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Informatik-Biber 2021 – HHG an der Spitze bei Deutschlands größtem Informatikwettbewerb

Hannah Jokisch (links) und Jakob Leander Rothe (in der Mitte) aus dem Informatikkurs der Q1 freuen sich nicht nur über ihre 1. Preise, die sie selber beim Biber-Wettbewerb erreicht haben, sondern auch über den Geldpreis in Höhe von 400 €, den die Schule bekommt, und welcher unmittelbar ihrem Fach Informatik zugute kommt.

•     428.856 Teilnehmerinnen und Teilnehmer insgesamt

•     das HHG ragt mit 934 Teilnehmenden heraus

•     Preise für besonderes Engagement

•     Aufgaben stammen aus 18 Ländern

 

Bottrop, Dezember 2021

Welchen Weg muss die auf dem Bild dargestellte Schildkröte gehen, um ihren kompletten Garten abzugrasen, wenn sie jedes Feld nur einmal betreten darf? Welche Wassersperren muss der Müller schließen, damit er in Ruhe Räder in seine Wassermühlen einbauen kann? Beim Informatik-Biber 2021 setzten sich Schülerinnen und Schüler mit altersgerechten informatischen Fragestellungen auseinander, spielerisch und wie selbstverständlich. Die insgesamt 32 Aufgaben stammten aus 18 Ländern, darunter auch Philippinen, Uruguay und Usbekistan.

Teilgenommen haben 428.856 Kinder und Jugendliche an deutschen Schulen im In- und Ausland. 934 davon stellte allein das HHG. Es ist damit eine der teilnahmestärksten Schulen bundesweit und wird für dieses besondere Engagement mit einem Preis ausgezeichnet.

 

Positive Bilanz

Die Bundesweiten Informatikwettbewerbe (BWINF) als Veranstalter zogen eine positive Bilanz: Die Teilnahmezahl bedeutet einen neuen Rekord für den Informatik-Biber und gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um mehr als 12 Prozent. In der Primarstufe (Jahrgangsstufen 3 und 4) liegt die Steigerung sogar bei rund 25 Prozent. In Nordrhein-Westfalen macht sich die Einführung des Pflichtfachs Informatik in den Klassenstufen 5 und 6 zum Schuljahr 2021/22 direkt bemerkbar. Allein aus NRW beteiligten sich 45.218 Kinder in dieser Altersgruppe, 58 Prozent mehr als im Vorjahr. Beim Blick auf den Mädchenanteil zeigt sich: Der Biber ist ein Informatik-Wettbewerb mit annähernder Geschlechterparität – der Anteil der Mädchen liegt mit 185.251 Teilnehmerinnen bei rund 46 Prozent*. Diese erfreulichen Ergebnisse sind insbesondere dem großen Engagement der Lehrkräfte zu verdanken.

 

Auszeichnung für besonderes Engagement

934 Schülerinnen und Schüler des HHG nahmen vom 8. bis 19. November am Informatik-Biber teil. Das ist eine der höchsten Teilnahmezahlen aller 2.569 mitwirkenden Bildungseinrichtungen. Dafür wird die Schule von BWINF ausgezeichnet und erhält ein Preisgeld in Höhe von 400 Euro.

„Wir danken dem HHG, allen teilnehmenden Schülerinnen und Schülern und insbesondere den verantwortlichen Lehrkräften für ihr großartiges Engagement anlässlich des diesjährigen Informatik-Bibers. Der Wettbewerb hat das Ziel, junge Menschen für Informatik zu begeistern. Mit der herausragenden Teilnahmezahl wurde dieses Ziel am HHG mehr als erfüllt, und das in diesen schwierigen Zeiten“, erklärt BWINF-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Pohl. „Wir sind stolz darauf, beim Thema Informatik zu den engagiertesten Schulen im Bundesgebiet zu zählen“, freut sich Schulleiter Tobias Mattheis.

Der Informatik-Biber weckt nicht nur das Interesse am Fach, sondern ist für viele Schülerinnen und Schüler auch der erste Schritt in der Auseinandersetzung mit Informatik. „Der Wettbewerb verlangt keine Vorkenntnisse, sondern ist allein mit logischem und strukturellem Denken zu bewältigen,“ so der BWINF-Geschäftsführer. „Dieses digitale Denken wird immer wichtiger für eine aktive Beteiligung an der modernen Gesellschaft.“ Als Breitenwettbewerb angelegt, ermöglicht der Biber zum einen die Teilnahme vieler Schülerinnen und Schüler, zum anderen können so Lehrkräfte, Eltern und auch die Kinder selbst Begabungen erkennen. „Talente können entdeckt und früh gefördert werden,“ betont Pohl das übergeordnete Ziel des Wettbewerbs. „Der Informatik-Biber hat seit seinem Bestehen die Begeisterung für Informatik in die Schulen, zu den Kindern und Jugendlichen und damit auch zu Eltern und Angehörigen getragen. Damit dürfte der Biber auch seinen Beitrag zur positiven Entwicklung der Schulinformatik geleistet haben“, so Pohl.

 

Der Informatik-Biber

Der Informatik-Biber ist das Einstiegsformat der Bundesweiten Informatikwettbewerbe (BWINF). Der Wettbewerb stellt die deutsche Beteiligung am „Bebras International Challenge on Informatics and Computational Thinking“ dar, der 2004 in Litauen gestartet wurde. BWINF richtet neben dem Informatik-Biber auch den Bundeswettbewerb Informatik und den Jugendwettbewerb Informatik aus und ist außerdem für Auswahl und Teilnahme des deutschen Teams bei der Internationalen Informatik-Olympiade (IOI) verantwortlich. Träger von BWINF sind die Gesellschaft für Informatik e.V., der Fraunhofer-Verbund IUK-Technologie und das Max-Planck-Institut für Informatik; gefördert wird BWINF vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Bundesweiten Informatikwettbewerbe sind von der Kultusministerkonferenz geförderte Schülerwettbewerbe und stehen unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten.

