Browser-Hinweis

Sie benutzen einen veralteten Internet Explorer (Version 9 oder kleiner)!
Abgesehen von Sicherheitsschwachstellen können Sie wahrscheinlich nicht alle Funktionen dieser Webseite nutzen. Ziehen Sie ein Update auf die aktuelle Version in Betracht.

HHG Sommerkonzerte 2017

Am 27. und 28. Juni finden in unserer Aula die diesjährigen Sommerkonzerte statt.

Beginn ist um 18:00

Karten gibt es bei Frau Kaaden und Frau Höfels. Die Karten sind kostenfrei, wir bitten um Spenden zur Unterstützung unserer Musikprojekte.

Unter der Leitung von Uta Kaaden, Alice Vervoorts, Kathrin Höfels und Stephan Langenberg erwartet unsere Gäste ein musikalisch abwechslungsreiches Programm mit:

Chorissimo, More than Voices, Sinfonietta, Sinfonieorchester, Orchesterkurs und Einzelbeiträgen.

Wir freuen uns auf viele Besucher!

Plakat final 3 (1)

Sommerkonzert 2017

 

Ex-HHG-Schüler – Pädagogik-Prof. – zum „Mythos“ Wilhelm von Humboldt

Die Vergötterung

Wilhelm von Humboldt wird seit je missverstanden. Kritische Bilanz eines Mythos.

Von Heinz-Elmar Tenorth / DIE ZEIT vom 22.6.2017

[Tenorth (geb. 1944) war Professor für Historische Bildungsforschung an der Humboldt Universität zu Berlin. Er machte 1965 sein Abitur am Heinrich-Heine Gymnasium Bottrop – damals noch Städtisches Jungengymnasium]

Über fehlenden Nachruhm kann er nicht klagen: Der Name Wilhelm von Humboldt ist – ebenso wie der seines jüngeren Bruders Alexander – jedem ein Begriff. Aber Wilhelm lebt offenbar nur noch als Mythos, man erinnert sich seiner nicht mehr als der gebildete Gelehrte, innovative Sprachforscher und souveräne Politiker, der er historisch war. Nicht als der von Goethe und Schiller geschätzte Gesprächspartner, nicht als der von konservativen preußischen Beamten als Liberaler gefürchteter Bildungsreformen. Wer war dieser Mann also wirklich, der vor genau 250 Jahren, am 22. Juni 1767, in eine Potsdamer Beamtendynastie hineingeboren wurde?

Wilhelm von Humboldt war »ein Preuße von Welt«, schreibt der Historiker Lothar Gail. Damit liegt er sicherlich richtiger als die Zeitschrift Cicero, die Humboldt kürzlich als »Rebell« feierte. Doch eine solche Haltung hätte sich mit Humboldt, dem aufgeklärten, gebildeten, zivilisierten Liberalen nicht vertragen. Auch verkennt dieses Attribut Humboldts Sinn für Realismus – besonders in seiner Bildungspolitik. Wer also aktuell meint, Humboldts Bildungsprogramm umstandslos für Kritik an Reformen ausbeuten zu können, hat ihn so wenig verstanden wie die Traditionalisten im frühen 20. Jahrhundert, die seine liberale Staatstheorie als Jugendsünde interpretierten. Dabei ist der historische Humboldt jenseits des Mythos die wahre Provokation, bildungstheoretisch, aber auch für die Bildungspolitik.

»Bildung« war nicht Humboldts einziges Thema, aber doch ein zentrales, alle Etappen seines Lebens von 1767 bis 1835 übergreifendes. Zunächst als ein Prozess der Selbstbildung, dann als Gegenstand seiner Schriften – kein Opus magnum, eher breit gestreut, nicht selten nur, wie er sie nennt, »Bruchstücke« —, nimmt die Frage der Bildung schließlich in seiner amtlichen Tätigkeit großen Raum ein.

Die Brüder Humboldt besuchten keine öffentliche Schule. Sie hatten aber prominente Privatlehrer, wie den Aufklärer Joachim Heinrich Campe, und sie lebten im Gespräch mit den Gebildeten ihrer Zeit. Mit Campe reiste Humboldt 1789 nach Paris, um die Revolution zu beobachten. Unzählige weitere »Bildungsreisen« folgen. Auch Humboldts Berufsleben war mobil: Nach dem Studium in Frankfurt/Oder arbeitet er als Jurist im Staatsdienst, als Diplomat in Rom, Wien und London, als Bildungsreformer in Berlin — und zwischendurch lebt er als Privatgelehrter fern vom Staat. Dabei sucht er die intellektuell inspirierenden Orte seiner Zeit auf: Göttingen, Jena, Paris, Madrid, Rom, Wien. Er nimmt teil an den Debatten der Klassik über Literatur und Philosophie und profiliert sich früh als ein distanzierter Beobachter seiner Welt, immer geleitet von der Frage, wie die Menschwerdung des Menschen legitimiert werden kann.

Humboldts Schriften dokumentieren die Breite seiner Themen: Die 1792 in Auszügen in Schillers Zeitschrift Thalia publizierten Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen zeigen den 25-Jährigen als einen für Deutschland bis heute singulären Denker des liberalen Staates. Später genießt Humboldt dafür im Ausland hohes Renommee; John Stuart Mill rezipiert ihn für sein Buch On Liberty, das 1859, mehr als 20 Jahre nach Humboldts Tod, erscheint.

Als politischer Denker propagiert Humboldt die Begrenzung des Staates auf die Garantie der Sicherheit der Bürger und plädiert zugleich für die Bildung der Nation, damit eine zivil-gesellschaftliche Praxis möglich wird. »Öffentliche Staatserziehung«, gar die Konstruktion von Gesinnungen durch den Staat sind ihm ein Gräuel.

