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Tag der offenen Tür 2018

Am 1.12.2018 findet unser diesjähriger Tag der offenen Tür statt.

Beginn ist um 9.30 Uhr.

Wir freuen uns auf viele interessierte Besucher!

Auf Wunsch vieler Eltern finden Sie hier auch bereits die Anmeldezeiträume am HHG im kommenden Jahr:

Am Montag, den 25.02.19 bis Mittwoch, den 27.02.19 in der Zeit von 11.00 Uhr bis 14.00 Uhr und

am Donnerstag, den 28.02.19 in der Zeit von 16.00 Uhr bis 19.00 Uhr

Auch in diesem Jahr gibt es viele Mitmachangebote und Präsentationen:

Tag der offenen Tür 2018_0001

Grundschülerworkshops zu den Schwerpunktangeboten der Klasse 5: MINT, Latein Plus und Bilingualer Unterricht

Liebe Grundschülerinnen und Grundschüler, liebe Eltern,

im Folgenden findet man die Einladungen für die Workshops zu unseren Schwerpunktangeboten der Klasse 5:

Latein Plus,  MINT und Bilingualer Unterricht.


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Download der Einladung zu den Latein Plus-Workshops:

Latein Schatzsuche Workshop 1819(1)

Download des aktuellen Latein Plus-Flyers:

Latein-Plus

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Download der Einladung zu den MINT-Workshops:

201810 Einladung Workshop Homepage

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Download der Einladung zu den Workshops des bilingualen Unterrichts:

BiliWorkshopflyer

 

Bitte beachten Sie die Anmeldemodalitäten.

Download des Anmeldebogens:

201810 Anmeldung Workshop

Sollten Sie im Vorfeld Rückfragen haben, dann dürfen Sie uns gerne kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen

Das HHG -Team

 

 

Kinder sollten Schulweg allein meistern – ohne Elterntaxi

Für die Sechstklässler am Heinrich-Heine-Gymnasium sind Rolf Schmidt und Michael Verleger alte Bekannte. Die beiden Verkehrssicherheitsberater der Polizei begleiten einen Großteil der Kinder schon seit Grundschulzeiten. Bei ihnen haben sie die Radfahrprüfung abgelegt und wertvolle Tipps erhalten, wie sie sich im Straßenverkehr verhalten sollen und wie sie sicher zur Schule kommen.

In der Doppelstunde jetzt geht es vor allem um das richtige Verhalten als Radfahrer. Denn für die Schüler hat sich einiges geändert. Die meisten sind nun älter als zehn Jahre alt, das Radeln auf dem Bürgersteig ist damit tabu. Schmidt und Verleger stellen den Kindern nun die aktuellen Regeln vor: Wo müssen Radler auf der Straße fahren? Wo ist die Benutzung des Radweges vorgeschrieben? Die Hände schießen in die Höhe, die Sechstklässler sind gut vorbereitet, erklären das runde blaue Schild, das die Benutzung des Radwegs zwingend vorschreibt.

Auf der Fahrradstraße haben Radler Vorrang

Dann kommen die beiden Polizisten auf eine Besonderheit vor dem Heinrich-Heine-Gymnasium zu sprechen. Schließlich ist die Gustav-Ohm-Straße ja eine Fahrradstraße. Wer dort auf dem Rad unterwegs ist, hat Vorrang vor den Autofahrern. „Als wir hier heute Morgen angekommen sind, sind die meisten von euch aber auf dem Bürgersteig gefahren“, sagt Schmidt. Das sei nicht in Ordnung. Zumal Radfahrer auf der Fahrradstraße sogar nebeneinander fahren dürfen. Allein der Gegenverkehr darf nicht behindert werden. Die hinterher fahrenden Autos jedoch müssen Rücksicht nehmen. „Hier könnt ihr die Eltern aufhalten, die bis zur Schule fahren.“

Das sagt Schmidt zwar mit einem Augenzwinkern, doch es hat für ihn und seine Kollegen einen ernsten Hintergrund. Sie möchten die Elterntaxis am liebsten von den Schulen weghalten. Eltern, die ihre Kinder zur Schule fahren, sollten abseits an anderen Straßen halten und die Kinder sollten wenigstens die letzten Meter zu Fuß zurücklegen. Das allmorgendliche Verkehrsaufkommen vor vielen Schulen macht der Polizei Sorgen. Zwar habe es da noch keine Unfälle gegeben, sagt Schmidt, doch es müsse ja gar nicht erst so weit kommen. Insgesamt hat die Polizei im vergangenen Jahr fünf Schulwegunfälle gezählt, 2016 waren es neun, 2015 elf.

Hol- und Bringzonen sollen Situation entschärfen

Deshalb unterstützen die Verkehrssicherheitsberater die Elternhaltestellen, die schon an einigen Grundschulen eingerichtet wurden. Aktuell laufen bei der Stadt Planungen, sie auch am Josef-Albers-Gymnasium einzurichten, um das Verkehrschaos an der Schule in den Griff zu bekommen. Dort sind noch weitere Maßnahmen wie etwa eine Einbahnstraßenregelung in Planung.

Schmidt und Verleger haben jedoch noch eine Idee. Sie verweisen auf die Stadt Marl, die auch stark mit Hol- und Bringzonen an Schulen arbeitet, zusätzlich aber das Projekt Walking Bus, frei übersetzt laufender Bus, propagiert. Organisiert wird es an den Schulen, und im Prinzip läuft jeden Tag ein anderes Elternteil gemeinsam mit einer Gruppe Kinder zur Schule. An verschiedenen Treffpunkten werden die Kinder eingesammelt und schließen sich der Gruppe an. Die Landesverkehrswacht wirbt regelmäßig für dieses Modell.

Kinder lernen voneinander

„Wenn Kinder gemeinsam unterwegs sind, lernen sie voneinander durch gegenseitiges Beobachten und Korrigieren“, hat Verleger beobachtet. Der Weg zur Schule sei einfach wichtig, damit die Kinder generell lernen, sich richtig im Straßenverkehr zu verhalten. Aus seiner langjährigen Erfahrung weiß er: „Eltern sollten ihren Kindern viel mehr zumuten und zutrauen. Kinder können mehr, als die Eltern glauben.“

Kinder müssen sich auf den Verkehr konzentrieren

Den morgendlichen Hol- und Bringverkehr an den Schulen – Manfred Heuser und seine Kollegen vom Bezirksdienst der Polizei bekommen ihn hautnah mit. „Die Leute sind immer ganz erleichtert wenn wir morgens da sind und die Situation beobachten, doch bei Verstößen erwarten sie dann immer noch, dass wir wegschauen“, berichtet Heuser aus seiner Praxis. Gleichzeitig stellt er aber klar, dass es sich dabei nicht um ein Bottroper Phänomen handele. „Das kann man beobachten von Flensburg bis Garmisch.“ Gerade Halterverbotszonen vor Schulen würden häufig missachtet.