Podiumsdiskussion mit Frau Ministerin Gebauer


Am Freitag, 10.12.2021,  beginnen die diesjährigen „Wochen für Demokratie und Respekt“.

Aus diesem Anlass haben unsere Schüler*in Talia C. Hinz (Q2) und Jacob Schraven (Q1) bei einer Podiumsdiskussion zur Thematik u.a. mit Fr. Ministerin Gebauer und  Gewaltforscher Herrn Professor Dr. Zick teilgenommen. Sie vertraten hier nicht nur unsere Schule, sondern auch die gesamte Schülerschaft in NRW.

Unsere Schulgemeinde konnte live dabei sein und im Livestream die Veranstaltung mitverfolgen. Nun ist diese auch im (Re)Livestream auf der Seite des Bildungsministeriums zu sehen. Bitte hier klicken.

Während der „Wochen für Demokratie und Respekt” sind alle Schüler*innen mit ihren Lehrkräften aufgefordert, darüber nachzudenken, wie Demokratie und Respekt in Schulen gefördert sowie das Engagement gegen Gewalt und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit unterstützt werden kann. Hierzu können alle bereits bestehenden oder neuen Projektideen (z.B. als Video,  Projektbeschreibung, Dokumentation, Tonaufnahme etc.) bis zum 26. Januar 2022 beim Schulministerium digital eingereicht werden (hier bitte an Fr. J. Keller wenden).

Zum Abschluss der Demokratiewochen am 02. Februar 2022 werden fünf besonders gelungene Projekte mit einem Preisgeld von jeweils 1000 EUR ausgezeichnet und in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt.

So halten Bottroper Schüler Zeitzeugen-Erinnerungen lebendig

HHG-Direktor Tobias Mattheis (l.) und Ksenia Eroshina, Leiterin der Bildungsarbeit des Zweitzeugen e.V. unterzeichnen den Kooperationsvertrag. Jürgen Buschfeld und Andrea Multmeier sowie Judith Oppermann (r.) (vom Bündnis Buntes Bottrop als Initiatoren sind dabei.

Bottrop.  Als erste Bottroper Schule nimmt das Heinrich-Heine-Gymnasium am bundesweiten Programm von „Zweitzeugen e.V.“ teil. Kooperation für drei Jahre.

Die Zahl der Zeitzeugen geht zurück. In absehbarer Zeit wird es keine Menschen mehr geben, die über eines der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte, den Nationalsozialismus, direkt berichten können . Das Heinrich-Heine-Gymnasium (HHG) betritt gerade als erste Bottroper Schule neues Terrain und bildet Schülerinnen und Schüler zu Zweitzeugen aus. Die Idee dahinter: Wenn die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die heute noch über die Zeit während des Nationalsozialismus und die Verfolgung durch das damalige Regime berichten können, einmal nicht mehr da sind, sollen Jüngere in er Lage sein, diese Erinnerungen und Lebenserzählungen wach zu halten. Dafür macht sich seit einiger Zeit der Verein Zweitzeugen e.V. stark, der nun auch das Projekt am HHG mit mehreren Workshops flankiert.

Angeregt hat diese Kooperation, die jetzt vom HHG und dem Zweitzeugenverein offiziell für die nächsten drei Jahre besiegelt wurde, übrigens das Bündnis Buntes Bottrop, das mit Mitteln der hiesigen Egon-Bremer-Stiftung und aus dem Topf der Landesbeauftragten für Antisemitismus, Gabriele Leutheusser-Schnarrenberger, finanziell gefördert wird.

Schule hat immer wieder Kontakt zu Zeitzeugen

Kontakt zu Zeitzeugen hat die Schule seit zwei Jahren, wie Geschichtslehrerin Julia Keller erzählt, die das Zweitzeugen-Projekt dort maßgeblich betreut. Damals sei der NS-Zeitzeuge Sally Perel aus Israel nach Deutschland gereist und hat trotz seines hohen Alters seine Geschichte im HHG erzählt. Er hat es geschafft, als jüdischer Junge mit Hilfe einer Hitler-Jugend-Uniform unentdeckt zu bleiben und so die Verfolgung zu überleben. Anfang diesen Jahres ließ er sich auch von der anhaltenden Pandemie nicht aufhalten und schaltete sich via Videoübertragung in die Klassenzimmer, um der Schulgemeinschaft erneut aus seinem Leben zu berichten und offiziell Schulpate des HHG zu werden.

 

Die Schülerinnen Jona Nhu-Lan Ho, Laura Stadler, Anne Schultz und Carolina Brotz (v.l.) des Heinrich-Heine-Gymnasiums nehmen Teil am Zweitzeugen-Projekt. Dank dieses bundesweit tätigen Vereins werden Schüler so ausgebildet, dass sie die Erinnerung an die Naziverbrechen auch dann kompetent wachhalten können, wenn es keine lebenden Zeitzeugen mehr gibt. Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Auch vier Schülerinnen der Jahrgangsstufe 10, in der künftig die Zweitzeugenausbildung stattfindet, haben Perels Erzählung erlebt, die sie bis heute beschäftigt. Laura Stadler ist durch die Schule und besonders dieses Projekt mit dieser Epoche deutscher Geschichte erstmals intensiver konfrontiert worden. „Es ist eigentlich unglaublich, dass so etwas vor gar nicht so langer Zeit passieren konnte und diese Schicksale, die die Menschen so offen mit uns teilen, müssen immer weiter erzählt werden“, so die Schülerin.

