h. sie sind in der Lage, zwischen Schülerinnen und Schülern, die sich im Streit befinden, durch Gespräche zu vermitteln und sie auf diese Weise zu unterstützen, eine eigene Lösung für ihren Konflikt zu erarbeiten und diese umzusetzen.

Während Schüler*innen der 5.Jahrgangsstufe das Angebot durch ihre Klassenpatinnen und – paten erhalten, können sich alle anderen Schüler*innen unserer Schule an die Mitglieder der Konfliktlotsen-AG wenden und mit ihnen gemeinsam eine Mediation durchführen lassen. Mitglieder sind Schüler*innen aus der Oberstufe.

Bei Streitigkeiten können sich Schüler*innen auf verschiedene Weise Unterstützung bei der Konfliktlotsen-AG holen: Auf der Homepage unserer Schule (unter https://hhg-bottrop.de/konfliktlotsen-am-hhg/) ist ein Formular zu finden, das jeder Schüler / jede Schülerin selbständig ausfüllen und über die Klassenlehrer*innen oder das Schülersekretariat an die AG weiterleiten kann. Zudem kann man über Frau Göke und Frau Schwarzenberg, die die Arbeit der Konfliktlotsen-AG begleiten, Anfragen an die Schülermediator*innen stellen.

Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich einen Termin für ein Gespräch zu vereinbaren und eine Mediation durchzuführen.

Wir sind davon überzeugt, dass die Tätigkeit von ehrenamtlichen Schüler-Konfliktlotsen zu einer Verbesserung der Streitkultur führen wird, in der langfristig unsere Schülerinnen und Schüler lernen können, ihre Konflikte durch Gespräche angemessen und selbständig zu lösen. Auf diese Weise wird es möglich, die sozialen Kompetenzen nachhaltig zu fördern und zu stärken und die Klassengemeinschaft sowie vor allem auch das Lernklima positiv zu beeinflussen.

Termine

Die vielen anstehenden Termine finden Sie immer auf unserer Homepage. Auf einige wichtige Termine bis zu den Weihnachtsferien möchten wir auch an dieser Stelle noch einmal hinweisen:

  • 16.11.2020: Lehrerkonferenz (unterrichtsfrei nach der 6. Stunde)
  • 16.11.2020: Elternabend zum Thema „Umgang mit sozialen Medien“ um 19.00 Uhr in unserer Aula (s. oben)
  • 22.12.2020: Letzter Schultag vor den Weihnachtsferien

Wir wünschen allen schöne und erholsame Herbstferien!

Liebe Grüße, bleiben Sie gesund und optimistisch!

Cornelia Hußmann und Tobias Mattheis