Wenig später entsteht seine Theorie der Bildung. In diesem eher bruchstückhaften und doch klassisch gewordenen Text geht er von der Erwartung aus, dass die Bildung des Menschen nicht in der Innerlichkeit verbleibt, sondern in Staat und Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft die wirklichen Aufgaben erkennt und besonders in der Sprache ihr genuines Medium hat. In Studien über das griechische Altertum schon 1793 präsent, bearbeitet der polyglotte Humboldt sprachwissenschaftliche Themen kontinuierlich bis ins hohe Alter. Das herausfordernde Modell der Sprache sah er im Griechischen, repräsentiere es doch Literatur und Ästhetik, Politik und Praxis zugleich und in selten dichter Überlieferung.

In seiner kurzen bildungspolitischen Tätigkeit verband er Staatstheorie, Bildungsphilosophie und Sprachwissenschaft mit dem Ziel, Preußen durch Bildung aus der Krise von 1806 herauszuführen. Die Neugestaltung des Schulwesens im Geiste »allgemeiner Bildung« sollte über sprachliche, historische, mathematische und ästhetische Kenntnisse das »Lernen des Lernens« ermöglichen. Dafür konzipierte er eine neue Lehrerbildung und gründete 1810 eine Universität zu Berlin, um die Wissenschaften in Preußen insgesamt neu zu ordnen.

Diese kurze bildungspolitische Tätigkeit gab auch den Anlass, Humboldt zum umfassenden Bildungsreformer zu stilisieren, dem wir, so die Überlieferung, das Gymnasium und das Abitur, die Berliner Universität und die wahre Idee der modernen Hochschule verdanken, auch die schönen Prinzipien des »Neuhumanismus«, der »allgemeinen und gleichen Bildung«, das Postulat von »Einsamkeit und Freiheit«, der »Einheit von Forschung und Lehre«, der »Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden«, ja die Idee der »Bildung durch Wissenschaft«.

Aber das, man kann es selbst an Geburtstagen nicht übersehen, ist nicht der historische Humboldt, sondern eine Konstruktion. Der historische Humboldt trat als Bildungsreformer bereits 1810 zurück; seine Bildungspolitik wird spätestens 1816 beendet, als der auf Humboldts Arbeit aufbauende Schulgesetzentwurf abgelehnt wird; seine Philosophie ist umstritten.

Der Mythos Humboldt entsteht zuerst 1910 im Jubiläumsjahr der Berliner Universität. Eduard Spranger vor allem, ein einflussreicher Pädagoge, preist Humboldt als Bildungsphilosophen, Reformer und Erfinder der wahren »Idee der Universität«. Das war ebenso falsch wie die Praxis, Humboldt bis heute als »Allzweckwaffe« – so die Historikerin Sylvia Paletschek – bei allen bildungspolitischen Fragen einzusetzen.

Muss man Humboldt deshalb an den Mythos verloren geben? Zum Glück nicht. Man musste Humboldt nicht als Gründer der Berliner Universität »erfinden«, seit der Mitte des 19. Jahrhunderts galt er unbestritten als der »eigentliche Gründer«. Und ihre Gründung hat ja wirklich er realisiert. Gegenteiliges sollte man nicht mehr behaupten. Die »Idee der Universität« und ihre bis heute beschworenen Elemente werden tatsächlich erst seit dem frühen 20. Jahrhundert in ihrer heute mythischen Form tradiert. Aber es ist die »deutsche Universität«, nicht die »Humboldtsche«, die dabei als »Idee« beschworen wird.

Für diese »deutsche Universität« sind zwei andere Philosophen eher von Bedeutung: Johann Gottlieb Fichte und Friedrich Schleiermacher. Humboldt wurde lange kaum erwähnt, und wenn, dann eher kritisch. Der Soziologe René König nannte die Berliner Gründung gerade wegen Humboldts liberaler Staatstheorie die »Tragödie der deutschen Universität« – er schrieb dies wohlgemerkt 1935. Und der Philosoph Karl Jaspers lehnte 1961 die »Bildungsuniversität« ausdrücklich ab. Auch die Pädagogisierung der Elitenbildung im »Ideen«-Diskurs verkennt, dass Humboldt selbst eindeutig davor warnte.

Zugleich war die »Ideen«-Debatte stets eine Forderung von »Zweckfreiheit«, gegen »Ausbildung« und für Autonomie gegenüber dem Staat. Diese Forderung wurde zuerst gegen den demokratischen Staat von Weimar erhoben, deutlich weniger resistent gegen den NS-Staat, wieder mutig staatskritisch nach 1945 und heute kritisch gegen jede Bildungspolitik, die auch nur zaghaft an die Doppelaufgabe der Universität erinnert. Humboldts kluge Balance der Eigenlogik von Forschung mit einem »unmittelbaren Interesse des Staates« an der Elitenrekrutierung und -prüfung kommt heute nämlich ebenso wenig noch vor wie sein scharfes Plädoyer für das alleinige Berufungsrecht des Staates. Auch die Differenz von »Geistesfreiheit« und »politischer Freiheit« wird ignoriert.

Humboldt kannte zwar die Distanz zum Staat, aber weder er noch die Berliner Universität lebten je in Opposition zu ihm. Die »Idee« der Universität – sie ist in sich widersprüchlich und von der historischen Bildungspolitik Humboldts sowie der Realität der Ordinarien-Universität weit entfernt.

Ihre bis heute dominante Prägung gewann die »Idee der Universität« auch erst sehr spät – im Berlin des Kalten Krieges. Zum 150-jährigen Bestehen der Berliner Universität entbrannte darum 1960 ein scharfer Kampf. Die ostdeutsche Humboldt-Universität habe sich das Erbe widerrechtlich angeeignet, schimpfte die Freie Universität in ihrer Festschrift. Denn eigentlich sei sie doch nur die staatlich kujonierte »Kaderschmiede« des Sozialismus, ohne institutionelle Autonomie oder wissenschaftliche und geistige Freiheit, bedeute also Verrat an Humboldt und der »Idee« zugleich. Ganz anders die Humboldt- Universität und die DDR-Staatsführung: Sie sahen sich mit ihrem »politischen und kämpferischen Humanismus« als die einzigen und wahren Erben beider Humboldts, denn Alexander und Wilhelm symbolisierten die Einheit von Natur- und Geisteswissenschaften, und diese habe erst im wissenschaftlichen Sozialismus zu ihrer institutionellen Vollendung gefunden.