Das Problem sei häufig die Lage der Schulen mitten in den Wohngebieten. Eigentlich ja gedacht, damit die Schüler den Weg zu Fuß zurücklegen können. Außerdem: Einige Schulen seien sehr alt. Als da gebaut wurde, hat niemand an die heutige Verkehrsdichte gedacht. „Die Rheinbabenschule etwa ist ja über 100 Jahre alt. Das wäre zum Beispiel ein solcher Fall.“

Schmale Gehwege

Die baulichen Gegebenheiten rund um die Schulen in Verbindung mit dem vielen Verkehr zu Schulbeginn sorgten zusätzlich für gefährliche Situationen, hat Heuser beobachtet. Er führt das Beispiel der Astrid-Lindgren-Schule am Maybachweg an. Dort auf dem Eigen seien die Gehwege so schmal, da gebe es schon Probleme, wenn sich zwei Fußgänger begegnen. Ein äußerer Einfluss, der womöglich gar nicht allen Autofahrern dort bewusst ist. Ähnlich ist die Situation auch an der Fichteschule am Wilmkesfeld. Auch dort sind die Gehwege sehr schmal.

Er rät allen Eltern, den Schulweg mit den Kindern zu trainieren – egal ob in der ersten oder nach dem Schulwechsel in der fünften Klasse. „Wenn ich mit Erstklässlern oder Kitakindern unterwegs bin, dann sage ich immer, dass der Straßenverkehr gefährlich sein kann. Er muss aber nicht gefährlich sein, wenn ich mich an die Regeln halte.“ Und die Regeln hätten die meisten Kinder eigentlich drauf.

Besondere Vorsicht bei Hindernissen

Sie wissen, dass sie niemals an Hindernissen wie großen Bäumen oder geparkten Autos die Straße überqueren sollen. Wichtig sei, dass sie im Straßenverkehr von➢➞zentriert bleiben und sich an die Regeln erinnern.

Verkehrserziehung

 

Quelle: Matthias Düngelhoff / WAZ 14.11.2018

🚩https://www.waz.de/staedte/bottrop/kinder-sollten-schulweg-allein-meistern-ohne-elterntaxi-id215793637.html

Ex-HHG-Schüler [Päd.-Prof.] zum Dokumentarfilm „Elternschule“

Debatte um Dokumentarfilm „Elternschule“ „Wir haben keine Alltagspädagogik als schwarze Pädagogik mehr“ / Heinz Elmar Tenorth im Gespräch mit Ute Welty / DLF 8.11.2018

Die Vorstellung von der Natur des Kindes habe sich völlig verändert, sagt der Pädagoge Heinz Elmar Tenorth. Die Zeit der „schwarzen Pädagogik“ sei lange vorbei. Er kritisierte aber die Kontrollphantasien beim Umgang von Kindern mit digitalen Medien.

Seit der Dokumentarfilm „Elternschule“ in die Kinos kam, wird über die Methoden einer Gelsenkirchener Klinik im Umgang mit ihren kleinen Patienten heiß diskutiert. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein und in unserem Programm kamen unterschiedliche Stimmen dazu zu Wort.

Der Münchner Kinder- und Jugendpsychiater Karl Heinz Brisch zeigte sich nach dem Film geschockt und sagte bei uns im Interview, er habe sich nicht vorstellen können, dass in einer deutschen Kinderklinik so verfahren werde. Er erinnerte an die Tradition der „schwarze Pädagogik“ im Umgang mit Kindern und den langjährigen Standarderziehungsratgeber „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“ von Johanna Haarer, der Härte im Umgang mit Kindern empfahl.

Im Alltag keine schwarze Pädagogik mehr

„Schwarze Pädagogik ist eine Praxis von Erziehung, die auf vollständige Kontrolle und Beherrschung des Kindes setzt und zwar mit allen denkbaren Mitteln, die einem Erwachsenen zu Verfügung stehen“, erläuterte der Erziehungswissenschaftler Heinz Elmar Tenorth im Deutschlandfunk Kultur dieses Erziehungskonzept. Schwarze Pädagogik sei ein weltweites Phänomen.

Die Erziehungspraktikerin Haarer habe die Ratschläge in ihrem 1934 erschienen Buch nicht erfunden, sondern stütze sich auf frühere Erziehungsratgeber, die im bürgerlichen Milieu in Deutschland schon lange vorlagen, sagte Tenorth, der bis zu seiner Emeritierung 2011 Professor für Historische Erziehungswissenschaften an der Berliner Humboldt Universität war.

„Wir haben keine Alltagspädagogik als schwarze Pädagogik mehr“, sagte er. Die Erziehung habe sich sehr verändert, vor allem weil sich die Vorstellung von der Natur des Kindes sehr verändert hätten.

Umgang mit digitalen Medien    

Beim Umgang mit digitalen Medien mahnte Tenorth zu mehr Gelassenheit:

„Medien galten immer als die gefährliche Umwelt der Erziehung. In den historischen Texten sind das die Miterzieher, vor denen sich die Eltern und die Erzieher fürchten, weil sie die nicht kontrollieren können und damit nicht den Zugang zur Welt kontrollieren können.“

Man sollte da mehr Zutrauen zu den Kindern haben.

Das Interview im Wortlaut:

Ute Welty: Kinder, die nicht schlafen, nicht essen und ihren Eltern den letzten Nerv rauben. Der Film „Elternschule“ dokumentiert Therapien für solche Kinder, die zum Teil sehr drastisch sind. Die Diskussion darüber reißt seit dem Filmstart vor einem Monat nicht ab. Im „Studio 9“-Gespräch hat sich Psychiater Karl Heinz Brisch geäußert:

„Wir haben ja in Deutschland eine ganz lange Tradition von schwarzer Pädagogik, wo es nicht darum ging, Kinder liebevoll und feinfühlig zu behandeln, sondern es ging darum, Gehorsam, Anpassung, Unterwerfung bei Kindern zu erziehen, und das mit den Mitteln der körperlichen Züchtigung und Gewalt. Sie hatten dann das Buch von Johanna Haarer, „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“, das allen Müttern in der Zeit des Nationalsozialismus an die Hand gegeben wurde. Und dass Eltern sehr schnell bereit sind, wenn jemand sagt, doch, Kinder müssen manchmal mit Härte behandelt werden, dann auf diesen Zug aufzuspringen.“

So weit Psychiater Karl Heinz Brisch im „Studio 9“-Gespräch hier in Deutschlandfunk Kultur. Inwieweit Erziehung in Deutschland unter dem Einfluss steht der sogenannten Schwarzen Pädagogik und mit einer Idee von Unterwerfung, das will ich jetzt besprechen mit dem Erziehungswissenschaftler Heinz-Elmar Tenorth, der sich unter anderem als langjähriger Professor an der Humboldt-Universität in Berlin mit der entsprechenden Historie und Genese beschäftigt hat. Guten Morgen, Herr Tenorth!

