Gedenken an die Bottroper Opfer des Nationalsozialismus

Auch in Bottrop liegen in Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus die goldglänzenden „Stolpersteine“ des Berliner Künstlers Gunter Demnig. Gezeichnet von der Zeit werden sie oft einfach übersehen, aber wir, der Q2 Grundkurs Geschichte, schaut genau hin. Gemeinsam mit unserer Geschichtslehrerin Frau Keller machten wir uns auf den Weg, einige der Gedenksteine auf der Essener- und Bergstraße zu besuchen und zu säubern.

„Stolpersteine“ werden vor den Wohnorten von Personen verlegt, die von dem nationalsozialistischen Regime verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Darauf der Name, das Geburtsdatum, der Tag der Deportation und der Sterbetag des Opfers, sowie das Arbeits- oder Konzentrationslager, in welches die Person deportiert wurde. Wenn das weitere Schicksal der Person nicht bekannt ist, wird es durch drei Fragezeichen ersetzt, die schmerzhaft die Ungewissheit über das Schicksal der Menschen verdeutlichen sollen. 

Am 9. November, jährt sich die Reichspogromnacht zum 82. Mal, pünktlich zu diesem traurigen Ereignis glänzen die Bottroper Steine nun wieder auffällig golden und lenken hoffentlich die Aufmerksamkeit aller Passanten wieder auf sich.

Am Anfang der ersten großen Pause haben wir uns gemeinsam auf den Weg zu einigen nahegelegenen Stolpersteinen in der Bottrop City gemacht. 

Mit Reinigungsmitteln und weiterem Putzmaterial ausgestattet ging es zu unserem ersten Standort auf der Essener Straße, zu den Stolpersteinen der Familie Krauthammer. Diese Familie liegt unserer Schule ganz besonders am Herzen, da das HHG bereits seit mehreren Jahren eine Patenschaft für die Gedenksteine von Josef Salomon Krauthammer und einem seiner Söhne, Paul Krauthammer, pflegt. Am 24. Januar 1942 wurden Josef, seine Ehefrau Auguste, die drei Kinder Eduard, Joachim und Paul sowie der Neffe Heinz aus ihrer Wohnung an der Essener Str. 17 geholt und aus Bottrop deportiert. Die gesamte Familie gilt seitdem als verschollen und ist durch das Amtsgericht Bottrop 1950 für tot erklärt worden. Eine schreckliche Geschichte einer Bottroper Familie, die zur Zeit des Nationalsozialismus leider kein Einzelschicksal war.

Mit der Intention an die Opfer zu gedenken und mit Hilfe der Putzaktion auf die Stolpersteine in unserer Stadt aufmerksam zu machen, machten wir uns voller Tatendrang ans Werk. Nach kräftigem Putzen erschien der alte Glanz der Steine. Viele Passanten blieben stehen und beobachteten unsere Putzaktion.

Neben den Stolpersteinen der Familie Krauthammer haben wir auch weitere Steine im Umkreis unserer Schule besucht. Hierzu haben wir uns im Vorfeld sowohl im Unterricht als auch am Ort des Geschehens selbst mit den überlieferten biographischen Angaben der deportierten Bottroper*innen beschäftigt, um diesen entsprechend gedenken zu können.

Uns ist wichtig, dass die Opfer des Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit geraten. Die Stolpersteine sollen dazu beitragen. Wir haben die Stolpersteine verdreckt und unauffällig vorgefunden und durch unsere Putzaktion dem Schicksal dieser Menschen die Aufmerksamkeit verliehen, die sie verdient haben.

Wir sind uns einig: Die Aktion fällt auf und in einer solch politisch gespaltenen Gesellschaft dürfen wir das Geschehene keineswegs vergessen, müssen uns immer wieder daran erinnern. Bereits für Dezember plant unsere Schule eine weitere Patenschaft für einen Stolperstein zu übernehmen.

 

Der Q2-Grundkurs Geschichte von Frau Keller