Erst in dieser deutsch-deutschen Konfrontation entstand der mächtige Mythos, weil Humboldt jetzt die Kampflinie markierte, an der sich nicht nur die Selbstbilder von Universitäten und Wissenschaften rieben, sondern auch die Identitäten zweier Nationen – bis 1990 der »wahre« Humboldt, der 1810 im Geiste der Reformen die Universität zum Aufbruch in eine bessere Welt geführt habe, endgültig und im Konsens zum Leitbild gemacht wurde. Doch erneut ist er primär nur Abwehrformel gegen alle Zugriffe, ob lokal, national oder europäisch. Der Mythos lebt.

Die Realität der deutschen Universität spielt dabei nie eine Rolle. Humboldts vermeintlich immer noch gültige Prinzipien werden sogar meist aus seinen Reflexionen Über die innere und äussere Organisation der höheren wissenschaftlichen Anstalten in Berlin destilliert – ein Text, der bei der Universitätsgründung 1810 keine Rolle gespielt hat und der erst nach 1890 gefunden wurde.

Und, nicht zuletzt: Das deutsche Gymnasium hat Humboldt auch nicht erfunden. Er fand es als Reformprojekt lokaler Schulmänner bereits vor, ebenso wie das Abitur.

Was aber ist Humboldts Verdienst? Er hat die Bedeutung der Bildung im Lebenslauf gezeigt, und ihre Rolle in Schule und Universität. Die Gründung der Berliner Universität hat er durchsetzungsstark vorangetrieben, aber jenseits seiner Bildungsphilosophie, weil er diese bewusst hintanstellte. Und als es um Details ging, war er längst nicht mehr im Amt. Die aktuelle Realität des modernen Wissenschafts- und Bildungssystems hat er nicht einmal ahnen können. Ob (und wie) sich Humboldts Prinzipien aktualisieren lassen – das ist bisher ungeklärt. Schon jetzt hinterlässt eine Beschäftigung mit ihm aber wichtige Fragen: War es glücklich, seine liberale Bildungspolitik durch wohlfahrtsstaatliche Steuerung zu ersetzen? Sinnvoll, Etatismus und fürsorgliche Pädagogisierung an die Stelle von Selbstbildung und Eigenverantwortung treten zu lassen? Der aktuelle Mythos der Bildung, allumfassend und allseits zuständig, pädagogisiert und von Gleichheitssehnsucht gefesselt – auf Wilhelm von Humboldt kann er sich jedenfalls nicht berufen.

Neuer Grabstein steht auf Jüdischem Friedhof

Seine Gemeinde erinnert an den verstorbenen Lehrer Jo Tippelmann. Oberbürgermeister Bernd Tischler würdigt die Beerdigung Verstorbener jüdischen Glaubens auf dem Gräberfeld am Westfriedhof.

Von Norbert Jänecke / WAZ Bottrop 14.6.2017

Ein neuer Grabstein steht auf dem Jüdischen Friedhof. Dieser Gedenkstein erinnert an Horst Josef Tippelmann. Vor elf Monaten war der ehemalige Lehrer des Heinrich-Heine-Gymnasiums auf dem kleinen Gräberfeld am Rande des Westfriedhofs beerdigt worden. Wie es im Judentum Brauch ist, enthüllte die Jüdische Gemeinde knapp ein Jahr nach seinem Tod in einer kurzen Zeremonie seinen Grabstein. „Es ist gut, dass hier wieder Menschen jüdischen Glaubens ihre letzte Ruhestätte finden können“, unterstreicht Oberbürgermeister Bernd Tischler.

Die meisten Grabsteine auf dem Friedhof sind schon so alt, dass ihre Inschriften nicht mehr lesbar sind. Nur wenige halten die Erinnerung an die Verstorbenen noch so wach wie der nun enthüllte Gedenkstein: Hier ruht Horst Josef Tippelmann steht darauf. „Wir nennen ihn Israel Ben Abraham“, erklärt Judith Neuwald-Tasbach, die Leiterin der Jüdischen Gemeinde in Gelsenkirchen, Bottrop und Gladbeck: Israel Sohn des Abraham, heißt das. Für jeden Buchstaben dieses hebräischen Namens spricht Rabbiner Chaim Kornblum einen Psalm.

„Nach alter jüdischerTradition legen wir als Zeichen der Anerkennung und als Ausdruck dafür, dass wir das Grab besucht haben, kleine Steine darauf“, erklärt der Rabbiner. Viele Besucher des Friedhofs folgen seiner Bitte. Darunter sind eine Reihe früherer Kollegen und Schüler des Lehrers. Jo Tippelmann, wie ihn seine Kollegen nannten und frühere Schüler kannten, unterrichtete am Heinrich-Heine-Gymnasium Russisch und Latein. „Ich freue mich, dass so viele Weggefährten gekommen sind und Herr Tippelmann hier seinen Frieden gefunden hat“, sagt Judith Neuwald-Tasbach. Oberbürgermeister Bernd Tischler verweist darauf, dass Tippelmann sehr stark von der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg und den Verbrechen der Nationalsozialisten geprägt war, auch wenn er als Kleinkind nur die letzten Kriegsjahre erlebte. Auf dem Gräberfeld erinnert eine Gedenktafel an neun Juden, deren Gräber wegen Friedhofsschändungen nicht mehr auffindbar sind. „Der Friedhof war lange Zeit nicht erwünscht in dieser Stadt. Er ist damit auch ein Mahnmal für uns alle“, sagt Tischler. Jo Tippelmann habe sich stets zu seiner Religion bekannt. „Er trug den Davidstern sichtbar an seiner Kleidung“, erzählt der Oberbürgermeister. „Wir leben in einer schweren Zeit. Übergriffe islamistischer Terroristen verbreiten Angst und Schrecken. Rechtsradikale machen sich die Ängste der Menschen zu nutze“, mahnt Tischler. „Wir alle sind aufgefordert, uns für unsere Demokratie einzusetzen. Jo Tippelmann hat das getan“.