Heinz-Elmar Tenorth: Guten Morgen, Frau Welty!

Welty: Wie definieren Sie diese sogenannte schwarze Pädagogik?

Tenorth: Schwarze Pädagogik ist eine Praxis von Erziehung, die auf vollständige Kontrolle und Beherrschung des Kindes setzt, und zwar mit allen denkbaren Mitteln, die einem Erwachsenen zur Verfügung stehen.

Welty: Handelt es sich dabei tatsächlich um eine Entwicklung aus Deutschland, speziell aus Nazi-Deutschland?

Tenorth: Nein. Schwarze Pädagogik findet man weltweit, nicht nur immer jeweils isoliert. Es gibt parallel dazu auch immer andere. In Deutschland aber zum Beispiel Johanna Haarer, die Erziehungspraktikerin, die ihr Buch geschrieben hat, auf das Herr Brisch angespielt hat, muss ihre Praktiken und Theorien und Vorschläge nicht erfinden, sondern sie kann sich zum Beispiel auf Erziehungsratgeber stützen, die seit langem im bürgerlichen Milieu in Deutschland vorlagen und in denen Formen der Bestrafung, der Kontrolle, der Isolierung, der Unterwerfung der Kinder detailliert und ausführlich beschrieben worden waren. Sie fasst das nur noch mal neu zusammen.

Veränderte Erziehung

Welty: Was bedeutet das für den Erziehungsstil heute?

Tenorth: Man muss ganz eindeutig sagen, dass die Praktiken der Erziehung, die in der Schwarze Pädagogik dominieren, im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts ihre Wirkung in der Realität weitgehend verloren haben. Wir haben keine Alltagspädagogik als schwarze Pädagogik mehr. Die Erziehung hat sich sehr verändert, vor allem, weil sich unsere Vorstellungen von der Natur des Kindes sehr verändert haben, und nicht nur in der Reformliteratur, auch in der Praxis.

Selbst ein Text wie das Bürgerliche Gesetzbuch hat in dieser Zeit den Begriff der „elterlichen Gewalt“, der dort sei 1900 stand, durch den der „elterlichen Sorge“ ersetzt und einen Paragrafen aufgenommen, in dem die Eltern ausdrücklich dazu verpflichtet werden, ihre Erziehungskonzeption und die Vorstellungen von der Zukunft des Kindes gemeinsam mit dem Kind auszuhandeln, zu besprechen und zu erörtern.

Wir leben in einer anderen Welt. Schwarze Pädagogik ist nicht die dominierende Form der Erziehung, die wir in Deutschland haben – ohne, dass ich damit leugnen will, dass es ab und zu auch in Familien, auch in Familien heute Missbrauch von Kindern gibt, Unterwerfung, Unterdrückung von Kindern, Gewalt gegen Kinder.

Dritter Stil der Erziehung

Welty: Was ist denn, was die Erziehungsfragen angeht, inzwischen das probate Mittel oder die gängige Theorie? Es ist ja immer so eine Diskussion auch zwischen antiautoritärer und autoritärer Erziehung.

Tenorth: Aber dieser Gegensatz ist im Grunde überwunden. Der beherrschte in den 60er-Jahren die Übergangsphase, antiautoritär oder autoritär. Man hat im Grunde einen dritten Stil zwischen diesen beiden Polen gefunden, wobei ein anderer Pol liberal und zu laisser-faire-haft, also zu wenig orientierend ebenfalls abgelehnt wird.

Was wir heute für eine Erziehungswirklichkeit haben, kann man vielleicht mit einem paradoxen Begriff beschreiben, der sich schon bei Rousseau findet, dem französischen Erziehungstheoretiker der Aufklärung.

Für den sollte die Erziehung in einer Welt „wohlgeordneter Freiheit“ stattfinden. Und wohlgeordnete Freiheit ist doch eine Formel, die man ebenfalls in der Aufklärung schon bei Kant findet. Der hatte als Problem der Erziehung auch die paradoxe Formulierung „Wie kontrolliere ich die Freiheit bei dem Zwange?“. Für ihn war Zwang die Unterwerfung unter das Gesetz.

Aber das geht heute durch eine Atmosphäre der Zuwendung, durch symmetrische Strukturen, die verbunden sind immer auch und verbunden sein sollten mit festen und verlässlichen Regeln, auf die sich die Akteure insgesamt beziehen. Eine Form der Kommunikation, die auch Widerspruch zulässt und Widerspruch geradezu provoziert und toleriert, und eine Form des Handelns, die die Kinder mit beteiligt. Freiheit und Partizipation dominieren heute, aber das ist nicht Chaos, sondern eine innere Form der Disziplin gehört mit dazu.

Einsichtige Dreijährige

Welty: Aber wie viel Sinn macht es tatsächlich, mit einem Dreijährigen darüber diskutieren zu wollen, dass man jetzt eine Jacke anzieht bei fünf Grad.

Tenorth: Nein, man diskutiert nicht mit dem Dreijährigen lange darüber, sondern wenn er sie – ich habe Enkel, die sind in dem Alter zufällig, und erlebe das auch alltäglich –, man diskutiert nicht darüber, sondern man nimmt die Jacke unter den Arm, verlässt das Haus, und sofort will er die Jacke anziehen, weil er friert. Es ist sinnlos, Diskussionen zu führen oder mit Gewalt etwas durchzusetzen, wenn man Situationen erlebt und erfährt, in denen sich das selbst regelt.

Dreijährige sind sehr einsichtig. Die können sehr klug kommunizieren. Das Bild des Kindes, das die Kleinkindforschung uns vermittelt, ist das des schon kompetenten Säuglings und des kompetenten Kleinkindes. Das muss man vernünftig argumentieren. Das geht auch, wenn man das mit Verständnis und mit Einfühlungskraft macht, aber auch mit der festen Praxis, dass bestimmte Dinge einfach notwendig sind.

Angst vor Miterziehern

Welty: Welche Rolle spielt auch im historischen Rückblick das Stichwort Mediennutzung? Das ist ja nicht nur virulent, seitdem Spielekonsolen in die Kinderzimmer eingezogen sind.

Tenorth: Medien galten immer als die gefährliche Umwelt der Erziehung. In den historischen Texten sind das die Miterzieher, vor denen sich die Eltern und die Erzieher fürchten, weil sie die nicht kontrollieren können und damit nicht den Zugang zur Welt kontrollieren können, den die Kinder selbstständig haben.

Schon um 1800, also als die modernen Gedanken über Erziehung erstmals formuliert wurden, waren alle Pädagogen ganz ängstlich besorgt und geradezu dramatisch darüber entsetzt, was sie die „Lesesucht der Kinder“ nannten.