Blick auf die Schicksale zeigt auch, wie schützenswert Demokratie ist

In den Workshops erfahren die Jugendlichen anhand umfangreichen Materials vom Schicksal vieler jüdischer Überlebender der Verfolgung, zum Teil auch multimedial. Sie nehmen dann, wenn möglich, auch Kontakt zu den hochbetagten Männern und Frauen auf, die heute zum Teil sehr weit weg, oft im Ausland, leben. „Diese Menschen lassen uns an ihrer schlimmen Geschichte teilhaben, das gibt es sonst kaum“, sagt Jona Nhu-Lan Ho. Und Anne Schultz betont: „Ein Blick auf diese Zeit und diese Schicksale zeigt, wie man tatsächlich aus Geschichte lernen kann und wie schützenswert Demokratie ist.“

Zeitzeuge und Schoah-Überlebender Sally Perel bei seinem Besuch vor zwei Jahren im Heinrich-Heine-Gymnasium. Foto: HHG

 

 

Autor: Dirk Aschendorf

Quelle: WAZ, Sonntag, 21.11.2021

https://www.waz.de/staedte/bottrop/so-halten-bottroper-schueler-zeitzeugen-erinnerungen-lebendig-id233897885.html

Musikinstrumente wurden gespendet

Spende an Musikschule übergeben
Zusammenarbeit mit drei weiterführenden Schulen fördert Musiktalente.

Die „Studienstiftung Grasedieck“ hat der Musikschule 6.000 Euro gespendet, die für Musikprojekte der Musikschule am Heinrich-Heine-Gymnasium, der Janusz-Korczak-Gesamtschule und dem Vestischem Gymnasium eingesetzt werden sollen.

© Stadt Bottrop | Lisa Winschel und Henrike Löcker (8. Klasse des Vestischen Gymnasiums) zeigen zwei Trompeten als Teil des Bestandes an Leihinstrumenten. In der Bildmitte die Stiftungsgründer Christa und Dieter Grasedieck. In der hinteren Reihe von links: Jürgen Slak (Leitungsteam Musikschule), René Heuwieser (Schulleiter Janusz-Korczak-Gesamtschule), Ingo Brzoska (Leitungsteam Musikschule), Tobias Mattheis (Schulleiter Heinrich-Heine-Gymnasium) und Dirk Willebrand (Schulleiter Vestisches Gymnasium).

Das Geld dient der der Anschaffung und Pflege von Musikinstrumenten. Mit den Leihinstrumenten können laufende Unterrichtsangebote zum Erlernen von Musikinstrumenten vertieft und ausgebaut werden und neue Projekte verwirklicht werden.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Stiftung das Projekt „Orchesterklasse“, das als Kooperation zwischen der Musikschule der Stadt Bottrop und dem Heinrich-Heine-Gymnasium durchgeführt wird, gefördert. Die Orchesterklasse bietet „praktischen“ Instrumentalunterricht, der von der Musikschule angeboten wird und verknüpft ist mit dem Aufbau eines Orchesters und mit dem „allgemeinen“ Schulmusikunterricht, der vom Gymnasium gestaltet wird.

Mit weiteren Musikprojekten an weiterführenden Schulen, neben dem Heinrich-Heine-Gymnasium sich auch die Janusz-Korczak-Gesamtschule und das Vestische Gymnasium im Boot, sollen Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit bekommen, ein Instrument überhaupt erst einmal kennenzulernen und auf diese Weise auch Talente zu entdecken.

Dabei spielt die Kooperation und Verzahnung der Angebote an den Schulen und der städtischen Musikschule eine wichtige Rolle. Wer sich einmal für ein Instrument interessiert, möchte dieses vielleicht auch intensiver kennenlernen. Dazu stehen Angebote an der städtischen Musikschule zur Verfügung, die durch die Zusammenarbeit Nachwuchs bekommt.

Quelle: Tobias ten Hoopen  /

Bottroper Zeitung vom 14. November 2021

Spende an Musikschule übergeben

Spende an Musikschule übergeben

Bringzonen an Bottroper Gymnasien leiten Elterntaxis um

Die Hol- und Bringzone an der Hans-Böckler-Straße wird von HHG-Schulleiter Tobias Matheis (re.) sowie Jasmin Impekoven und Dino Rühlemann (Straßenverkehrsamt) vorgestellt. [Thomas Gödde FUNKE Foto Services]

Bottrop.  Auch die Zöglinge an weiterführenden Schulen werden teils fast bis ins Klassenzimmer gebracht. Darum ist am HHG Autoverkehr vor der Schule tabu.

Mit dem Start des neuen Schuljahres nehmen auch die Elterntaxis wieder ihren Betrieb auf – und sorgen teils für brenzlige bis gefährliche Situationen direkt vor den Schultoren. Dabei werden nicht nur Grundschülerinnen und Grundschüler von ihren Eltern teils fast bis ins Klassenzimmer gefahren, sondern tatsächlich auch die „Großen“ an den weiterführenden Schulen. Und in der Corona-Pandemie hat der Autoverkehr insgesamt noch zugenommen. Für Entzerrung des Schulverkehrs sorgen sollen Hol- und Bringzonen, wie sie jetzt im Umfeld des Heinrich-Heine-Gymnasiums eingerichtet wurden.