Grabstein Tippelmann

Das Haus des ewigen Lebens

■ Der Jüdische Friedhof  ist Teil des Westfriedhofes. Als dieser 1898/99 angelegt worden war, entstand ein gesonderter Bereich, auf dem eine Reihe jüdischer Bürgerinnen und Bürger bestattet wurde. Eine Gedenktafel erinnert außerdem an neun Juden, die in derzeit zwischen 1922 und 1930 gestorben waren. Wegen Friedhofsschändungen sind ihre Gräber nicht mehr auffindbar.

 

■ Der Friedhof wird im jüdischen Volksmund „Haus des ewigen Lebens“ genannt. Beim Besuch eines Grabes legen Angehörige einen kleinen Stein auf den Grabstein, um zu zeigen, dass der Verstorbene nicht vergessen ist.

Grabstein Tippelmann_2

 

 

 

 

 

http://www.juedische-friedhoefe.info/friedhoefe-nach-regionen/ruhrgebiet/bottrop/der-friedhof-von-bottrop.html#/2

 

5d zu Besuch im Trainingsbergwerk

Am 08. Juni 2017 waren wir, die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5d, im Trainingsbergwerk in Recklinghausen.
Dort konnten wir vieles erleben und erfahren, wie die Arbeit unter Tage so war. Wir konnten einen Parcours gehen und haben in einem alten Anhänger Platz genommen; mit 21 Leuten haben wir darein gepasst!
Mit einem Bohrer haben wir Löcher in die Wand gebohrt und auch einen „Bagger“ durften wir lenken.
Es war sehr spannend, die „Sachen“ mal selbst in die Hand zu nehmen und zu besichtigen.
Uns hat der Ausflug total gut gefallen und wir können das Trainingsbergwerk an jeden abenteuerlustigen weiter empfehlen.
Mit vielen Grüßen

die Klasse 5 d vom Heinrich-Heine-Gymnasium

Bottroper Sinfonie und HHG-Orchester trotzen den Hindernissen

Regenschauer und das Abendläuten von St. Cyriakus störten das Konzert des Sinfonieorchesters. Der Ausklang des Stadtfestes.

Ihren ersten Auftritt beim Stadtfest meisterten sie gut. Weder Regen noch Glockengeläut konnte die 56 Musiker des Sinfonieorchesters Bottrop davon abhalten, gut die Hälfte ihres Programmes einem interessierten Publikum vorzutragen.

Dem Titel „Von Land zu Land. Eine musikalische Entdeckungsreise durch viele Länder“ wurde Dirigent Ingo Brzoska mit seinem Orchester gerecht.

Das Programm soll nach einem Fest klingen

„Wir spielen Highlights der einzelnen Komponisten, die geläufig sind,“ erläutert der Gründer des Sinfonieorchesters die Auswahl. Konzertmeister Alban Pengili an der Geige ergänzt: „Das Programm soll nach einem Fest klingen. Eines ist schöner als das andere.“

Die Moderation von Andreas Kind sorgte dafür, dass trotz einiger Regenunterbrechungen und Glockengeläut die Menschen auf dem vollen Kirchplatz blieben. Nach der Vorstellung bekannter Stücke wie die Titelmedodie der Star-Trek-Serie „Voyager“, „Gardens of Granada“ (von Federico Moreno Torroba) oder „The mystic Land of Egypt“ (Albert Ketèlbey) sagte Kind: „Nach dem deutschen Konzert der Cyriakuskirche haben wir noch englischen Regen dazu bekommen. Also bitte kurz warten, die Instrumente müssen erst wieder ausgepackt werden, denn sie sind sehr empfindlich.“

Ein akustischer Balanceakt

Und das Warten hatte sich trotz der etwas ungünstigen Akustik und Rahmenbedingungen gelohnt. Der „Walzer Nr. 2“ des sowjetischen Komponisten Dimitri Schostakowitsch und ein gemeinsamer Auftritt mit dem Orchester des Heinrich-Heine-Gymnasiums – aus Zeitmangel ohne gemeinsame Probe – meisterte das erst zwei Jahre junge Orchester gut.

Die Solistin und Sopranistin Elisabeth Otzisk berichtet von dem akustischen Balanceakt: „Die Schwierigkeit heute war, dass man sich und das Orchester nicht so gut hört. Ich finde es schön, dass es trotz des Wetters gut besucht war – das war toll und macht Spaß.“ Ein Aspekt bei diesem Konzert unter freiem Himmel ist der Sängerin wichtig: „Die Schwelle vor klassischer Musik lässt sich so abbauen.“

Lob aus dem Publikum

Peter Sandforth, ehemaliger Schüler des Heinrich-Heine-Gymnasiums, sagt anerkennend: „Toll. Es gefällt mir sehr gut hier. Außerdem beeindruckt es mich, dass Bottrop ein Sinfonieorchester auf die Beine gestellt hat.“

Das ursprünglich geplante Programm mit mehr als zehn Werksauszügen holen Dirigent Brzoska und sein Orchester voraussichtlich im Herbst nach. Dann spielen Profis wie Amateure in der Aula des Heinrich-Heine-Gymnasiums, die Platz für 500 Besucher bietet.