Als die Kinder erstmals anfangen konnten, selbst zu lesen, Texte zu lesen, haben die Pädagogen gleich befürchtet, dass sie alles Verderbliche der Welt dabei in sich aufnehmen. Und vor allem die jungen Mädchen, die die Romane lasen, waren ein Objekt der größten Sorge dieser Pädagogen. Und die haben die Lesesucht bekämpft, weil sie alles Schreckliche vermuteten, was man heute auch hören kann.

Heute nennt man das „digitale Demenz“, in den Texten des 18. Jahrhunderts ist das die Demenz, die das Lesen erzeugt, die das Rückgrat verändert, die bei Mädchen verhindert, dass sie brave und ordentliche Mütter werden. Die Angstfantasien der Pädagogen vor den Medien sind riesengroß.

Das fängt beim Lesen um 1800 an, das ist bei Texten um 1900, bei Filmen im frühen 20. Jahrhundert und bei Comics im späteren 20. Jahrhundert. Und heute sind das die Computerspiele. Pädagogen haben Kontrollfantasien, und Kontrollangst, die man ihnen offenbar nicht austreiben kann. Wenn Kinder sich selbst die Welt erobern, gilt das als gefährlich.

Pädagogische Dummheit

Welty: Ich meine, zwischen Ihren Worten herauszuhören, dass sie nicht ganz dieser Ansicht sind.

Tenorth: Nein, wenn Sie beobachten, wie souverän Kinder mit Medien umgehen und wie sehr sie sie aktiv nutzen können, auch parallel nutzen können und natürlich auch Erfahrungen machen, die den Erwachsenen nicht immer erfreuen, aber die doch auch gleichzeitig selbst merken, wenn Medien langweilig werden. Ich habe diese Ängste nicht.

Man muss das Zutrauen in die Kinder haben, mit ihnen darüber vernünftig kommunizieren, aber nicht mit Bestrafungspraktiken arbeiten. Das erzeugt gegenteilige Effekte. Und nichts ist schlimmer als gegenteilige Effekte mutwillig herbeizuführen. Das ist die größte Dummheit, die Pädagogen machen können.

Welty: Erziehung im 21. Jahrhundert, dazu der Erziehungswissenschaftler Heinz-Elmer Tenorth. Ich danke Ihnen herzlich!

🚩HIER auch nachzuhören: https://www.deutschlandfunkkultur.de/debatte-um-dokumentarfilm-elternschule-wir-haben-keine.1008.de.html?dram:article_id=432669

Prof. em. Dr. Dr. h.c. Heinz-Elmar Tenorth ist emeritierter Professor für Historische Erziehungswissenschaft am Institut für Allgemeine Pädagogik der Humboldt-Universität zu Berlin. 1965 Abitur am Heinrich-Heine Gymnasium Bottrop - damals noch Städtisches Jungengymnasium. 

Schüler verbringen ihre Sommerferien in England

Schüler aus Bottrop haben die Möglichkeit, im nächsten Jahr ihre Sommerferien in England zu verbringen: Vom 14. Juli bis 27. Juli oder vom 28. Juli bis 10. August. Ziel der beiden Schülerfahrten des Internationalen Austauschdienstes ist Thanet an der südost-englischen Küste. Die Teilnehmer leben während dieser Zeit in Gastfamilien.
Ein täglicher Sprachunterricht in der örtlichen englischen Schule soll dazu beitragen, die vorhandenen Englischkenntnisse zu erweitern. Und um das Land kennenzulernen, finden viele Ausflugsfahrten statt, selbstverständlich auch nach London.
Teilnehmen können Jungen und Mädchen, die mindestens 10 und höchstens 18 Jahre alt sind. 1 Jahr Schulenglisch sollte vorhanden sein. Ein kostenloses Informationsheft über die Schülerfahrten kann per E-Mail an schueler [at] austauschdienst [dot] de vom Büro des Austauschdienstes angefordert werden (bitte die Postadresse angeben).

Quelle: WAZ Bottrop vom 8.11.2018

„BÜNDNIS BUNTES BOTTROP“

Ein großes „BÜNDNIS BUNTES BOTTROP“ versammelte sich am Freitag, den 2.November auf dem Hans-Sachs-Platz vor dem Berufskolleg, während im Lichthof der Schule der AfD-Politiker Björn Höcke sprach.

Auch (ehemalige) Schülerinnen und Schüler des HHG waren unter den Teilnehmern.

U.a. wurde DIESES selbstgemachte Plakat gezeigt … 

Plakat-Bündnis-Buntes-Bottrop

Lautstarker Protest gegen Höcke

OB Tischler dankt den vielen Demonstranten gegen die AfD Versammlung. Die Anhänger Björn Höckes feiern ihn im Lichthof mit frenetischem Jubel

Lautstark und friedlich verlief die Protestveranstaltung gegen die Versammlung der AfD im Berufskolleg mit Flügelmann Björn Höcke. Das „Bündnis buntes Bottrop“ hatte aufgerufen, Flagge zu zeigen gegen rechte Parolen. Und die Zahl der Gegendemonstranten ließ Oberbürgermeister Bernd Tischler stolz und erleichtert ausrufen: „Schön, dass wir so viele sind!“ Bis zu 1000 Menschen, so die Veranstalter, waren dem Aufruf gefolgt.

Zahl der Demonstranten höher

Tischler erinnerte sich an die Kundgebung der „Mütter gegen Gewalt“ im März auf dem Kirchplatz, bei der die Gegendemonstranten erstmals in Bottrop nicht in der Mehrheit gewesen waren. Das war diesmal aber nicht so. Um die 600 Zuhörer wollte AfD-Bezirks-sprecher Steffen Christ bei der Rede Björn Höckes im Lichthof gezählt haben. Zig Stühle in dem großen Saal blieben allerdings leer. Seine Anhänger jedoch feierten den AfD-Spitzenpolitiker frenetisch. Die letzten Sätze seiner Rede gingen im lauten Jubel unter.

„Heute sind wir mehr!“ betonte derweil draußen Kabarettist Benjamin Eisenberg unter dem Applaus der Menschen auf dem Hans-Sachs-Platz. Sie fühlten sich prächtig unterhalten von Eisenbergs minutenlanger Höcke-Parodie.