Bottroper Schulweg zu Fuß gehen: Gut für die Gesundheit, gut für die Sicherheit

An der Hans-Böckler-Straße, Höhe Hausnummer 45, und auf dem Parkplatz am Hallenbad weisen nun Schilder auf die Zonen hin, an denen Eltern ihre Kinder unproblematisch aus- bzw. einsteigen lassen können. Die letzten Meter bis zum Gymnasium an der Gustav-Ohm-Straße legt der Nachwuchs dann zu Fuß zurück. „Es ist gut, einen Stück Weg an der frischen Luft zu gehen“, sagt Schulleiter Tobias Mattheis. Und vor allem ist diese Regelung gut für die Verkehrssicherheit, davon sind auch Dino Rühlemann, Abteilungsleiter beim Straßenverkehrsamt, und seine Kollegin Jasmin Impekoven überzeugt.

Schließlich gab es bereits vor Corona, nämlich 2019, einen Unfall auf der Gustav-Ohm-Straße, bei dem ein radelnder Schüler angefahren worden ist. Die Straße ist heute eine Fahrradstraße, die für radelnde Jugendliche besonders sicher sein soll – und auf der Autofahrer nur zu Besuch sein sollten. Dennoch hätten Kollegen und Kolleginnen sowie Anwohner gerade morgens zwischen 7.50 und 8 Uhr immer wieder beobachtet, „dass extrem viele Kinder zur Schule gebracht werden“, so Tobias Mattheis. Und zwar quasi bis ins Schulgebäude. Das sei schon zu seinem Wechsel ans HHG 2014 ein Thema gewesen, der Trend habe sich über in den vergangenen Jahren noch verstärkt.

Bottroper Schulleiter: Schülerinnen und Schüler sollten mit dem Rad kommen

Eine Entwicklung, die weder Rühlemann noch Mattheis begrüßen – „ich bin eigentlich dafür, dass alle möglichst mit dem Rad kommen“ – , an der man aber nicht dran vorbei komme. Gründe für den Trend zu nennen sei schwierig. „Vielleicht sind die Familien morgens im Stress, mit Sicherheit ist eine gewisse Bequemlichkeit dabei“, so Matheis. Vereinzelt würden Eltern sogar noch über den Lehrerparkplatz direkt bis vors Gebäude fahren. Andererseits habe er in den Ferien erlebt, wie Eltern mit neuen Fünftklässlern den Weg per Rad zur Schule trainiert haben.

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Verkehrsüberwachung werden in der nächsten Zeit kontrollieren, ob die neuen Hol- und Bringzonen in Bottrop auch tatsächlich für Elterntaxis frei gehalten werden – und wie die Nutzung funktioniert. [Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services]
Gleichzeitig fragten Eltern durchaus danach: Wo können wir unsere Kinder denn sicher aus dem Auto lassen? Die extra ausgeschilderten Zonen liefern eine Antwort darauf. Das hält auch Ingo Schwerbaum, Leiter des Josef-Albers-Gymnasiums, für sinnvoll. Neben dem HHG ist das JAG die einzige weitere weiterführende Schule mit Hol- und Bringzonen. Hier sind es insgesamt vier im Umfeld der Schule, so dass Eltern aus allen Fahrtrichtungen Anlaufpunkte finden, wie Jasmin Impekoven erklärt. So besuchen zum Beispiel auch viele junge Leute aus Oberhausen das JAG. Beide Gymnasien liegen in Wohngebieten im Bereich der Stadtmitte.

Zusammen mit der vor zwei Jahren geänderten Verkehrsführung am JAG würden die Bringzonen für eine Entlastung des Verkehrs direkt vor der Schule sorgen, so Scherbaum: „Das klappt gut.“ Er könne nur an die Familien appellieren, dass die Kinder am besten selbstständig zur Schule radeln oder laufen. „Das trägt am Morgen zur Wachheit und insgesamt zur Gesundheit bei.“ Andererseits: „Wir wissen, wir haben einige Familien, die ein Stückchen weiter weg wohnen.“ Und nicht immer seien die Busverbindungen ideal. „Die Umlegung der Buslinie aus Grafenwald hat dazu beigetragen, dass jetzt Kinder mit dem Auto gebracht werden, die sonst mit dem Bus gefahren werden“, nennt Scherbaum ein Beispiel. Und gerade die jüngeren Kinder müssten sich ja erst einmal einfinden. Umso älter die Kinder, umso weniger spielten Elterntaxis eine Rolle.

Gerade für die jüngsten Schüler gibt es in Bottrop weitere Hol- und Bringzonen, und zwar an den Grundschulen Cyriakus, Droste-Hülhoff und Astrid Lindgren.

Autorin: Nina Stratmann  / https://www.waz.de/staedte/bottrop/bringzonen-an-bottroper-gymnasien-leiten-elterntaxis-um-id233089847.html [Stand: 19.08.2021]

 

Abiturienten glänzen mit Traumnoten

Die Gymnasien der Stadt verzeichnen mehr Einser-Abschlüsse als in den vergangenen Jahren. Jahrgangsstufe macht Abi unter extremen Bedingungen

Hut ab vor dieser Schulleistung. Trotz Corona-Pandemie sind Bottrops Abiturienten so (sehr) gut wie selten zuvor. Das belegen aktuelle Zahlen des Josef-Albers-Gymnasiums (JAG) und des Heinrich-Heine-Gymnasiums (HHG).

Am JAG erhielten 115 Schülerinnen und Schüler ihr Abschlusszeugnis. Darunter neunmal die Traumnote 1,0. Zum Vergleich: 2020 waren es „nur“ drei, und 2019 sechs. Dazu kommen diesmal insgesamt 39 Abiturienten, die auf ihrem Zeugnis eine 1 vor dem Komma stehen haben, das sind umgerechnet 33 Prozent des Jahrgangs.