Bottroper Sinfonie

Das Bottroper Sinfonieorchester mit Dirigent Ingo Brzoska beim Freiluftkonzert zum Abschluss des Stadtfestes auf dem Kirchplatz. (Foto: Robin Droste)

WAZ 13.06.2017 

https://www.waz.de/staedte/bottrop/bottroper-sinfoniker-trotzen-den-hindernissen-id210887283.html

Ex-HHG-Schüler in der FAS zum Thema „Schuluniformen“

Kleider machen Schule.

An amerikanischen Schulen mit Uniform gibt es weniger Mobbing und Gewalt. Ist das ein Vorbild für Deutschland? / Von Markus Günther / Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 11. Juni 2017

Dr. Markus Günther, geboren 1965 in Bottrop, machte am Heinrich-Heine Gymnasium 1986 sein Abitur, studierte Geschichte und Politikwissenschaften, bevor er für verschiedene Zeitungen tätig war.  Er ist Autor der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und lebt in Washington, D.C.

Das Wort selbst ist ein Teil des Problems: Wer will schon sein Kind in eine Uniform zwängen? Das klingt nach FDJ und Hitlerjugend, nach Strammstehen und Gleichschritt. Vielleicht hegt es tatsächlich an dem schrecklichen Wort, dass in Deutschland bislang fast alle lokalen Versuche gescheitert sind, Schuluniformen einzuführen. Wenn jetzt ausgerechnet Politiker der AfD Schuluniformen fordern, wird sich der Widerstand gewiss verhärten. Dabei würde sich eine vorbehaltlose Debatte schon lohnen.

Denn wer erst einmal den deutschen und amerikanischen Schulalltag aus der Nähe vergleicht, ist schnell überzeugt: Einheitslook und Kleidervorschriften machen Eltern, Lehrern und Kindern das Leben leichter. Die positiven Alltagserfahrungen und Argumente sind so erdrückend wie die messbaren Ergebnisse. Denn gerade da, wo die Schuluniform erst im Laufe der vergangenen Jahre und Jahrzehnte eingeführt worden ist, liegen gut vergleichbare Daten vor, etwa für die schulischen Leistungen, Mobbing, Pünktlichkeit, Disziplinarmaßnahmen. Dabei weisen alle Indikatoren in dieselbe Richtung: Die Vorteile von Schuluniform und Kleiderordnung wiegen stärker als alle möglichen Nachteile. Und nicht die Kinder der gesellschaftlichen Eliten auf teuren Privatschulen, sondern gerade die Kinder der Unterschicht in sozialen Problemvierteln, Migrantenkinder und ethnische Minderheiten profitieren am stärksten von den Kleidervorschriften. Wer ständig Gleichheit predigt, sollte bei der Schuluniform anfangen. Es ist höchste Zeit, die deutschen Vorurteile auf den Prüfstand zu stellen.

Schuluniformen sind an den Privatschulen vieler Länder gang und gäbe, etwa in Kanada, Japan und England. In den Vereinigten Staaten haben zuletzt aber auch immer mehr öffentliche Schulen Uniformen eingeführt. Etwa jeder vierte Schüler in Amerika geht heute in Uniform zur Schule, an den öffentlichen Schulen ist es immerhin jeder fünfte. Dabei darf man sich unter dem Begriff nicht etwa eine Uniform im paramilitärischen Sinne vorstellen. Insofern ist der Begriff tatsächlich irreführend. In den allermeisten Fällen heißt Schuluniform für Mädchen: ein Rock in den Farben oder mit dem Muster der Schule, dazu Bluse, Pullover oder Strickjacke, manchmal auch Kniestrümpfe und schwarze Schuhe, und oft Sportkleidung mit dem Wappen der Schule. Für die Jungen: helle oder dunkle Stoffhose, Oberhemd in Weiß oder Hellblau, oft Krawatte oder Pullover mit dem Schulwappen. Streng oder verklemmt sieht das alles nicht aus, wohl aber fein, traditionell und ein bisschen wie aus einer anderen Zeit – denn außerhalb der Schulzeit tragen amerikanische Kinder und Teenager die Klamotten, die sie wollen, und sehen damit kaum anders aus als die Kinder und Jugendlichen in Frankfurt oder Hamburg.

Erst 1987 begann in den Vereinigten Staaten das moderne Zeitalter der Schuluniform, die an vornehmen Privatschulen und in Internaten natürlich nie ausgestorben war. Doch erst in der Ära Ronald Reagans, die zugleich eine Zeit wachsender Kriminalität und Jugenddelinquenz war, begannen auch öffentliche Schulen, mit Uniformen zu experimentieren. Ausgangspunkt war bezeichnenderweise eine schlimme Gewalttat: In Baltimore starb 1986 ein Jugendlicher im Streit um eine 95 Dollar teure Sonnenbrille, die ihm ein anderer stehlen wollte. Die darauf folgende öffentliche Debatte um den damals noch neuen Markenkult unter Jugendlichen führte dazu, dass die ersten Public Schools Schuluniformen einführten – von den meisten Eltern wurde die Entscheidung gleich befürwortet. Die Neuerung fand überall in Amerika Nachahmer. Bill Clinton machte sich als Präsident von 1993 an zum leidenschaftlichen Befürworter von Uniformen in öffentlichen Schulen. Er hielt viel beachtete Reden dazu und lieferte den Schulen ein Handbuch für die konkrete juristische und praktische Umsetzung: „Wir sollten im Interesse unserer Kinder jeden Schulbezirk unterstützen, der Uniformen einführen will“, sagte Clinton damals.