Die Polizei hatte dafür gesorgt, dass direkte Konfrontationen unterblieben. Die Besucher und die Redner der AfD-Veranstaltung kamen über die Rückseite in das Gebäude. Eine vor dem Berufskolleg angemeldete „Mahnwache“ wurde auf den Parkplatz verlegt. Dort kamen sich die beiden Seiten am nächsten. Einige Demonstranten suchten zwar die direkte Konfrontation, doch eine Postenkette der Polizei hielt Demonstranten und Mahnwachen-Teilnehmer auf Abstand. Bottrops DGB-Chef Reinhard Thater hatte die Protestkundgebung eröffnet mit der Forderung: „Wir wollen nicht, dass diese Partei mit ihren Parolen Unfrieden und Hass verbreitet. So einen Mist wollen wir hier in Bottrop nicht hören.“ Oberbürgermeister Tischler erklärte in seiner Ansprache auch, warum die Stadt die Nutzung des Lichthofes durch die AfD nicht untersagt habe: „Das war nicht möglich, aber wir sind für ein friedliches Miteinander ohne Rassismus, und das sagen wir laut!“ AfD-Politiker Hocke dagegen sah die Demonstration als Angriff auf die Meinungsfreiheit an und rief unter lautem Jubeln seiner Anhänger im Saal: „Die Anti-Demokraten stehen da draußen“.

AfD Gegendemo Bottrop
Zahlreich und lautstark war der Protest gegen die AfD-Veranstaltung vor dem Berufskolleg. (Foto: Thomas Gödde)

Quelle: Kai Süselbeck und Norbert Jänicke in WAZ-Bottrop, 3.11.2018

Unsere neue Beratungslehrerin Frau Althoff bietet regelmäßige Sprechstunden an

Liebe Schülerinnen und Schüler,

ich möchte mich euch kurz in meiner neuen Funktion als Beratungslehrerin vorstellen und euch herzlich einladen, in meine Beratungsstunden zu kommen. Viele von euch kennen mich als Bio- oder Sportlehrerin. Seit dem Schuljahr 2018/2019 bin ich mit einer Zusatzausbildung zur Beratungslehrerin fertig und arbeite nun auf dem Gebiet der Einzelfallhilfe. Dazu möchte ich euch in schulischen oder privaten schwierigen Situationen, Krisen und bei allen individuellen Fragen helfen, um euch zu unterstützen eine Lösung dafür zu entwickeln, denn jeder ist für seine Situation der Experte. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Stärkung der Selbstständigkeit stehen hierbei im Vordergrund.Althoff-Katrin

Die Gespräche sind vertraulich, so dass ihr sicher sein könnt, dass ihr selbst entscheidet, wer von eurer Lage erfahren soll, denn es gilt hier das Gebot der Schweigepflicht.

Als oberstes Ziel der Beratung steht die Stärkung der Schülerin bzw. des Schülers im Vordergrund, beispielsweise bezüglich

  • des Selbstvertrauens und des Selbstwertgefühls
  • der Fähigkeiten, sich auch den rauen und manchmal unangenehmen Seiten des Lebens zu stellen und diese zu bewältigen
  • des Erwachsenwerdens und der damit verbundenen wachsenden Selbstständigkeit
  • der positiven Selbstwahrnehmung und –annahme und der damit verknüpften Stabilisierung des Gefühlslebens
  • der eigenen Beziehungsfähigkeit, sowohl schulisch als auch privat
  • des Mutes zur Inanspruchnahme von möglichen therapeutischen oder seelsorgerischen Angeboten
  • der gesunden Beziehung zum eigenen Körper

Herzlich willkommen sind auch Freunde und Mitschüler, die sich um eine andere Person sorgen und sich gerne kümmern möchten aber keine Idee haben, wie ein Problem angesprochen werden könnte.
Bei Bedarf werden wir auf das Angebot von anderen Hilfestellen zurückgreifen, die als externe Partner unsere Schule unterstützen und häufig kostenlos und anonym in Anspruch genommen werden können.

Bei folgenden Anlässen können eine Beratung und Begleitung sinnvoll sein. Dies ist nur eine kleine Auswahl, denn jede Situation hat ihr eigenes Bild und wird als solche ernst genommen.

  • Akute Konflikt- und Entscheidungssituationen
  • Konflikte zwischen schulischen Zielsetzungen und privaten Herausforderungen
  • Trauerprozesse
  • Ethische Konfliktsituationen
  • Begleitung von therapeutischen Prozessen oder Anleitung zur Inanspruchnahme von Angeboten
  • Probleme mit Gewalt aller Art in schulischen oder häuslichen Situationen
  • Probleme mit Drogen oder dem Konsum durch Mitschüler oder Mitschülerinnen

Ihr findet mich während der Sprechstunden in Raum B128. Gerne könnt ihr mich aber auch im Lehrerzimmer aufsuchen, einen Zettel ins Fach legen lassen oder mir eine Email schreiben, so dass wir dann einen individuellen Termin vereinbaren können.

Ich freue mich auf euch!

Sprechstunden:

Di, 7. Stunde

Mi, 6. Stunde

Email: althoff [at] hhg-bottrop [dot] de

 

Herbstakademie Lernferien NRW: „Global Player – Wer regiert die Welt?”

 

Foto CSR-Gruppe
Luca Steffan (zweiter von links) mit Herrn Bottermann (CSR Hub NRW) und weiteren Akademieteilnehmern

Luca Steffan  (Q1) hat an der Herbstakademie „Lernferien NRW- Begabungen fördern“ für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler  zum Thema „„Global Player – Wer regiert die Welt?”“ teilgenommen.

Hier der Erfahrungsbericht von Luca:

In diesen Herbstferien fanden bereits zum zehnten Mal die (Herbst-)Lernferien NRW statt. An der Ferienakademie in der Wolfsburg (Mülheim an der Ruhr), nahmen 25 Schülerinnen und Schüler teil. Dabei stand die Woche vom 15.10. bis 19.10 unter dem Motto “Global Player – Wer regiert die Welt?”.

Das Feriencamp startete am ersten Ferientag. Zunächst war die Laune vieler Teilnehmer auch dem angemessen. Aber schon als der Campleiter Dr. Matthias Keidel mit seiner offenen und herzlichen Art alle begrüßt hatte, war die schlechte Laune vergessen. Dabei wurde Herr Keidel von Leonie Fromme und Lucie Mraovic unterstützt. Das gesamte Team begleitete uns über die fünf Tage hinweg und konnte stets mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Schon am ersten Tag durften wir einem Vortrag über den Global Player Facebook hören.Der Referent Leon Heidelbach regte dabei eine vielseitige Diskussion zu dem Thema “Wirtschaftliche Macht = Politische Macht?” an.

Auch am nächsten Tag ging Patrick Bottermann auf diese Verteilung der Machtverhältnisse ein. Herr Bottermann arbeitet im CSR (Corporate Social Responsibility) Hub NRW mit. Dort beschäftigt man sich mit Unternehmen die versuchen möglichst sozialverträgliche und nachhaltige Produkte auf den Markt zu veröffentlichen. Als Beispiel einer gelungenen Kampagne nannte Bottermann die Produkte des Start-ups Share. Diese werden von REWE beworben und versuchen mit den Konzernerlösen den Lebensstandard ärmerer Regionen zu verbessern.