Andere Spitzennoten verzeichnet das HHG. 37 von 123 Schülern haben ein Einser-Abitur. Bei drei von ihnen dürfte die Freude noch größer ausgefallen sein, denn sie haben eine 1,0. Das macht einen Einser-Durchschnitt von 30 Prozent, der höchste in den zurückliegenden vier Jahren. 2020 waren es 27 Prozent, 2019 dann stolze 29 und 2018 immerhin 19 Prozent. Die Abschlussklassen absolvierten ihr Abitur unter extremen Bedingungen. In der Oberstufe Q1 erleben sie den ersten Lockdown mit der Schulschließung, dann folgt im April der Präsenzunterricht. Nach den Weihnachtsferien, mittlerweile in der Q2, folgt Distanzunterricht. Dazu kommen gegebenenfalls Quarantäne, die Maskenpflicht sowie Abstands- und Hygieneregeln, die Sorge vor einer Infektion mit Corona und die kontroverse Diskussion über ein mögliches Not-Abitur.

Weder HHG-Schulleiter Tobias Mattheis noch Ingo Scherbaum, Schulleiter am JAG, mögen den Begriff des „Corona-Jahrgangs“. Als „krisenfest“ bezeichnet Mattheis vielmehr den aktuellen Jahrgang. Das ist nur eine Folge, die diese Abschlussklassen von den vorherigen unterscheiden wird. Beide Schulleiter sprechen von Tugenden wie Flexibilität, Selbstorganisation und Selbstdisziplin, wodurch sich die Schülerinnen und Schüler in Zeiten der Pandemie ausgezeichnet haben. „Teil dieses Jahrgangs zu sein bedeutet nicht, dass die Schülerinnen und Schüler leichter an ihr Abitur gekommen sind“, betont Scherbaum. „Es bedeutet vielmehr, dass sie mit außergewöhnlichen Situationen fertig geworden sind.“

Intensivere Betreuung durch Lehrer

Mattheis dazu: „Die Abiturienten wurden immer wieder vor neuen Herausforderungen gestellt.“ Auch er weist darauf hin, dass die Prüfungen im Vergleich zu den Vorjahren nicht einfacher waren. Aber warum gibt es ausgerechnet trotz Corona so viele Einser-Noten? Eine theoretische Erklärung für das sehr gute Abschneiden, „womöglich haben die Schülerinnen und Schüler mehr Zeit fürs Lernen investiert“, spekuliert Mattheis. Aus Unsicherheit und aus Sorge vor den Prüfungen. Ähnlich denkt Ingo Scherbaum und nennt es eine „stärkere Konzentration auf die Abiturfächer“.

Hinzu kommt eine intensivere Betreuung durch die Lehrer, die die Abiturienten, laut Mattheis, „mit großem Engagement“ und „weit über das Maß des Möglichen hinaus“ unterstützt hätten. Zum Beispiel sind sie auch abseits des Unterrichts über verschiedene Kanäle der Kommunikation stetig erreichbar gewesen.

Quelle: Carsten Liebfried / WAZ vom 28.6.2021

 

Schüler setzen weiter auf Maskenpflicht

Auch wenn ab Montag die Maskenpflicht gelockert wird, im Unterricht in den Klassenzimmern müssen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer weiterhin Maske tragen. Bastian Haumann Ffs

Auf den Schulhöfen dürfen Kinder und Jugendliche ab Montag die Masken absetzen, drinnen muss der Schutz weiter getragen werden. Diese Regelung finden viele nicht richtig

Ab Montag ist die Maskenpflicht auf den Pausenhöfen und Sportanlagen von Schulen passé . Für Schülerinnen und Schüler heißt das: Durchatmen, wenigstens zwischendurch. Würden sie sich wünschen, angesichts gesunkener Inzidenzen und sommerlicher Hitze den Nase-Mund-Schutz auch in den langen Unterrichtsstunden absetzen zu dürfen? Noch nicht, lautete gegenüber der WAZ immer wieder die Antwort auf diese Frage.

Max Fockenberg etwa hält das Tragen einer medizinischen Maske weiterhin für notwendig, wenn es nicht möglich sei den Mindestabstand einzuhalten. „Da dies im Unterricht in den meisten Fällen nicht möglich ist, würde ich die Maskenpflicht im Unterricht beibehalten“, meint der Vorsitzende des Jugendparlamentes (You.Pa) in Bottrop. Eine FFP2-Maske zu tragen, sei dagegen nicht mehr notwendig. Auf Schulhöfen könne die Maskenpflicht ruhig aufgehoben werden, stimmt der Kirchhellener der Lockerung zu. An der frischen Luft und mit genügend Abstand sei das Infektionsrisiko minimiert.

You.Pa-Vorsitzender will Virus jetzt möglichst harsch eindämmen

Obwohl zur Zeit die Corona-Infektionszahlen rückläufig sind, rät der You.Pa-Vorsitzende, vorsichtig zu bleiben. Max Fockenberg befürwortet es, eine Zero Covid-Strategie zu verfolgen, bevor Schutzmaßnahmen komplett aufgehoben werden. „Der letzte Sommer mit Maske war auch nicht so schön, aber wir haben es alle überlebt und damit uns und andere geschützt“, erklärt er. „Genau das sollten wir jetzt wieder tun, denn je vollständiger wir das Virus in diesem Anlauf eindämmen, je weniger harsch wäre eine mögliche erneute Verschlechterung der Lage“, meint der You.Pa-Vorsitzende