1994 erregte die Stadt Long Beach in Kalifornien nationales Aufsehen mit der Entscheidung, in allen öffentlichen Schulen Uniformen einzuführen. Auch dort war es eine Reaktion auf jugendliche Rivalität und steigende Kriminalitätsraten. Seither diente gerade Long Beach als bevorzugtes sozialwissenschaftliches Studienobjekt für die Wirkung von Schuluniformen. Die Zahlen sind klar: Die Zahl geschwänzter Schulstunden sank um 47 Prozent, Fälle von Vandalismus in Schulen gingen um siebzig Prozent zurück, Tätlichkeiten und Mobbing unter Schülern um 85 Prozent und Schulverweise um neunzig Prozent. Sogar die Zahl sexueller Übergriffe sank um über neunzig Prozent. Soziologen erklären das damit, dass Schuluniformen grundsätzlich den wechselseitigen Respekt erhöhen und ein allgemeines Klima von Pflichtbewusstsein, Anstand und Disziplin fördern. Vergleichbare Studien in Virginia, vor wenigen Wochen vom amerikanischen Bildungsministerium veröffentlicht, haben die Zahlen im Großen und Ganzen bestätigt. Weil die Studienergebnisse so überzeugend sind, ist die Zahl der öffentlichen Schulen mit Schuluniform in den vergangenen zehn Jahren in den Vereinigten Staaten um die Hälfte gestiegen.

Es sind heute neben den teuren amerikanischen Privatschulen, die meistens zwischen 20.000 und 40.000 Dollar Schulgebühren im Jahr kosten (aber durch Stipendien auch eine große Zahl von Kindern ärmerer Familien aufnehmen) gerade die öffentlichen Schulen in den Gettos und Problemvierteln, die auf Schuluniformen setzen. Zudem haben in vielen großen Städten wie Philadelphia, Chicago und New Orleans praktisch alle öffentlichen Schulen eine eigene Uniform, um erst gar nicht den Eindruck entstehen zu lassen, es gebe bessere und schlechtere Bildungseinrichtungen. Vielmehr soll der Gemeinschaftsgedanke an jeder einzelnen Schule gefördert werden.

Hinzu kommt, dass die meisten Schulen, die auf Uniformen verzichten, stattdessen einen strengen Dresscode haben. Das gilt heute für etwa sechzig Prozent aller amerikanischen Schulen, die Zahl ist in den vergangenen Jahren ständig gestiegen. Was genau der Dresscode vorschreibt, variiert. Aber amerikanische Lehrer und Schuldirektoren haben keine Hemmungen, klare Vorschriften zu erlassen und durchzusetzen. Oft sind Flip-Flops und Sandalen verboten, hängende Ohrringe, Piercings, Lippenstift und sichtbare Tätowierungen, außerdem hängende Hosen, schulterfreie Tops, zu kurze Hosen und Röcke. (Faustregel für die Rocklänge: Sie muss länger sein als die Fingerspitzen der herabhängenden Hände im Stehen.) Schließlich gehört zum Dresscode fast immer ein Verbot von Kleidung mit politischen oder religiösen Slogans. Mützen mit der Aufschrift „Make America Great Again“ sind ebenso verboten wie T-Shirts mit dem Slogan „Trump is not my President“.

Übrigens gilt ein Dresscode in der einen oder anderen Form auch für die Lehrer. Typisch deutscher Schlabberlook aus verwaschenen Blue Jeans und T-Shirt wäre an den allermeisten amerikanischen Schulen undenkbar. Wo von den Schülern Oberhemd und Krawatte und von den Schülerinnen Rock oder Kleid verlangt wird, erwartet man von den Lehrern und Lehrerinnen nicht weniger.

Unterbrochen wird all das von den gelegentlichen „Dress Down Days“, etwa einmal im Quartal, oft als Spendenaktion organisiert: Wer einen Dollar in die Klassenkasse oder für ein Projekt spendet, muss an diesem Tag keine Schuluniform tragen, sondern darf in selbst ausgesuchten Klamotten kommen. An jedem dieser Tage ist die Freude groß, aber die Rückkehr zum Alltag in Schuluniform am Tag darauf selbstverständlich, zumal die Kinder kreativ sind, wenn es darum geht, die winzigen Gestaltungsspielräume auszunutzen, die Dresscode und Uniform lassen, etwa mit Haarspangen, Ketten, Ringen, Socken und Schuhen. Der Vorwurf, die Uniform unterdrücke die Entfaltung der Persönlichkeit, ist kaum ernst zu nehmen. Die klügsten und kreativsten amerikanischen Köpfe von Hillary Clinton und Barack Obama bis zu Steve Jobs und Mark Zuckerberg haben alle mal Schuluniform getragen.

Das vielleicht stärkste Argument für die Schuluniform ist aber gerade dies: Es liegt ein Schuss Gleichmacherei darin. Migrantenkinder und Kinder aus Minderheiten, die durch Hautfarbe, Religion, Sprache oder kulturelle Eigenheiten auffallen, haben durch die Schuluniform vom ersten Tag an das Gefühl, voll und ganz dazuzugehören. Was aus großer Entfernung so elitär aussieht, ist in Wirklichkeit ein Programm des sozialen Ausgleichs und der kulturellen Integration. Beides würde auch Deutschland guttun.

Das heißt nicht, dass es keine Kritiker gäbe. Im Gegenteil, irgendwo in den Vereinigten Staaten macht immer gerade ein Streit um Schuluniformen Schlagzeilen, und vor irgendeinem Gericht wird immer gerade verhandelt, ob diese oder jene Vorschrift zu weit geht, mit welchen Methoden die Kleidervorschrift durchgesetzt werden darf, ob Zuwiderhandlungen die Entlassung von der Schule rechtfertigen und ob Kinder, die ihr natürliches Geschlecht ändern wollen (oder schon geändert haben), zu der einen oder anderen Uniform gezwungen werden können. Da die Gesetze in jedem der fünfzig Bundesstaaten anders sind und die Schulpolitik fast überall in lokalen Bezirken reguliert wird, hört der Streit nie auf und mit ihm die Flut sich widersprechender Urteile. Dennoch sind die Kritiker eine Minderheit. Die Meinungsverschiedenheiten haben auch nichts mit links und rechts zu tun. Selbst in liberalen Städten wie Boston haben die meisten öffentlichen Schulen Uniformen. Die Grenzen verlaufen nicht zwischen Konservativen und Liberalen, eher zwischen Lehrern und Eltern auf der einen und Schülern auf der anderen Seite.