Ein Problem, welches gerade in ärmeren Ländern – aber auch in Deutschland – häufig auftritt, ist das der Korruption. Dazu hörten wir noch am Abend des zweiten Tages einen interessanten Vortrag von Christian Lantermann. Der Jurist versucht mit seiner Organisation Transparency International, insbesondere in Deutschland, aber auch in anderen Ländern die Korruption zu bekämpfen. Dabei vermutete Herr Lantermann: „Die Dunkelziffer der Korruptions- Verbrechen in Deutschland, liegt bei 90 – 95 Prozent.“ Als Hauptproblem für die hohe Quote sieht er die Unterbesetzung der Gerichte und zuständigen Behörden. Diese könnten viele Fälle nicht bearbeiten, obwohl sie davon in Kenntnis gesetzt würden.

Am folgenden Tag besuchte uns dann ein ehemaliger Vorstand der RWE AG. Dr. Ulrich Hartmann leitete vor wenigen Jahren die Ressorts Braunkohle, Kernenergie und Wasserkraft. Aufgrund der aktuellen Ereignisse rund um den Hambacher Forst entbrannte eine impulsive Diskussionsrunde zwischen den Teilnehmern und Dr. Hartmann. Problematisch sei besonders, dass eine genehmigte Rodung durch das (illegale) Wirken von Aktivisten verhindert werden konnte. Dadurch ist – so Hartmann –  der Industriestandort Deutschland besonders gefährdet, wenn der rechtliche Rahmen für Investitionen nicht zugesichert werden kann.

Am späten Nachmittag wurde der Staatssekretär NRW für Schule und Bildung, Matthias Richter empfangen. Dieser zeigte nicht nur die Probleme der Schulen, sondern vielmehr auch die Möglichkeiten unseres Bildungssystems auf.

Im weiteren Verlauf des Abends durften alle 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich das Theaterstück Metropolis in Essen in der Casa ansehen. Nicht nur die schauspielerische Leistung übertraf allen Erwartungen, auch das nach Thea von Harbou und Fritz Lang entworfene Stück, begeisterte.

Am Donnerstag fand dann nochmals eine abschließende Debatte über unsere eigene Meinungsblase in sozialen Netzwerken statt. Zudem erläuterte ein weiterer Referent die Aufgabe einer CSR-Abteilung im Unternehmen. So versuche man beim CSR die Möglichkeiten eines Produkts auf seine Nachhaltigkeit zu überprüfen. Der ökonomische Aspekt sei aber nicht zu vernachlässigen und für das jeweilige Unternehmen sehr wichtig.

Zusammenfassen lässt sich diese Woche doch in einem einfachen Satz: Eine unglaubliche Horizonterweiterung mit vielen neuen Freunden. Für mich persönlich ein Erlebnis, welches ich unbedingt wiederholen möchte.

Luca Steffan, Q1

Die „LernFerien NRW – Begabungen fördern“ sind ein innovatives Angebot zur individuellen Förderung von Schülerinnen und Schüler in NRW. Während eines mehrtägigen Aufenthaltes an außerschulischen Lernorten werden sie intensiv durch qualifizierte Fachkräfte betreut.

Die „LernFerien NRW – Begabungen fördern“ richten sich im Rahmen der Talentförderung am HHG an leistungsstarke Schülerinnen und Schüler aus der Q1.

Das Angebot bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen auseinanderzusetzen. Ziel ist, Persönlichkeit, Motivation und Verantwortungsbewusstsein zu stärken. Die Teilnahme wird zudem zertifiziert.

Bei Interesse bitte bei Herrn Schopper melden.

Ex-HHG-Schüler über den amerikanischen Schulalltag

Hand aufs Herz

Der amerikanische Schultag beginnt immer noch mit dem Fahneneid. Widerstand dagegen ist selten und wird hart bestraft. / Von Markus Günther / FAS 21.10.2018

Die Lautsprecher knisterten, das Morgenritual begann. Es war der 2. Oktober 2017. Aus dem Schulsekretariat wurde wie jeden Tag um kurz nach acht Uhr der Fahneneid in alle Klassenzimmer übertragen, in der Windfern High School am Stadtrand von Houston, Texas, standen die Lehrer und Schüler auf und sprachen im Chor mit: „Treue gelobe ich der Fahne der Vereinigten Staaten von Amerika und der Republik, für die sie steht, eine Nation unter Gott, unteilbar, mit Freiheit und Gerechtigkeit für jedermann.“ Die 17 Jahre alte Schülerin India Landry aber hatte die Formel nicht mitgesprochen und war auch nicht aufgestanden, sondern war – zum wiederholten Male – demonstrativ sitzen geblieben. Diesmal fackelte die Schuldirektorin Martha Strother nicht lange: „Du fliegst raus!“, sagte sie und forderte Landry auf, unverzüglich ihre Sachen zu packen und zu gehen, andernfalls werde man die Polizei rufen und sie abführen lassen. „Wir sind hier nicht in der Football-Liga!“, rief die ebenfalls entrüstete Schulsekretärin der Schülerin noch nach, als diese das Gebäude verließ. Für den Rest der Woche wurde Landry vom Unterricht ausgeschlossen.

Mit der Anspielung auf die Protestaktionen von schwarzen Profi-Sportlern, die sich geweigert hatten, für die Nationalhymne aufzustehen, lag die Schulsekretärin nicht falsch. Auch die afroamerikanische Schülerin India Landry wollte mit ihrer Aktion ein Zeichen des Widerstands gegen die Verherrlichung einer Nation setzen, die sie für ungerecht und rassistisch hält. Aber ist eine solche Protestaktion vom Recht auf Meinungsfreiheit gedeckt? Darf ein amerikanischer Schüler sich dem morgendlichen Fahneneid verweigern? Seit fast einem Jahr beschäftigt der Streit nun die amerikanische Justiz in verschiedenen Instanzen, nachdem Landry auf Schmerzensgeld für die erlittene Bestrafung geklagt hat. Gut möglich, dass der Oberste Gerichtshof in Washington bald ein neues Grundsatzurteil zu einem alten Streit fällen muss: Dürfen Schüler in den staatlichen Schulen gezwungen werden, einen Eid auf die amerikanische Fahne abzulegen?