Amirah (17), die das Vestische Gymnasium in Kirchhellen besucht, ist derselben Meinung. „Ich finde es wichtig, dass im Unterricht weiter Masken getragen werden, weil die Inzidenz zwar niedrig ist, aber noch nicht bei Null“, sagt sie. „Ich fürchte, wenn man die Maskenpflicht zu schnell aufheben würde, würde die Inzidenz wieder steigen und das will ja keiner“, betont die Schülerin. Natürlich wäre es deutlich angenehmer, keine Masken mehr tragen zu müssen, aber es sei wichtig, Sicherheit zu schaffen, damit die Inzidenz niedrig bleibt. Amirahs Freundin Jule (17) sieht es ähnlich: „Meiner Meinung nach ist es eine sehr schlechte Idee, die Maskenpflicht aufzuheben. Vor allem kleine Kinder haben weniger Probleme damit, dass sie sich selbst oder andere gegebenenfalls gefährden. Auch im Unterricht sollte weiterhin die Maske getragen werden – ohne würde ich mich ungeschützt fühlen. Auch der Sommer mit der Hitze sollte keine Ausrede sein – nicht so lange wir alle nicht geimpft sind.“

Sicherheit geht vor, findet auch Hans Schlegel, Elternpflegschaftsvorsitzender am Heinrich-Heine-Gymnasium. Ebenso übrigens wie sein Sohn (9. Klasse) und seine Tochter (Q1): „Die beiden finden es gut, dass auf dem Schulhof die Maskenpflicht aufgehoben wird. Sagen aber beide: In der Klasse sollte es auf keinen Fall eine Aufhebung geben, weil man sich dort viel zu nahe kommt. Natürlich ist das Maske-Tragen im Unterricht anstrengender, aber es gibt ihnen ein Gefühl von Sicherheit.“

Schülerinnen und Schüler sind bisher größtenteils nicht geimpft

Hans Schlegel kann das mit Blick auf die Delta-Variante des Virus’, die als hoch ansteckend gilt und ja bereits in der Region aufgetaucht ist , nur bekräftigen. Und die Schülerinnen und Schüler seien zum allergrößten Teil ja nicht einmal erstgeimpft. „Man sagt: Die Kinder ab 12 Jahren können geimpft werden. Aber es ist noch gar kein Impfstoff da.“ So lange die Kinder nicht geimpft seien, solle in den Klassenräumen auf jeden Fall noch Maske getragen werden, betont Schlegel. An der frischen Luft sei das etwas anderes. Aber auch hier gelte es weiter vorsichtig zu sein: „Die Abstände müssen eingehalten werden“, unterstreicht Schlegel, darauf sollten die Schulen unbedingt hinwirken.

Das deckt sich mit der Meinung der Sprecher des Jugendparlamentes. „Ich denke, es ist definitiv ein richtiger Schritt, dort die Maskenpflicht aufzulösen, weil es ein Schritt in Richtung Normalität ist, welcher vertretbar ist und zeigt, es geht langsam wieder bergauf“, kommentiert You.Pa-Vertreter Maximilian Urbaneck die Aufhebung der Maskenpflicht auf Schulhöfen. „Aber man sollte vielleicht nicht unbedingt Person an Person dort stehen und zumindest ein wenig den Abstand einhalten“, warnt er.

 

Quelle:WAZ, 21.06.2021

Autoren:  Norbert Jänecke und Nina Stratmann

https://emag.waz.de/titles/wazbottrop/10581/publications/803/articles/1373701/9/3

Schulen vor Öffnung: Viel Freude, etwas Sorge

Derzeit liegt die Inzidenz stabil unter 100. Bleibt das so, öffnen die Schulen ab 31. Mai. Vorfreude mischt sich mit der Angst vor einer Ansteckung. Lehrer durch Wegfall des parallelen Präsenz- und Distanzunterrichtes entlastet

Die Nachricht, dass bei einer stabilen Inzidenz unter 100 die Schulen ab 31. Mai wieder komplett öffnen, machte in Bottrop schnell die Runde. Schließlich liegt die Wocheninzidenz hier schon seit einigen Tagen unter dem Schwellenwert, viele Lockerungen treten diesen Freitag in Kraft. Bleibt das so, kehrt auch an den Bottroper Schulen ein Stück Normalität zurück. Fünftklässler Nikolas (11) freut sich, wenn er den Wechselunterricht und damit die Teilung seiner Klasse hinter sich lassen kann. Mitschülerin Tilda (10) lernt auch lieber komplett an der Schule als tageweise daheim – hat aber ein wenig Sorge vor einer Ansteckung.
 
Und so haben auch Bottroper Schulleiter gemischte Gefühle, wenn sie an den Vollbetrieb an ihren Schulen denken – für dann fünf Wochen bis zu den Sommerferien. „Die Schülerinnen und Schüler warten schon darauf“, meint Tobias Steinhausen, kommissarischer Leiter der Gustav-Heinemann-Realschule (GHR). Ganz oft sei er zuletzt gefragt worden: Wann können wir endlich wieder die andere Klassenhälfte treffen? Diese Vorfreude bei den Jungen und Mädchen hat etwa auch Tobias Mattheis, Leiter des Heinrich-Heine-Gymnasiums (HHG), gespürt.
Auf der anderen Seite berichtet Tobias Steinhausen: „Nicht alle im Kollegium sind glücklich, dass bis dahin die Impfungen noch nicht durch sind.“ Wenn auch bis Ende Mai alle Kollegen hier – wie an anderen Bottroper Schulen – mindestens die Erstimpfung erhalten haben sollten.
 
Und auch bei den Eltern gibt es kritische und sorgenvolle Stimmen. „Das hat einen experimentellen Charakter“, sagt Hans Schlegel, Elternpflegschaftsvorsitzender am HHG, der sich auch über die täglich wechselnden Verlautbarungen des Schulministeriums ärgert . Ein Problem sieht auch er darin, dass weder Lehrer noch Eltern vollständig geimpft sind, Kinder erst recht nicht.
 