Lehrer sind etwa zu neunzig Prozent vom Sinn der Schuluniform überzeugt, Eltern je nach Umfrage zu zwischen fünfzig und siebzig Prozent Die Schülerschaft ist gespalten. Vor allem ältere Teenager sind mehrheitlich dagegen, jedenfalls an den gemischten Schulen, an denen es auch eine Rolle spielt, dem anderen Geschlecht zu gefallen. An reinen Jungen- und reinen Mädchenschulen dagegen (in Amerika immerhin zusammen 800 öffentliche Schulen und ein großer Teil der Privatschulen) spielt das Argument keine Rolle. Vielleicht ist es auch einfach zu viel verlangt, von Schülern Begeisterung für die Uniform zu erwarten. Geht es um Hausaufgaben und Klassenarbeiten, lässt schließlich auch niemand die Schüler darüber abstimmen.

Bleibt die Frage: Wer bezahlt eigentlich für die Schuluniform? Tatsächlich entstehen durchschnittlich etwa 250 Dollar Kosten im Schuljahr, und die Branche setzt in Amerika etwa 1,3 Milliarden Dollar im Jahr um. Familien, die Mühe haben, die Kosten zu stemmen, erhalten aber fast überall finanzielle Unterstützung. Zudem regelt sich vieles einfach dadurch, dass gebrauchte Teile der Schuluniformen auf Tauschbörsen weiterverkauft werden.

Zu guter Letzt: Dass das alles nicht nur ein journalistisches Rechercheergebnis, sondern auch persönliche Erfahrung ist, soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden. Der Autor ist befangen. Unsere Kinder besuchen seit dem vergangenen Jahr wieder, wie früher schon einmal, amerikanische Schulen in Washington. Die Mädchen tragen ein kariertes Kleid und für den Sportunterricht kurze Hose und weißes Poloshirt mit dem Schulwappen. Für den Jungen gilt ein Dresscode, der Hemd, Krawatte und Blazer nach freier Wahl verlangt, aber Turnschuhe, alberne Socken und einiges mehr verbietet. Die familieninterne Umfrage zeigt eine einstimmige Befürwortung von Schuluniformen – sowohl auf Seiten der Kinder als auch der der Eltern. Auch wenn die Stichprobe zugegebenermaßen etwas klein geraten ist, ist das Ergebnis wohl doch nicht untypisch. Die wichtigsten Argumente der Kinder: Stolz darauf, zur Schulgemeinschaft zu gehören, und keine Eifersüchteleien um die Klamotten. Und der Eltern: Es gibt morgens überhaupt keine Diskussion darüber, was heute angezogen wird.

 

P.S.

Markus Günther hat im Februar sein Roman-Debüt mit dem Titel „Weiß“ vorgelegt (ISBN 9783038200437 / 20,00 €)

In den Medien ist es u.a. hier besprochen worden:

https://swrmediathek.de/player.htm?show=fcf20820-46b3-11e7-9fa5-005056a12b4c

♦https://denkzeiten.com/2017/06/10/markus-guenther-weiss-rezension/

Für G 9 fehlen Lehrer und Räume

Schulleiter und Stadt blicken sorgenvoll auf die angekündigte Rückkehr zu G 9.
Umstellung bringt wieder neue Unruhe in die drei Bottroper Gymnasien

Was für Eltern und Schüler vielleicht der pure Grund zur Freude ist, treibt Schulleitern und Kommunen Sorgenfalten auf die Stirn: Die neue Landesregierung will vom Turbo-Abi zurück zum G 9. Für die Gymnasien bedeutet dies einen erneuten Umbau, für die Kommunen Kosten.

„G 9 ist im vorhandenen Raumbestand nicht zu machen“, stellt der Erste Beigeordnete Paul Ketzer mit Blick auf die drei Bottroper Gymnasien fest. An allen drei Standorten seien Erweiterungen oder sogar Neubauten notwendig. „Da hängt so einiges dran“, warnt er mit Blick auf die Kosten.

Frage nach der Finanzierung

Und Tobias Mattheis, der kommissarische Leiter des Heinrich-Heine-Gymnasiums, fürchtet: „Das wird wieder Hektik in die Schulen bringen. Eigentlich brauchten wir jetzt mal Ruhe.“ Derzeit seien viele Fragen noch unbeantwortet, zum Beispiel wo das Geld dafür herkommen soll, die fehlenden Lehrer und der zusätzliche Platz. Seit Einführung von G 8 habe man nicht mehr benötigte Klassenräume zu Selbstlernzentrum, Beratungs- oder Fachräumen umgebaut.

Für Reinhard Schönfeld, den Leiter des Josef-Albers-Gymnasiums, kommt die erneute Änderung nicht mehr überraschend. Er verweist auf die „wahnsinnigen Anstrengungen“, die die Schulen beim Umstieg auf G 8 unternommen haben. Nun stehe man vor ähnlich großen Problemen. Es fehlen die Räume für einen zusätzlichen Jahrgang, weil die teilweise zu Fachräumen umgebaut wurden, außerdem fehle das entsprechende Personal. „Auch das Lehrmaterial ist ja komplett auf G 8 umgestellt worden.“

In seinen Augen sind bei der Umstellung von G 9 auf G 8 Fehler gemacht worden. Für seine Schule glaubt er, dass der Umstieg eigentlich gelungen war, hatte man sich doch bewusst als Halbtagsschule positioniert mit einem „hohen Grad an Zufriedenheit bei Schülern und Eltern.“