„Ich habe das Gefühl, dass diese Flagge nicht für Gerechtigkeit und Freiheit steht, wenn ich mich in diesem Land so umschaue“, begründete India Landry später ihre Aktion, die sie als „stillen Protest gegen die Brutalität weißer Polizisten“ im Stile des Footballstars Colin Kaepernick verstanden wissen will. Der Justizminister des Staates Texas verweist dagegen auf ein Gesetz, das Schülern zwar die Möglichkeit gibt, sich vom Fahneneid befreien zu lassen, aber nur mit Einwilligung der Eltern und auf schriftlichen Antrag hin. 26 Bundesstaaten haben ähnliche Regelungen. Liegt eine Freistellung nicht vor, so Justizminister Ken Paxton, hat kein Schüler das Recht, sich spontan zu verweigern: „Das Aufsagen des Treueschwurs am Beginn eines jeden Schultages hat den lobenswerten Effekt, dass dadurch Respekt vor unserer Fahne und die patriotische Liebe zu unserem Land gestärkt werden.“ Umfragen in Texas zeigen, dass eine Mehrheit der Wähler das genauso sieht. Genau deshalb, meint Landrys Anwalt Randall Kallinen, hat der Justizminister so großes Interesse an dem Fall: „Das ist reine Politik. Wir stehen kurz vor den Kongresswahlen, und mit dem Thema sollen Wähler mobilisiert werden.“

Das könnte klappen, denn erfahrungsgemäß setzen Proteste gegen nationale Symbole in den Vereinigten Staaten große Emotionen frei. Das liegt vor allem daran, dass im Konfliktfall jeder Angriff auf ein nationales Symbol als mangelnder Respekt vor Soldaten und Veteranen interpretiert wird. So macht es Donald Trump, wenn er auf die protestierenden Footballprofis schimpft, und so macht es der Justizminister in Texas: „Mit dem Treueschwur erweisen wir nicht nur der Fahne Respekt, sondern vor allem denen, die unsere Freiheit verteidigen und dafür Tag für Tag ihr Leben aufs Spiel setzen.“

Im amerikanischen Schulalltag sind Konflikte um den Fahneneid rar. Für die allermeisten Schüler und ihre Eltern ist der morgendliche „Pledge of Allegiance“ auch heute noch eine Selbstverständlichkeit, eine würdige Tradition und Ausdruck eines gesunden Patriotismus. Nicht nur Umfragen zeigen eine überwältigende Unterstützung für den Fahneneid. Das Befremden, das man etwa als Deutscher im Angesicht des Fahnenkults empfinden könnte, wird von Amerikanern in der Regel nicht geteilt. Schon die Fünfjährigen lernen den Fahneneid in der Vorschulklasse auswendig. Sie legen die rechte Hand aufs Herz, wenn sie die Eidesformel aufsagen, und das Kind, das vom Lehrer ausgewählt wurde, die Fahne zu halten, ist stolz darauf. Teenager sind oft mit weniger Eifer bei der Sache und murmeln nur lustlos mit. Doch Fahne, Nationalhymne und Treueschwur sind ihnen bis dahin längst in Fleisch und Blut übergegangen. Wenn der erste Ton der Nationalhymne ertönt oder die ersten Worte des Fahneneids gesprochen werden, legt sich die Hand reflexartig aufs Herz.

Die schiere Präsenz nationaler Symbole und der Kanon patriotischer Referenzen durch alle Bevölkerungsschichten hindurch ist für Deutsche schwer vorstellbar. Die „Stars and Stripes“ hängen nicht nur in jedem Klassenzimmer und jedem Gerichtssaal, sondern auch in vielen privaten Vorgärten, in Kirchen und Museen, sie wehen auf Baustellen, Sportplätzen, Feuerwehrautos, Bürogebäuden und Einkaufszentren. Die Nationalhymne wird oft sogar vor Baseball-, Football- oder Basketball-Spielen von Kindern und Jugendlichen gesungen. Im Ferienlager beginnt der Tag mit dem Hochziehen der Fahne, dem Eid und dem Absingen der Hymne. Zu den zahlreichen patriotischen Feiertagen gehören nicht nur der Präsidententag (dritter Montag im Februar), der Unabhängigkeitstag (4. Juli), der Nationale Gedenktag für die Gefallenen (letzter Montag im Mai), der Kolumbustag (zweiter Montag im Oktober) und der Veteranengedenktag (11. November), sondern auch ein Feiertag, der ganz der amerikanischen Fahne gewidmet ist (14. Juni). Parteitage links wie rechts beginnen mit dem Fahneneid, und jede Rede endet mit der Beschwörungsformel „Gott schütze Amerika!“. Jedes Jahr werden in Amerika 150 Millionen amerikanische Flaggen verkauft, in Wahljahren kommen noch ein paar Millionen hinzu. Mehr Patriotismus geht kaum.

Anfechtungen des morgendlichen Fahneneids gab es in den letzten Jahrzehnten meistens mit Blick auf den Gottesbezug: „eine Nation unter Gott“. Nicht nur Atheisten tun sich mit der Formel schwer, auch die grundsätzliche Frage nach der Neutralität des Staates scheint hier berührt, so dass es immer mal wieder Proteste und Prozesse gibt, die meistens im Sande verlaufen. In staatlichen Schulen in den Vereinigten Staaten gibt es zwar (anders als etwa in Deutschland) grundsätzlich keinen Religionsunterricht und auch kein Morgengebet, weil das dem staatlichen Neutralitätsgebot in der Verfassung widersprechen würde. Andererseits ist der Gottesbezug im Fahneneid von Gerichten immer wieder legitimiert worden, genauso wie die Formel „Wir vertrauen auf Gott“ auf amerikanischen Geldscheinen und Münzen.

2004 verwarf der Supreme Court in Washington die Klage eines Atheisten aus Kalifornien, der die Rechte seiner Töchter dadurch verletzt sah, dass sie den Fahneneid zwar nicht selbst aufsagen musste, aber täglich den Worten „eine Nation unter Gott“ ausgesetzt war. 2010 und 2014 scheiterten ähnliche Klagen, die inzwischen meist von der Humanistischen Union, einer atheistischen Lobbygruppe, angestrengt werden. Gelegentlich gibt es eine linke Splittergruppe oder einen Leitartikel, der die komplette Abschaffung des Fahneneids fordert. Bisher hatten solche Vorhaben in den Vereinigten Staaten keine Aussicht auf Erfolg.

Früher waren es nicht Linke und Atheisten, die sich am Fahneneid stießen, sondern, im Gegenteil, religiöse Gruppen, die sich aus Gewissensgründen weigerten, einem Staat – oder genauen dem Symbol eines Staates – Treue zu schwören. Mennoniten und Zeugen Jehovas führten die ersten großen Prozesse gegen den Fahneneid und setzten sich nach langjährigen juristischen Schlachten durch: 1943 korrigierte der Oberste Gerichtshof seine eigenen früheren Urteile und hielt fest, dass niemand zum Fahneneid gezwungen werden darf.

Die Erfolgsgeschichte des „Pledge of Allegiance“ blieb davon unberührt. Sie hatte schon im 19. Jahrhundert begonnen, als etwa ab 1880 unter dem Eindruck neuer und fremd aussehender Einwanderergruppen aus Süd- und Osteuropa ein neuartiger Patriotismus und Flaggenkult um sich griff. Daraufhin verfasste ein Veteran des Bürgerkrieges, Oberst George Balch, die erste Version des Fahneneids, um Immigrantenkinder auf ihr neues Heimatland einzuschwören und ihre sprachliche und kulturelle Assimilation zu beschleunigen. In der Urversion lautete der Text, der rasch von vielen Schulen aufgegriffen wurde: „Wir schenken unsere Köpfe und unsere Herzen Gott und unserem Land. Ein Land! Eine Sprache! Eine Flagge!“ Francis Bellamy, ein baptistischer Prediger, schrieb 1892 – vierhundert Jahre nach der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus – die im Kern bis heute gültige Textversion.