Besser wäre es seiner Meinung nach gewesen, erst nach den Sommerferien mit dem Präsenzunterricht zu starten – wenn eine sicherere Infektions- und Impflage herrscht„und wir mehr Erfahrungen haben“, sagt Schlegel. Natürlich sei Präsenzunterricht, der persönliche Austausch mit den Lehrern und unter den Schülern, „die bessere Alternative, aber möglichst personell so aufgestockt, dass die Klassen halbiert werden könnten“.
 
Im Fokus sollte nun stehen, den Lernstand der Kinder und Jugendlichen zu eruieren, sie alle auf das gleiche Level zu heben und die Unterrichtszeit nicht nur für Klassenarbeiten und andere Leistungsnachweise zu nutzen. „Dieses Schuljahr ist für jeden persönlich anders, aber auf keinen Fall normal.“
 

Test- und Maskenpflicht bleiben an den Schulen bestehen

 
„Dass die Schule voll belegt ist, wird ungewohnt sein und für viele ein mulmiges Gefühl geben“, meint HHG-Leiter Mattheis, der sich wünscht, dass auch Impfungen für Schüler im Fokus bleiben. „Auf der anderen Seite glaube ich, dass es für die Schüler ganz wichtig ist zu öffnen.“ Test- und Maskenpflicht bleiben ja wie andere Hygienemaßnahmen noch bestehen.
 
Herausforderungen liegen laut Steinhausen bei der nun gewünschten Integration des Schwimmunterrichts in den Stundenplan – und bei der coronagerechten Organisation der weiterhin verpflichtenden Selbsttests, wenn dann bis zu 33 Kinder an der GHR in einem Raum sitzen. HHG-Leiter Mattheis hat sich zusammen mit seiner Stellvertreterin noch einmal die Klassenräume angeschaut, ob es bei voller Besetzung irgendwo zu eng werden könnte und Klassen eventuell umgesetzt werden müssten. Markus Reuter, Leiter der Willy-Brandt-Gesamtschule , macht sich vor allem Gedanken um den anstehenden Wechsel zurück in den Ganztagsbetrieb samt möglicher Öffnung der Mensa.
 
Berufskolleg-Leiter Guido Tewes sieht dem Ganzen recht entspannt entgegen: Die Abschlussklassen seien Ende Mai schon raus, so dass dann sehr große Klassen parallel in zwei Räumen beschult werden könnten. Das Testen klappe am Berufskolleg prima. Und: „Für uns ist es ganz wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler zurückkehren.“ Viele seien zu Hause für die Distanzunterricht-Phasen technisch nicht gut gerüstet.
 
Gleichzeitig beschreiben die Schulleiter, dass die Lehrer entlastet würden durch den Wegfall des parallelen Präsenz- und Distanzunterrichtes. Was sie übrigens teils gerne mitnehmen würden aus der Wechselunterrichtszeit, sind die kleinen Lerngruppen . „14 bis 15 Kinder scheint die ideale Größe zu sein“, meint Tobias Mattheis.
 
Nicht zuletzt diese gute Nachricht verbindet WBG-Schulleiter Markus Reuter mit den wohl anstehenden Öffnungen: „Uns wird in Aussicht gestellt, dass wir vernünftige Abschlussfeiern für unsere Absolventen planen können!“
 
Die Rückkehr zum Vollbetrieb an den Schulen ist aber kein Automatismus, das wird auch in der jüngsten Schulmail des NRW-Bildungsministeriums betont . Grundvoraussetzung ist ja sowieso eine stabile Inzidenz unter 100 über mindestens fünf Werktage. Bei wieder steigenden Zahlen ist eine Rückkehr in den Wechsel- oder gar Distanzunterricht möglich.
 
Der Schulbusverkehr übrigens läuft laut der Vestischen jetzt schon in vollem Umfang , könnte aber bei Bedarf noch weiter angepasst werde.
 
Quelle: Nina Stramann und Linda Heimlichkeit / WAZ Bottrop vom 21.Mai 2021

Bottroper Schüler steuern selbst gebaute Hand per Gedanken

Lina Tebourski und Leon Hausmann haben innerhalb von zwei Jahren einen bionische Hand und einen entsprechenden Arm entwickelt. Damit haben die beiden Bottroper Schüler den Landeswettbewerb NRW von Jugend forscht gewonnen. Foto: Lutz von Staegmann / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Mit einem spektakulären Projekt haben Lina Tebourski und Leon Hausmann bei „Jugend forscht“ gewonnen. Wo diese Technik im Alltag anwendbar ist.

Ein weißer Kunststoff-Torso steht auf dem Tisch vor Lina Tebourski (16) und Leon Hausmann (17). Daran baumelt ein Arm mit einer Hand – und dahinter steckt jede Menge High-Tech. Allein mittels ihrer Gedanken können die beiden Schüler des Heinrich-Heine-Gymnasiums Bottrop diese Hand und den Arm steuern. Mit diesem außergewöhnlichen Projekt der Bionischen Hand haben sie den Landeswettbewerb „Jugend forscht“ gewonnen als bestes interdisziplinäre Projekt. Ende Mai treten sie beim Bundeswettbewerb an.

Eine Vielzahl von Servo-Motoren und Fäden sorgt dafür, dass sich Finger, Hand und Arm tatsächlich bewegen. Doch das allein reicht nicht. Mittels eines EEG haben die beiden jungen Bottroper Hirnströme ausgemessen und anschließend eine Software programmiert, die diese Ströme in Bewegungen der Hand umsetzt.