Schönfeld glaubt nicht, dass viele Gymnasien beim Abitur nach acht Jahren bleiben werden. „Das Thema ist zermahlen.“ Mit Blick auf Bottrop sagt er. „In einer kleinen Stadt mit nur zwei Gymnasien in der Innenstadt glaube ich nicht, dass eines bei G 8 bleibt und das andere umstellt.“ Schließlich bedienten beide Schulen dieselbe Klientel. Für das JAG sagt er. „Wir werden umstellen in der Hoffnung, nicht wie Laborratten in ein paar Jahren wieder etwas neues machen zu müssen.“

Lehrermarkt ist leer gefegt

Aus der Sicht der Eltern sei die geplante Rückkehr zu G9 sicher richtig, meint Matthias Plaputta, Leiter des Vestischen Gymnasiums in Kirchhellen: „Sie entspricht dem Elternwillen.“ Als Schulleiter hat er allerdings auch die damit verbundenen Schwierigkeiten im Blick: „Die Schulen haben erfolgreich auf G 8 umgestellt, Strukturen und Lehrpläne verändert, Räume sinnvoll genutzt.“ Große Probleme sieht er vor allem beim Personal. „Der Lehrermarkt ist so gut wie leer.“ Schon jetzt gebe es Schwierigkeiten bei der neuen Vetretungsreserve. Matthias Plaputta tröstet sich damit, dass noch Zeit bleibe bis zur Umstellung 2019/20.

Von Matthias Düngelhoff und Ute Hildebrand-Schute / WAZ Bottrop 9.6.2017

Schuleiter
g9
Das Bürgerbegehren läuft noch bis Herbst. Jetzt spielt das Ergebnis keine Rolle mehr.

Heine-Gymnasiasten helfen in einem Kindergarten in Ruanda

 

Für drei Wochen fahren Christopher Pradel und Niklas Busch nach Afrika. Förderverein aus Bottrop unterstützt Arbeit vor Ort.

Zwei Schüler des Heinrich-Heine-Gymnasiums (HHG) fahren im August für drei Wochen nach Ruanda. Christopher Pradel und Niklas Busch werden dort in der Hope Nursery School arbeiten. Der Kindergarten erfährt seit einiger Zeit großzügige Unterstützung aus Bottrop. Christopher und Niklas werden das afrikanische Land kennenlernen und sich vor Ort davon überzeugen, wie es den inzwischen 90 Kindern in der Hope Nursery School geht.

In Bottrop gibt es schon seit einiger Zeit einen Förderverein, der den Kindergarten unterstützt. Bischof Dr. Pascal Bataringaya und seine Frau Louise Uwimana, die den Kindergarten gegründet hat und nach wie vor betreut, waren vor kurzen zu Gast bei dem Verein. Bei einem Info-Abend haben die beiden 16-jährigen Bottroper und deren Familien die Gäste aus Ruanda kennengelernt.

Tennisclub half bei Anschaffung einer Milchkuh

Auch der TC-Blau-Weiß unterstützt den Kindergarten: 2016 spendete er den Überschuss des Oldie-Cups für die Anschaffung einer Milchkuh. Noch nährt „Botty“ ihr Kalb, aber demnächst werden mehr als die derzeit zehn Liter Milch pro Tag für Haferbrei zur Verfügung stehen, so dass keine Milch mehr zugekauft werden muss.

Beim Info-Abend berichtete das ruandische Paar über Pläne für den Neubau des Kindergartens, der bisher provisorisch im Gemeindehaus untergebracht ist. Durch die Spenden aus Bottrop – vor allem durch Projekte am HHG und private Zuwendungen – konnte bereits ein Grundstück gekauft werden. Die Baugenehmigung ist beantragt.

Auch im Vorjahr waren schon Schüler in Afrika

Pascal Bataringaya und Louise Uwimana sind Gäste stets willkommen – ob als Touristen oder vorübergehende Mitarbeiter. Jennifer Kutkatt und Lena Besser vom HHG waren im vorigen Jahr bereits da. Denn dass Ruanda nicht nur das Land des Völkermords ist, in dem noch eine Menge Versöhnungsarbeit zu leisten ist, sondern auch ein Land voller landschaftlicher Schönheiten, zeigte Bischof Pascal anhand einer eindrucksvollen Bildershow.

 

Ruanda

Christopher Pradel (l.) und Niklas Busch (r.) werden Dr. Pascal  Bataringaya und seine Frau Louise Uwimana in Ruanda unterstützen. (Foto: Matthias Zerren)

WAZ 06.06.2017

Grabstein für Jo Tippelmann

Am 13. Juni auf dem Jüdischen Friedhof.

Vor knapp einem Jahr verstarb in Bottrop Horst Josef Tippelmann, der Mitglied der Jüdischen Gemeinde war. Er war lange Jahre Lehrer am Heinrich-Heine-Gymnasium und durch sein Engagement bekannt. Er wurde auf dem Jüdischen Friedhof am Westfriedhof bestattet. Nun bekommt sein Grab einen Grabstein.

Zur Grabsteinsetzung findet dort in Anwesenheit des Rabbiners Chaim Kornblum und der Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen-Bottrop-Gladbeck, Judith Neuwald-Tasbach, am Dienstag, 13. Juni, ab 17 Uhr eine Zeremonie statt, zu der auch Gäste eingeladen sind. Oberbürgermeister Bernd Tischler wird ein Grußwort sprechen. Männliche Besucher werden gebeten, auf dem Friedhof eine Kopfbedeckung zu tragen.

WAZ Bottrop 8.6.2017

 

https://www.bottrop.de/presseportal/pressemeldungen.php?sp:newsdeskDetails=https://www.bottrop.de/guiapplications/newsdesk/publications/Stadt_Bottrop/113010100000185303.php&sp:cmp=newsdeskRss-1

 

Ältere Beiträge »