 Im Ersten Weltkrieg gewann der Fahneneid eine neue Bedeutung: Jetzt wurde gerade von Deutschstämmigen ein klares Bekenntnis zu Amerika verlangt – der Fahneneid wurde zur Gewissens- und Loyalitätsprüfung für Einwanderer, gegen deren Herkunftsländer die Vereinigten Staaten nun Krieg führten. Eine neue patriotische Welle erfasste Amerika nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor und den Eintritt der Amerikaner in den Zweiten Weltkrieg. 1942 wurde ein Gesetz über den täglichen Fahneneid erlassen. Die bis dahin übliche Geste der amerikanischen Schulkinder, mit dem ausgestreckten Arm auf Augenhöhe auf die Fahne zu zeigen, wurde wegen der Ähnlichkeit zum Hitlergruß durch die Geste ersetzt, die rechte Hand aufs Herz zu legen.

1954 schließlich, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, fügte Präsident Eisenhower dem Fahneneid die Wendung „unter Gott“ hinzu, die sich lokal schon vielerorts etabliert hatte. Damit sollte dem „gottlosen Kommunismus“ die amerikanische Gottesfurcht entgegengesetzt werden. Beides, Patriotismus und Religiosität, ist bis heute mentalitätsprägend und unterscheidet die Vereinigten Staaten von den meisten anderen westlichen Ländern. Fast neunzig Prozent der Amerikaner glauben Umfragen zufolge an Gott. Fast genauso viele halten den morgendlichen Fahneneid für richtig.

Dr. Markus Günther, geboren 1965 in Bottrop, machte am Heinrich-Heine Gymnasium 1986 sein Abitur, studierte Geschichte und Politikwissenschaften, bevor er für verschiedene Zeitungen tätig war.  Er ist Autor der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und lebt in Washington, D.C.

Eule-Projekt startet in das nächste Semester

Schülerlehrer büffeln mit Senioren Englisch. Programm wird am 8. November vorgestellt.

Die Bottroper Senioren dürfen sich freuen: Das neue Semester der Seniorenakademie „Bottroper Eule“ startet wieder am Donnerstag nach den Herbstferien.

Das erste Treffen findet am Donnerstag, 8. November, um 17 Uhr in der Aula des Heinrich-Heine-Gymnasiums (HHG) statt. Neuanmeldungen zum kommenden Semester werden noch bis zum 23. Oktober telefonisch oder persönlich im Sozialamt entgegengenommen.

Windows 10 und Englisch

„Eule“ ist ein Projekt, bei dem Seniorinnen und Senioren von sogenannten „Schülerlehrern“ unterrichtet werden. Neben ernsthaftem Lernen und Studieren kommen der Spaß und die Freude am Erlernen einer Sprache oder dem Beschäftigen mit dem Notebook nicht zu kurz.

Windows 10 ist Thema in den Computerkursen. Sowohl in den Computer-  als auch in den Englischkursen gibt es Angebote für Anfänger und Fortgeschrittene. Der Unterricht findet im Heinrich-Heine-Gymnasium statt, eine Unterrichtseinheit dauert 90 Minuten.

Neu im Programm ist ein Kurs, in den SeniorInnen ihre eigenen Wünsche mit einbringen können. Nach der Planung mit den Schülerinnen und Schülern sollen viele kleine Projekte realisiert werden. Das Konzept für diesen kreativen „Eule“-Kurs „Jung und Alt“ wird auch am 8. November vorgestellt.

Projektleiterin und Ansprechpartnerin für alle anfallenden Fragen und Probleme ist Käthe Liko. Sie steht allen Schülern und Lehrern im laufenden Semester während der Unterrichtsstunden zur Verfügung.

Die Anmeldungen zu den Kursen werden ab sofort von Elena Selbach im Sozialamt entgegen genommen. Anmelden müssen sich auch die Senioren, die bereits im vergangenen Semester einen Kurs besucht haben und weitermachen wollen.

➣ Anmeldungen sind möglich im Sozialamt bei Elena Selbach, Haus der Beratung, Horster Str. 6-8, 1. Etage, Zimmer 1.2.06, Tel. 70-3664; Öffnungszeiten Mo + Mi + Fr von 8.30 bis 12.30 Uhr.

Die Eule-Schülerlehrer aus den 7. und 8. Klassen des HHG wurden am Ende des letzten Semesters für ihr Engagement geehrt (Foto: Michael Korte)
Die Eule-Schülerlehrer aus den 7. und 8. Klassen des HHG wurden am Ende des letzten Semesters für ihr Engagement geehrt (Foto: Michael Korte)

Quelle: WAZ Bottrop vom 16.10.2018

Elternbrief Mensa

Liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Eltern und Erziehungsberechtigte,

nach den Herbstferien können wir wieder ein warmes Mittagessen in der Mensa anbieten.
Das Mittagessen wird von der Gastro Group GmbH Frank Schwarz unter der Verwendung biologischer Lebensmittel zubereitet. Jeden Tag kann zwischen einem Gericht mit Fleisch oder Fisch sowie einem vegetarischen Menü ausgewählt werden. Zu jedem Mittagessen erhalten die Schülerinnen und Schüler ein Mineralwasser sowie einen Nachtisch. Der Preis pro Mittagessen inklusive Mineralwasser und Nachtisch beträgt 3,95 Euro.

Anmeldung zum Mittagessen

Für das neue Online-System „WebMenü“ ist eine Anmeldung unter https://schollin.webmenue.info/Login.aspx erforderlich. Eine ausführliche Information zum Informationen-zur-Anmeldung finden Sie auf unserer Homepage.
Nach erfolgreicher Anmeldung kann das Nutzerkonto mit Guthaben aufgeladen werden. Die Kontoverbindung finden Sie in der AGB und auf unserer Homepage.
Neu ist, dass für das Abholen des Mittagessens nicht mehr der Schülerausweis, sondern ein Chip, für den ein Pfand von 2,50 Euro erhoben wird, notwendig ist. Ein „Starter-Paket“ inklusive des Chips erhalten angemeldete Schülerinnen und Schüler gegen Abgabe des Pfandes am Kiosk.

Mit freundlichen Grüßen

T. Mattheis, OStD M. Schürer, OStR`
(Schulleiter) (Koordinatorin Ganztag)

 

Elternbrief zum Download:

201810 Caterer Wechsel

 

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