Elftklässler aus Bottrop verblüffen Experten aus der Jury

Damit haben die beiden Elftklässler auch die Jury beim Wettbewerb verblüfft. Schon im vergangenen Jahr haben die beiden den Regionalwettbewerb gewonnen – damals allein mit der von ihnen entwickelten Hand. „Als der Juror das EEG aufgesetzt hat und sich dann tatsächlich die Hand bewegt hat, hat er große Augen gemacht. So etwas ist natürlich toll und spornt einen an, weiter zu machen.“ Und tatsächlich haben die beiden weiter gemacht. Weil es wegen Corona im vergangenen Jahr keinen Landeswettbewerb gab, haben die beiden jungen Forscher ihr Projekt weiter entwickelt und den entsprechenden Torso gebaut.

 

Für ihre erste Teilnahme haben die beiden Bottroper eine bionische Hand hergestellt, später wurde daraus ein Arm mit Torso. Foto: Lutz von Staegmann / FUNKE Foto Services

Die einzelnen Bauteile entstanden im 3D-Drucker, wurden anschließend zusammengefügt. Hier hat sich vor allem Leon Hausmann eingebracht, während Lina Tebourski in erster Linie für den Bio-Part zuständig war. Rund zwei Jahre hat es gedauert von der ersten Idee bis hin zum jetzigen Ausbaustand. Er habe schon früh einen Faible für Robotik gehabt, sagt Leon, bei ihr sei das Interesse an Naturwissenschaften schon immer sehr ausgeprägt gewesen, ergänzt Lina. Auch in ihrer Freizeit beschäftige sie sich viel mit dem Thema und so stoße man dann auch auf verhältnismäßig neue Entwicklungen in der Bionik. Und so sei man letztlich auf das Projekt gekommen.

Bottroper Schüler wollen Universitäten für ihr Projekt begeistern

Inzwischen denken die beiden schon weiter, haben Ideen, wie sie ihren bionischen Arm weiter ausbauen können. Leon denkt an einen Handschuh, den könne der Nutzer dann über seine eigene Hand stülpen und die künstliche Hand imitiert dann deren Bewegungen. Deshalb hoffen die beiden HHG-Jungforscher, dass sich durch die Wettbewerbserfolge nun auch Universitäten für ihre Entwicklung interessieren und sie beim weiteren Ausbau unterstützen.

Denn das sei am Ende auch eine finanzielle Frage, weiß Cornelia Hußmann. Die stellvertretende HHG-Leiterin unterrichtet unter anderem Physik und hat die beiden im Rahmen von „Jugend forscht“ betreut. Schon das einfache EEG, was sich Lina und Leon angeschafft haben, hätte rund 400 Euro gekostet. Nun würden weitere Geräte benötigt, die wesentlich teurer seien. Deshalb will die Lehrerin zunächst auch einen Kontakt zur hiesigen Hochschule herstellen – zumal das HHG mit der Hochschule Ruhr West kooperiert. Selbstverständlich sei man stolz auf die Leistung der beiden. „Das ist auch ein Ansporn für die jüngeren Schüler“, hat sie beobachtet.

Praktische Anwendungsbereiche bei Prothesen oder Arbeit mit Gefahrstoffen

Es gebe für ihr Projekt auch ganz praktische Anwendungsbereiche, sagen die beiden. So ließen sich auf der Basis solcher Programm beispielsweise Prothesen entwickeln, die der Träger dann durch seine Gedanken steuert. „Man könnte vielleicht auch eine Sensorik entwickeln, so dass die künstliche Hand auch weiß, wie fest sie zupackt“, denkt Leon schon weiter. Auch bei der Arbeit mit gefährlichen Stoffen könnte so eine künstliche Hand am Ende zum Einsatz kommen, sagt Lina. Mit anderen Worten, wer mit gefährlichen Stoffen arbeitet, der steuert künftig – auf welchem Wege auch immer – eine künstliche Hand und kommt so selbst gar nicht in den Gefahrenbereich.

Ende Mai steht nun erst einmal der Bundeswettbewerb auf dem Programm – coronabedingt wie auch schon der Landeswettbewerb nur online. Das bedauern die beiden Elftklässler, denn zu so einem Wettbewerb gehöre ja auch der Austausch – mit anderen Teilnehmern und den Fachjuroren. Dazu kämen eben auch Vertreter von Universitäten – für die Zukunft der beiden sicher nicht unwichtig. Demnächst steht erst einmal das Abi an, doch was danach kommen soll wissen die beiden auch schon. Leon kann sich gut vorstellen in dem Bereich auch zu studieren, etwa Elektrotechnik, am liebsten an der RWTH in Aachen. Lina präferiert Medizin, „gern im chirurgischen oder neurochirurgischen Bereich“. Ihr Uni-Favorit? „Bochum.“

Weitere Auszeichnungen fürs HHG

Beim Landeswettbewerb Jugend forscht hat das HHG noch weitere Preise gewinnen können. So haben Nils Ramspeck und Benedikt Raßmann im Feld Geo- und Raumwissenschaften den zweiten Platz belegt. Das HHG wurde außerdem als beste Jugend forscht-Schule in NRW ausgezeichnet.

Auch Lehrerin Cornelia Hußmann durfte sich über eine Auszeichnung freuen. Sie erhielt einen Sonderpreis für Projektbetreuende.

Autor: Matthias Düngelhoff

Quelle:WAZ online, https://www.waz.de/staedte/bottrop/bottroper-schueler-steuern-selbst-gebaute-hand-per-gedanken-id231999021.html [Stand, 09.04.21, 15.25 Uhr]

 

Hier gehts zur Druckausgabe des Artikels vom 10.04.2021.

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